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Lexikon

Marder


Was haben Fischotter, Dachs und Mauswiesel gemeinsam? Sie alle gehören zur großen Familie der Marder. Im Körperbau haben alle Marder eine gewisse Ähnlichkeit miteinander: Sie alle haben relativ kurze Beine und einen lang gestreckten Körper. Aber es gibt auch große Unterschiede, die vor allem auf die unterschiedliche Lebensweise der Marder zurückzuführen sind. Wir stellen euch heute einige heimische Vertreter dieser Tierfamilie vor.

Das Mauswiesel - unser kleinster Marder

Ein Mauswiesel mit der schönen braun-weißen Fellzeichnung. (Foto: Kevin Law cc-by-sa 3.0 @ wikipedia.de)
Mauswiesel.

250 Gramm und damit so viel wie ein Paket Butter - mehr bringt er nicht auf die Waage. Unser kleinster Marder, das Mauswiesel, ist nur wenig größer als eine Maus und deshalb schwer zu entdecken. Flink ist er außerdem - um nicht zu sagen: "wieselflink". Dabei sind Mauswiesel recht häufig und auch noch tagaktiv. Sie machen auf Wiesen, in Feldern, am Waldrand und sogar in verwilderten Gärten Jagd auf Mäuse. Dabei folgen sie den kleinen Nagern bis in ihre Gänge hinein. Auch was den Nachwuchs angeht, ist das Mauswiesel ein sehr erfolgreicher kleiner Geselle: Zweimal im Jahr können die Weibchen Nachwuchs bekommen - und das schon von ihrem ersten Lebensjahr an!

Wer knabbert da an meinem Auto? Der Steinmarder!

Steinmarder halten sich oft in der Nähe menschlicher Siedlungen auf. (Foto: Mike aus dem Bayerwald cc-by-sa @ wikipedia.de)
Steinmarder in einem Holzstoß.

Steinmarder sind Kulturfolger und deshalb oft in der Nähe der Menschen zu finden. Sie suchen gerne in Dachböden und Scheunen Unterschlupf. Allerdings sind Steinmarder bei vielen Menschen nicht sonderlich beliebt, denn sie haben eine besondere Vorliebe: Parkende Autos! Viele Autobesitzer kennen das: Plötzlich springt am Morgen der Motor nicht mehr an. Ein Blick unter die Motorhaube bestätigt: Hier war ein Marder aktiv. Schläuche und Kabel sind kaputt gebissen, die Isolierung zerfetzt.

Warum machen Steinmarder so etwas? Ganz einfach: Sie verteidigen ihr Revier. Denn wenn sich ein Marder unter der Motorhaube eines Autos versteckt hat, dann betrachtet er es als sein Eigentum. Wenn sich nun ein zweiter Marder in der Nähe blicken lässt und am Auto seinen Geruch verbreitet, dann sieht unser Freund rot: In der Nacht lässt er seine Wut an den Weichteilen des Autos aus - nicht um damit den Autofahrer zu ärgern, sondern um seinen Konkurrenten zu vertreiben!

Vielfraß - der Riese unter den Mardern

Ein Vielfraß. (Foto: Matthias Kabel cc-by-sa @ wikipedia.de)
Vielfraß auf einem morschen Baumstamm.

Vielfraße leben in Nord-Europa. Mit ihren rund 30 Kilogramm Körpergewicht und einem guten Meter Länge sind sie die Größten in der Marderfamilie. Seinen Namen trägt der Vielfraß allerdings zu Unrecht. Denn obwohl er ein kräftiges Gebiss hat, ist er gar kein alles verschlingender Vielfraß. Er heißt bei uns nur so, weil die schwedische Bezeichnung "fjäll-fross" so ähnlich klingt. Wörtlich ins Deutsche übersetzt klingt "fjäll-fross" ganz harmlos, nämlich "Gebirgs-Katze".

Trotzdem ist der Vielfraß nicht zu unterschätzen, denn im langen nordischen Winter, wenn er mit seinen dicht behaarten Sohlen über den Schnee schleicht, kann er sogar jungen Elchen und Rentieren gefährlich werden. Die kommen mit ihren langen Beinen im tiefen Schnee nämlich nicht so gut voran. Im Sommer dagegen sind diese Tiere für ihn zu schnell und er ernährt sich vor allem von Aas.

 

Fischotter und Dachs

Den Dachs kann man gut an seinem gestreiften Gesicht erkennen. (Foto: Templermeister / pixelio.de)
Dachs-Portrait.
Ein Fischotter. (Foto: Templermeister / pixelio.de)
Fischotter im Wald.

Mit diesen beiden Vertretern der Marderfamilie haben sich die Naturdetektive bereits ausführlicher beschäftigt. Lies hier mehr über sie:

Mehr über den Otter.

Mehr über den Dachs.

Welches Tier ist ein Kulturfolger?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Wildkatze
B Rothirsch
C Steinmarder

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Lexikon

Was bedeutet eigentlich:

Geschlechtsdimorphismus?

So bezeichnen es Biologen, wenn Männchen und Weibchen einer Tierart große Unterschiede aufweisen - zum Beispiel in der Größe oder der Farbe. Bei manchen Marderarten - zum Beispiel beim Vielfraß - sind die Männchen wesentlich größer als die Weibchen.

aquatisch?

Aquatisch bedeutet, dass eine Tierart an das Leben am und im Wasser besonders angepasst ist. So können auch Säugetiere eine aquatische Lebensweise haben - wie der Fischotter, der seine Nahrung im Wasser sucht.

Kulturfolger?

Kulturfolger sind Wildtiere, die bevorzugt in der Nähe menschlicher Siedlungen leben. Tauben und Mauersegler gehören dazu, aber auch der Steinmarder.