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Lexikon

Kammmolch

Der Wasserdrache aus dem Gartenteich

Wie ein kleiner Drache sieht der Kammmolch in seiner Wassertracht aus. (Foto: gemeinfrei)
Kammmolch im Wasser.
Grasfrosch. (Foto: Losch cc-by-sa 3.0)
Grasfrosch.
Springfrosch. (Foto: Franco Andreone cc-by-sa 2.5)
Springfrosch

Der Kammmolch ist Frühaufsteher. Wenn im Februar die ersten wärmeren  Tage locken und Erdkröten sich noch einmal gemütlich in ihrem Laubbett herumdrehen, steht er schon in den Startlöchern. Kammmolche gehören nämlich zu den Ersten, die sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen. Zugegeben - der Weg ist meist nicht weit, denn Kammmolche suchen sich ihr Winterquartier am liebsten ganz in der Nähe. Erdkröten dagegen müssen auf ihren kleinen Füßen manchmal bis zu fünf Kilometer zurücklegen, um zu ihrem Laichgewässer zu gelangen. Dazu lassen sie sich auch ein wenig mehr Zeit.

Nicht so der Kammmolch. Er geht so früh im Jahr los, dass er manchmal sogar vom zurückkehrenden Winter überrascht wird - und dann zwischen Eis und Schnee im Teichwasser sitzt. Fast zeitgleich gehen auch Grasfrösche und Springfrösche auf Wanderschaft - wenn sie nicht sowieso schon am Grund des Gewässers überwintert haben.

Seinen Namen hat der Kammmolch von dem auffällig gezackten Kamm, der während der Paarungs- und Laichzeit auf seinem Rücken wächst. Dann sieht er aus wie ein kleiner Unterwasser-Drache. Er ist unsere größte Molchart und kann bis zu 18 Zentimeter groß werden. Damit ist er für viele Wassertiere ein ernsthafter Feind, denn der Kammmolch ist nicht nur groß, sondern auch ein Räuber. Mit Vorliebe frisst er die Larven anderer Molche.

Nachwuchs bei Familie Molch

Das Ei eines Kammmolchs. Der Fotograf hat das Blatt kurz aufgerollt, um das Ei fotografieren zu können. (Foto: Piet Spahns cc-by-sa 2.5)
Ei an Wasserpflanze
Larve des Kammmolches. Deutlich sind die federartigen Kiemen zu erkennen. (Foto: Piet Spahns, cc-by-sa 2.5)
Larve im Wasser

Nach der Paarung legt die Kammmolch-Mami ihre Eier an Wasserpflanzen ab. Dabei gibt sie sich größte Mühe: Jedes Ei wird einzeln in ein Blatt gewickelt - und das bei Hunderten von Eiern! Doch die Mühe lohnt sich, denn im Wasser warten schon viele Feinde auf den Molchnachwuchs. Libellenlarven und Gelbrandkäfer machen Jagd auf alles, was kleiner ist als sie selbst. Auch Fische und sogar andere Molche fressen gern den Laich der Konkurrenz. Je besser dieser also durch die Wasserpflanzen geschützt ist, desto mehr Molche werden groß.

Wie alle Amphibien machen die Molche beim Erwachsenwerden eine erstaunliche Entwicklung durch. Von der Larve mit Flosse und Kiemen entwickeln sie sich in wenigen Monaten zum fertigen Molch, der auf vier Beinen läuft und mit Lungen atmet. Man nennt diesen Vorgang "Metamorphose". Das Wort kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet "Verwandlung".

Im Herbst ist die Metamorphose abgeschlossen und die kleinen Molche können sich selbst einen Überwinterungsplatz an Land suchen. Viele von ihnen überwintern allerdings erst einmal im vertrauten Wasser und verlassen es erst in ihrem zweiten Lebensjahr.

Kammmolche sind in Deutschland übrigens streng geschützt. Das heißt, dass du weder sie noch ihren Nachwuchs einfangen und aus dem Wasser entfernen darfst. Das gilt übrigens auch für die meisten anderen Amphibienarten. Laich oder Larven mitzunehmen und im eigenen Gartenteich auszusetzen ist also streng verboten!

Wie nennt man das Erwachsenwerden bei Amphibien?
A, B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Mimikry
B Metamorphose
C Mimese

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