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Lexikon

Maikäfer


Mit lautem Brummen erhebt sich ein Maikäfer in die Lüfte. (Foto: Wolf & Marg / pixelio.de)
Maikäfer beim Start.

Hast du schon mal einen Maikäfer beim Fliegen beobachtet? Mit lautem Brummen stemmt sich der Dickmops gegen die Schwerkraft und scheint dem Absturz immer nur um Haaresbreite zu entkommen. So richtig elegant sieht das nicht aus. Aber das ist auch gar nicht nötig. Maikäfer fliegen nämlich nur, wenn es unbedingt notwendig ist und legen möglichst keine langen Strecken zurück. Die meiste Zeit des Tages verbringen sie nämlich mit dem Fressen. Und das führt dazu, dass sie bei Förstern und Waldbesitzern einen sehr schlechten Ruf haben.

Wie leben Maikäfer eigentlich?

Ganz schöner Speckmops: Die Larve eines Maikäfers. (Foto: www.JenaFoto24.de / pixelio)
Engerling.

Bei uns gibt es zwei Arten von Maikäfern - den Feldmaikäfer und den Waldmaikäfer. Beide sind Pflanzenfresser. Die Waldmaikäfer lieben die Blätter von Buchen und Eichen, während Feldmaikäfer sich zum Beispiel über Weinreben und Obstbäume hermachen. Alle vier Jahre gibt es besonders viele von ihnen. Das liegt daran, dass die Maikäfer vier Jahre brauchen, um sich vom Ei zum fertigen Käfer zu entwickeln.

Aus dem Ei schlüpft zunächst eine Larve, die man "Engerling" nennt. Sie lebt unter der Erde und frisst Wurzeln. Nach drei Jahren wird sie erwachsen und verwandelt sich in den fertigen Maikäfer. Dieser überwintert noch einmal unterirdisch und krabbelt im Frühjahr an die frische Luft. Besonders im Mai kann man sie entdecken - daher der Name. Nach der Paarung und der Eiablage sterben die erwachsenen Tiere.

Muss man Maikäfer bekämpfen?

An den dreieckigen Flecken auf der Seite kannst du den Maikäfer gut erkennen. (Foto: Ro / pixelio)
Maikäfer am Baum.
Die Fühler des Maikäfers haben typische fedrige Enden. (Foto: Bernhard Daldrup / pixelio)
Maikäfer im Portrait.

In bestimmten Regionen in Süddeutschland und in Hessen gibt es alle paar Jahre besonders viele Maikäfer. Dann kann man in der Zeitung von einer "Maikäfer-Plage" lesen. Doch für die Bäume sind die Käfer-Massen kein größeres Problem. Wenn im Juni der Spuk vorbei ist, treiben sie einfach noch einmal neu aus. Zu schaffen machen den Bäumen eher die vielen Engerlinge, die ihnen die Wurzeln abfressen.

Schon immer haben in starken Maikäferjahren die Menschen etwas gegen die Brummer unternommen. Als deine Großeltern klein waren, bekamen sie in manchen Jahren Mai-Ferien, damit sie die Maikäfer von den Bäumen sammeln konnten. Später wurden Wälder, in denen viele Maikäfer waren, mit Gift besprüht. In den 70er Jahren waren Maikäfer fast ausgerottet und auch für manche Vögel, Schmetterlinge und Fledermäuse war das Gift tödlich. Dieses Gift ist inzwischen verboten.

Dennoch gibt es in starken Maikäferjahren viele Menschen, die einen Einsatz von Insektengift gut fänden. Viele Forscher und auch Naturschützer sind jedoch der Ansicht, dass man auch Maikäfer-Massen nicht bekämpfen muss, denn je mehr Maikäfer es gibt, desto stärker vermehren sich auch ihre natürlichen Feinde - wie zum Beispiel Vögel und Fledermäuse, aber auch bestimmte Parasiten. Forscher haben beobachtet, dass nach Jahren mit vielen Maikäfern wieder Jahrzehnte mit sehr wenigen Käfern folgen. Sie gehen davon aus, dass die Natur sich von selbst reguliert.

Wer sind die natürlichen Feinde der Maikäfer?
A, B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Spinnen und Hirschkäfer
B Schnecken und Igel
C Vögel und Fledermäuse

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Frag Konstantin

Julius (10) aus Ahrensfelde wollte wissen,

warum der Engerling am hinteren Ende so eine schwarze dicke Beule hat und wie er eigentlich aufgebaut ist.

Das hat Konstantin geantwortet:

Lieber Julius,

Der Engerling hat so ein dunkles Hinterteil, weil seine Haut relativ dünn ist und der Darminhalt durchscheint. Dieser besteht vor allem aus Wurzelteilen.

Der Engerling hat einen durchgehenden, gegliederten Darm, ein Röhrenherz auf der Rückenseite und ein Nervensystem auf der Bauchseite. Wenn du ganz genau hinschaust, kannst du an seinen Körperseiten kleine Öffnungen sehen, die sogenannten Stigmen. Hier tritt Luft ein, die dann durch ein sich immer weiter verzweigendes Netz feiner Röhrchen bis zu den verschiedenen Organen geleitet wird. Die kleinen Röhrchen nennt man "Tracheen".

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