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Lexikon

Wildblumen

Was sind eigentlich Wildblumen?

In den Bergen wächst die Alpen-Küchenschelle. Sie steht unter Naturschutz. (Foto: Florn88 cc-by-sa 3.0)
Wiese mit weißer Alpen-Küchenschelle
Besonders selten und streng geschützt: Die Orchidee "Gelber Frauenschuh". (Foto: Mg-k cc-by-sa 3.0).
Ansammlung von Gelbem Frauenschuh

Als "Wildblumen" bezeichnet man Blütenpflanzen, die ohne menschlichen Einfluss wachsen. Sie werden nicht gepflanzt oder von Menschen gesät, sondern vermehren sich auf natürliche Weise - zum Beispiel indem der Wind ihre Samen verbreitet.

Wildblumen sind an bestimmte Lebensräume gebunden, denn sie haben ganz bestimmte Ansprüche an ihre Umgebung. Manche brauchen feuchte Böden, andere eher trockene oder kalkhaltige Böden. Einige Wildblumen lieben sonnige Plätzchen, andere haben es lieber schön schattig. Die einen blühen nur im Wald unter hohen Bäumen, andere kannst du an Wegrändern oder im eigenen Garten finden.

Von den Ansprüchen an ihren Lebensraum hängt es ab, ob eine Wildblume häufig oder selten ist. Manche Wildblumen kommen bei uns nur an wenigen Standorten vor - zum Beispiel nur auf mageren Wiesen im Hochgebirge oder nur auf sonnenbeschienenen Lichtungen in Buchenwäldern. Diese Wildblumen sind deshalb besonders selten und stehen meist unter Naturschutz - das heißt, dass du sie nicht pflücken darfst.

Warum sind Wildblumen wichtig für die Natur?

Eine Honigbiene an einem Buschwindröschen. (Foto: Axtmann / BfN)
Buschwindröschen mit Honigbiene.

Wildblumen locken mit ihren Blüten Insekten an. Bienen und Hummeln finden hier Pollen und Nektar. Auch Käfer und Schmetterlinge fliegen auf der Nahrungssuche die Wildblumen an. Fledermäuse und Vögel machen wiederum Jagd auf die Insekten. So bieten die Wildblumen vielen verschiedenen Tieren reichlich Nahrung.

Gleichzeitig brauchen viele Wildblumen die Insekten, um sich zu vermehren. Während die Insekten von Blüte zu Blüte fliegen, bestäuben sie sie. Erst danach können die Pflanzen Samen bilden, die dann vom Wind verbreitet werden können.

Wodurch sind Wildblumen gefährdet?

Blauer Enzian und Kleines Knabenkraut auf einem Magerrasen. (Foto: Pinkmann cc-by-sa 3.0 )
Enzian in blau und rosafarbenes Kleines Knabenkraut

Wildblumen sind vor allem dann gefährdet, wenn sich ihre Lebensräume verändern. Besonders diejenigen Arten, die sehr hohe Ansprüche an ihren Lebesraum stellen, reagieren empfindlich auf Veränderungen. Wenn Feuchtgebiete trocken gelegt werden, verlieren zum Beispiel die dort lebenden Sumpfpflanzen ihren Lebensraum. Wildblumen, die auf mageren, nährstoffarmen Böden leben, vertragen es nicht, wenn Dünger aus der Landwirtschaft auf ihre Wiese gelangt. Sie werden von anderen Pflanzen verdrängt und gehen ein.

Wie werden Wildblumen geschützt?

Seltene Pflanze auf mageren Wiesen: Die Wiesen-Küchenschelle. (Foto: Chmee2 cc-by-sa 3.0)
Wiesen-Küchenschelle.

Manche Wildblumenarten gibt es fast überall. Sie haben keine besonderen Ansprüche an ihren Lebensraum, so dass sie nur ein kleines bisschen Erde brauchen, um wachsen zu können. Dazu gehört zum Beispiel der Löwenzahn. Andere Wildblumen jedoch sind so selten, dass sie während ihrer Blütezeit sogar von Naturschützern bewacht werden, damit niemand sie pflückt.

Seltene Wildblumen stehen bei uns unter Naturschutz. Das heißt, dass du sie nicht pflücken oder zertreten darfst. Um sie zu erhalten, werden zum Beispiel Wiesen  besonders gepflegt, auf denen diese Blumen wachsen. Aber auch falls die Blumen trotz der Bemühungen vieler Naturschützer doch aussterben sollten, gibt es in Regensburg in Süddeutschland eine sogenannte "Gen-Datenbank" für seltene und gefährdete Wildpflanzen.

Wissenschaftler haben dort bisher Samen von 434 verschiedenen seltenen Wildpflanzen gesammelt und eingefroren. Sie könnten jederzeit aufgetaut und wieder an geeigneten Standorten ausgesät werden. Einige dieser seltenen Pflanzen haben die Wissenschaftler im Botanischen Garten der Universität angepflanzt, wo du sie sogar besuchen kannst.

Ziel der Regensburger Wissenschaftler ist es, alle Wildpflanzenarten Bayerns in ihrer Datenbank vorrätig zu haben. Dazu müssen die Biologen aber noch sehr viele Samen sammeln.

Wo befindet sich die Gen-Datenbank für seltene Wildpflanzen Bayerns?
A, B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A In München
B In Passau
C In Regensburg.

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Wildblumen im Garten

(Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)
Bunte Blumenwiese

Wenn du selbst Wildblumen im Garten haben willst, kannst du sie auch aussäen. In Gartencentern gibt es sogenannte "Wildblumen-Mischungen", mit denen du dir eine Wildblumenwiese in euren Garten zaubern kannst. Wie es geht, steht auf der Samentüte beschrieben. Wildblumenwiesen darfst du nur wenige Male im Jahr mähen.

Mehr über Naturgärten findest du hier.