Bundesamt für Naturschutz BfN

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Lexikon

Natur und Sport

Abenteuer mit Natursport

(Foto: Sixta Görtz)
Kanufahren und Klettern machen Spaß und bieten Naturerlebnisse. (Foto: Sixta Görtz)

Mit Händen und Füßen klebt Christian an der Felswand. Ein schneller Blick nach oben - da ist der nächste Griff. Christian visiert ihn an und packt zu. Jetzt die Füße hinterher. Geschafft. Christian sieht sich um. Die Aussicht ist phantastisch. "Zu und Ab!" ruft er seinem Kletterpartner zu. Nach einem bestätigenden Blick nach unten setzt Christian sich ins Seil und wird sanft wieder abgelassen, zurück zum Felsfuß. Seine Augen leuchten vor Stolz.

Unterhalb der Felsen schlängelt sich ein Fluss durch's Tal. Hier ist Hanna in ihrem Element. Zusammen mit ihrer Familie wandert sie im Kanu den Fluss hinab. Plötzlich eine Bewegung im Wasser - ein Biber! Er schwimmt vor ihnen her und verschwindet dann in einem stillen Seitenarm des Flusses. Mit dem Kanu könnte ihm Hanna problemlos folgen, aber ihre Eltern wollen den Biber lieber in Ruhe lassen. Sie paddeln weiter - vielleicht wartet hinter der nächsten Flussbiegung schon die nächste Überraschung. 

Was sind Natursportarten?

Beim Wandern kann man die Natur hautnah erleben. (Foto: Sixta Görtz)
Wandernde Familie in den Alpen.

Als Natursportarten bezeichnet man alle Sportarten, die man in der Natur ausübt - also neben klettern und Kanufahren zum Beispiel auch Mountainbike fahren, Tauchen oder Geocaching.

Wie du an Christian und Hanna sehen kannst, haben Natursportarten viel zu bieten. Sie verbinden körperliche Herausforderung mit außergewöhnlichen Naturerlebnissen - eine tolle Kombination, die eine Menge Spaß machen kann.

Aber wie du dir schon denken kannst, gibt es auch Probleme, denn: Die Natur ist kein Sportplatz. Natursportler müssen deshalb Rücksicht auf die Natur nehmen, um ihren Sport im Einklang mit ihr ausüben zu können. Dazu sollten sie den Lebensraum, in dem sie sich bewegen, gut kennen und wissen, welche Bedürfnisse Pflanzen und Tiere haben. Denn Natursportarten kann man nur dann verantwortungsvoll ausüben, wenn man Respekt gegenüber der Natur hat.

Dafür bekommt man als Natursportler aber auch besonders viel geboten - erst recht, wenn man sich in der Natur auskennt!

Wie vertragen sich Natur und Sport?

Beim Kanufahren kann man die Natur in aller Ruhe genießen. (Foto: Sixta Görtz)
Familie im Kanu.

Natur und Sport vertragen sich eigentlich ganz gut - wenn du als Sportler Rücksicht auf Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume nimmst. Weil Natursportarten aber hier bei uns sehr beliebt sind, werden sie auch von vielen Menschen ausgeübt. Das bringt Probleme mit sich, denn die Natur ist begrenzt. Tiere werden gestört und von ihren angestammten Plätzen vertrieben, Pflanzen werden zertreten. Dabei handeln die Sportler nicht böswillig, sondern oft aus Unwissenheit.

Die Sportverbände wollen das ändern. Sie informieren deshalb ihre Mitglieder über die Tiere und Pflanzen, die in ihrem Umfeld leben und rufen zur Rücksicht auf. Dabei arbeiten sie eng mit den Naturschutzverbänden zusammen. So sind viele gute Kompromisse entstanden.

Wie funktioniert Naturschutz im Sport?

Junge Uhus am Brutplatz. Bis sie ausfliegen, bleiben die Felsen für das Klettern gesperrt. (Foto: Michael Gerritzen)
Zwei kleine Uhus in einer Felswand.
Wenn überall Küken unterwegs sind, nehmen Kanufahrer besonders viel Rücksicht. (Foto: Sixta Görtz)
Ente mit Küken auf abendlichem See.

Schauen wir noch mal Christian über die Schulter: Eigentlich wollte er noch zu einem ganz bestimmten Felsen, aber das geht heute nicht. Dort brütet nämlich ein Uhu-Pärchen. Deshalb haben die Kletterer die Felsen rund um den Brutplatz bis zum Sommer gesperrt. Untersützt werden sie von einem Vogelkundler, der ihnen viel über die Lebensweise des Uhus erzählt hat. Das kann man jetzt auf Infotafeln am Fuß der Felsen lesen. Wenn die kleinen Uhus ausgeflogen sind, wird der Felsen wieder geöffnet. Solange kann Christian warten - und die Uhus können in Ruhe brüten.

Auch Hanna und ihre Eltern wollten eigentlich ganz woanders paddeln gehen. Aber jetzt im Frühjahr ist an bestimmten Flussabschnitten das Kanufahren verboten, denn überall haben die Wasservögel Nachwuchs. Damit die nicht gestört werden, ist Hannas Familie ausgewichen  - und hat den Biber entdeckt. Da hat sich die Rücksichtnahme doch gelohnt.

So wie bei Hanna und Christian funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Sport und Naturschutz in vielen anderen Sportarten auch. Von guten Kompromissen  haben beide Seiten etwas: Die Natur, weil sie ungestört bleibt und die Sportler, weil sie ihren Sport auch weiterhin ausüben können und nicht fürchten müssen, irgendwann ganz aus der Natur ausgesperrt zu werden.

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Natursport: Mach mit!

(Foto: Sixta Görtz)
Familie im Kanu.

Wenn du gerne selbst einmal eine Natursportart ausprobieren möchtest, dann wende dich an die Sportverbände. Dort gibt es Kurse für Kinder und Jugendliche, wo du das Klettern, Kanufahren oder Tauchen erlernen kannst. Gleichzeitig erfährst du in solchen Kursen auch viel über die Natur, in der du dich beim Sport bewegst.

Auf den Internetseiten der großen Sportverbände findest du auch Ansprechpartner in deiner Nähe (hier eine Auswahl):

Klettern: Deutscher Alpenverein

Kanufahren: Deutscher Kanu-Verband

Tauchen: Verband Deutscher Sporttaucher

Segeln und Surfen: Deutscher Segler Verband.