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Lexikon

Was macht eigentlich ein Förster?

Peter Ries ist Förster im Sauerland. Was er dort tut und welche Erfahrungen er in Afrika gemacht hat, berichtet er dir hier.


(Foto: Harry Hautumm / pixelio.de)
Baumkronen.
(Foto: Schemmi / pixelio.de)
Baumstumpf mit Pilzen.
Wildschwein. (Foto: Carsten Przygoda / pixelio.de)
Wildschwein sucht am Boden nach Nahrung.
Spechthöhle in einem alten Baum. (Foto: Uwe Kunze / pixelio.de)
Spechthöhle mit Specht und Jungvogel.
Rothirsch. (Foto: Domino / pixelio.de)
Rothirsch auf einer Lichtung.
(Foto: Sixta Görtz)
Wald auf felsigem Boden.

Guten Tag, Herr Ries. Erzählen Sie uns doch mal, welche Aufgaben Sie haben.

Als Förster kümmere ich mich darum, dass wir das Holz des Waldes nutzen können und der Wald gesund bleibt. Ich entscheide, welche Bäume gefällt werden sollen und sorge dafür, dass genügend junge Bäume nachwachsen. Das Holz aus dem Wald brauchen wir zum Hausbau oder für neue Möbel.

Wie hält man einen Wald denn gesund?

Indem man in ihm verschiedene Baumarten wachsen lässt, denn dann wird er nicht so leicht von Schädlingen befallen. Außerdem dürfen in einem gesunden Wald junge und alte Bäume beieinander stehen. Dann kann ein Sturm dem Wald nicht so viel anhaben und viele verschiedene Tierarten finden dort einen Lebensraum. Ein so gemischter Wald ist "naturnah".

Wie wird ein Wald "naturnah"?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn zum Beispiel in einem Wald nur Nadelbäume stehen und der Waldbesitzer das ändern möchte, dann pflanzen wir unter die Bäume Setzlinge, die Dunkelheit und Schatten aushalten können. Buchen sind da gut geeignet. Die Buchen wachsen heran und im Laufe der Jahre wird aus dem Einheitswald ein Mischwald.

Das dauert aber ziemlich viele Jahre, oder?

Das stimmt. Aber wir Förster sind das gewohnt. Wenn ich heute einen Baum pflanze, dann ist der frühestens in 30 Jahren groß.

Sie haben einige Zeit lang als Förster in dem afrikanischen Land Namibia gearbeitet. Ist da nicht nur Wüste?

Nein, nur an der Küste. Im Norden von Namibia gibt es Wald mit viermal so vielen Baumarten wie bei uns.

Nutzen die Menschen den Wald denn?

Und wie! Das ganze Leben im Dorf ist abhängig vom Wald: Das Essen wird auf Holzfeuern gekocht, das Vieh weidet im Wald, die Nahrung wird in den Wäldern und Buschsavannen gesammelt und sogar die Medizin stammt aus dem Wald. Es gibt Bäume, die viele Funktionen gleichzeitig haben: Den Stamm nutzen die Menschen als Bauholz, die Blätter kauen sie gegen Zahnweh, aus der Rinde werden Seile gedreht und die Samen werden von ihrem Vieh gefressen. Aber die Menschen sorgen auch dafür, dass genügend Wald nachwachsen kann.

Gibt es dort auch wilde Tiere?

Ja, natürlich. Wenn man nicht aufpasst, kann man Leoparden treffen oder in ein Löwenrudel geraten. Dagegen hilft nur eins: Immer Augen und Ohren offen halten.

Ist Ihnen so etwas auch schon passiert?

Einmal habe ich mit dem Auto angehalten, um eine Elefantenkuh mit Kalb zu beobachten. Das war sehr unvorsichtig von mir und hat der Elefantenkuh überhaupt nicht gefallen. Plötzlich ist sie aus dem Busch geprescht. Ich habe Gas gegeben, aber auf dem sandigen Boden sind die Räder durchgedreht. Der wütende Elefant wurde im Rückspiegel immer größer. Als er mich fast erreicht hatte, machte der Wagen einen Satz und ich konnte gerade noch entkommen.

Puuh, Glück gehabt...

Ja, das kann man wohl sagen.

Herr Ries, vielen Dank für das Gespräch.

Welche Baumart kann gut im Schatten wachsen?
A, B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Buchen
B Eichen
C Erlen

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