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Lexikon

Nachhaltigkeit

Seit 300 Jahren aktuell: Das Prinzip der Nachhaltigkeit

Hans Carl von Carlowitz. (Foto: gemeinfrei)
Portrait Hans Carl von Carlowitz
Waldwirtschaft soll nachhaltig sein, damit sich auch deine Kinder noch an ihm erfreuen können.(Foto: Malene Thyssen cc-by-sa)
Wald am Wasser.
Junger Buchenwald (Foto: Darkone cc-by-sa 1.0)

Als Hans Carl von Carlowitz vor genau 300 Jahren das Wort "nachhaltig" benutzte, da konnte er nicht ahnen, dass ihn dieses Wort berühmt machen würde. In einem Buch über Forstwirtschaft, das 1713 erschien, forderte er als Erster einen "nachhaltigen" Umgang mit dem Wald. Damit meinte er, dass die Menschen im Wald nur so viel Holz schlagen sollten, wie auch wieder nachwachsen kann.

Wälder verschwanden

Zu seiner Zeit war das nicht selbstverständlich: Die Menschen holzten die Wälder ab, weil sie das Holz noch viel dringender brauchten als wir heute - nämlich als Brennstoff. Aber niemand dachte daran, auch Bäume nachzupflanzen. So waren die riesigen Wälder, die Deutschland einst bedeckt hatten, nach und nach immer kleiner geworden. Rund um das Jahr 1700 herrschte in manchen Regionen Deutschlands ein richtiger Holzmangel, denn ganze Wälder wurden zu Holzkohle verarbeitet, um dann in den Öfen der Eisenhütten und Werkstätten zu verschwinden.

Beginn der Waldwirtschaft

Mit seinem Buch leitete Hans Carl von Carlowitz eine Wende ein. Die Menschen begannen, Waldwirtschaft zu betreiben. Das bedeutet, dass sie Bäume pflanzten, pflegten und ernteten. So legte Carlowitz schon 1713 den Grundstein dafür, dass es bei uns auch heute noch Wald gibt. In diesem Jahr denken wir an ihn als Begründer des "Prinzips der Nachhaltigkeit".

Was bedeutet "Nachhaltigkeit" heute?

Monarchfalter. (Foto: gemeinfrei)
Monarchfalter.
Wildkatze. (Foto: Thomas Stephan / BUND)
Wildkatze.
Margeriten.(Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)
Margeriten.

Heute hat der Begriff "Nachhaltigkeit" eine viel größere Bedeutung bekommen. Man benutzt ihn nicht nur in der Waldwirtschaft, sondern im gesamten Naturschutz, aber auch in der Gesellschaftslehre und in der Politik. Immer geht es darum, dass wir Menschen uns so verhalten sollen, dass alle Menschen auf der Erde gut leben können und die Erde auch für unsere Kinder und Enkelkinder noch lebenswert ist. Dazu gehört, dass wir mit den Schätzen der Erde fürsorglich umgehen - also Luft, Wasser und Boden sauber halten und Pflanzen und Tiere schützen. Wenn wir die Gaben der Erde nutzen, dann sollen wir das bewusst und mit Weitsicht tun.

Wie verhält man sich nachhaltig?

(Foto: Sixta Görtz)
Frosch in Kinderhand.
(Foto: Sixta Görtz)
Mädchen auf Baum

Um sich nachhaltig zu verhalten, müsste man eigentlich in die Zukunft schauen können, denn das ist ja der Sinn der Sache: Wir sollen so handeln, dass niemand unter den Folgen unseres Tuns leiden muss - weder jetzt noch in Zukunft. Aber wer will denn wissen, was für die zukünftigen Menschen gut ist?

Ähnliche Bedürfnisse

Dazu müssen wir ein bisschen tricksen und einfach mal voraussetzen, dass alle Menschen auf der Welt ähnliche Bedürfnisse haben - und dass das auch so bleiben wird. Bezogen auf die Natur heißt das: Alle Menschen möchten in einer intakten Natur leben und brauchen sauberes Wasser und gute Luft zum Leben - genau wie du. Du kannst also nachhaltig handeln, indem du Natur und Umwelt schützt.

 

So kannst du nachhaltig handeln

- Wirf keinen Plastikmüll in die Landschaft (denn der liegt dort viele Jahre),

- kaufe nur das, was du wirklich brauchst und was lange hält (denn Müll haben wir schon genug - besser, es wird nicht noch mehr),

- fahre Fahrrad statt dich mit dem Auto bringen zu lassen (denn davon bleibt die Luft sauber),

- pflanze einen Baum (denn der wird auch in Zukunft noch Schatten spenden),

- beobachte die Tiere und Pflanzen vor deiner Haustür (denn dann erkennst du den Wert der Lebewesen).

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Wie handelst DU nachhaltig?

(Foto: BfN)
Kinder pflanzen einen Baum

Wir hatten euch gefragt, wie ihr nachhaltig handelt. Lies hier, was andere Naturdetektive geantwortet haben:

Zu euren Antworten