Bundesamt für Naturschutz BfN

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Lexikon

Artenschutz für alle?


Blobfisch aus der Tiefsee vor Australien. (Foto: Kerryn Parkinson / Norfanz founding parties)
Blobfisch
Viele Menschen haben Angst vor Schlangen. Trotzdem sind sie schützenswert. Hier siehst du eine heimische Schlingnatter. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa 3.0)
Schlingnatter.
In Geschichten spielen sie oft die Bösen: Hyänen. (Foto: Coyotos cc-by)
Hyäne.
Auf der Liste der 100 bedrohtesten Arten der Erde: Der Tonkin-Stumpfnasenaffe. (Foto: LeKhac Quyet / IUCN)
Stumpfnasenaffe.
Fast unbemerkt sind die unscheinbaren Feldsperlinge bei uns selten geworden. (Foto: Andreas Trepte cc-by-sa)
Feldsperling.
Die meisten Menschen kennen ihn: Den niedlichen Laubfrosch. Er ist oft Werbeträger für Naturschutz-Aktionen. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa)
Laubfrosch.

Kennst du den "Blobfisch"? Das ist ein Fisch, der in der Tiefsee vor Australien und Neuseeland lebt, in mehr als 1000 Metern Tiefe. Weil er im schlammigen Boden auf Beute wartet, braucht er fast keine Muskeln, so dass sein Körper aussieht wie eine glibberige Masse. Das hat ihm in einer Abstimmung im Internet jetzt den Titel "hässlichstes Tier der Welt" eingetragen.

Die witzige Aktion im Internet hat einen ernsten Hintergrund. Denn durch die Fischerei mit großen Schleppnetzen ist der Blobfisch bedroht. Bisher haben davon aber nur sehr wenige Menschen Notiz genommen, denn die meisten hatten vom Blobfisch noch nie etwas gehört.

Naturschutz und Artenschutz funktionieren aber nur mit den Menschen, denn wir müssen in unserem Verhalten Rücksicht auf die Natur nehmen. Das ist ja nicht immer leicht und klappt am besten, wenn man weiß, auf wen man Rücksicht nehmen soll und warum. Zur Artenvielfalt gehören aber nicht nur solche Tiere und Pflanzen, die wir als schön oder niedlich empfinden. Dass Pandas und Elefanten bedroht sind und geschützt werden müssen, leuchtet den meisten Menschen ein. Aber was ist mit glitschigen Lurchen, behaarten Spinnen oder unheimlichen Fledermäusen?

Viele Tier- und Pflanzenarten brauchen genau so viel Schutz wie Pandas und Elefanten -  auch wenn sie hässlich oder unscheinbar sind. Für Wissenschaftler und Naturschützer ist es aber viel schwieriger, die Menschen davon zu überzeugen, dass auch diese Arten erhalten werden müssen. Denn jede einzelne von ihnen hat in ihrem Lebensraum eine ganz bestimmte Funktion und Aufgabe. Jede Art hängt von der anderen ab. Stirbt eine Art aus, wird ihre Aufgabe nicht mehr erfüllt - dies kann ein ganzes Ökosystem verändern. Deshalb ist es so entscheidend, dass noch viel mehr Menschen erkennen, wie wichtig die Vielfalt auf unserer Erde ist - auch wenn Arten dazugehören, die keinen Schönheitswettbewerb gewinnen würden.

Bekannte Wissenschaftler aus aller Welt haben im vergangenen Jahr eine Liste der 100 am stärksten bedrohten Tier- und Pflanzen-Arten veröffentlicht. Darunter waren viele unscheinbare und in unseren Augen unbedeutende Tiere. Sie waren eben nicht niedlich, schön oder majestätisch. Die Wissenschaftler wollten damit sagen: Jede Tierart ist einzigartig, unersetzlich und das Ergebnis von Jahrmillionen der Evolution. Und wir müssen für sie kämpfen.

Aktionen dieser Art sind gut, um die Menschen für die Geschöpfe der Natur zu begeistern.  Um so besser, wenn man dabei auch noch Spaß haben kann - wie bei der Aktion "hässlichstes Tier der Welt". Der Blobfisch sagt Danke.

Lies hier mehr über die Letzten ihrer Art.

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Was ist ein Ökosystem?

Der Begriff "Ökosystem" bezeichnet das Zusammenspiel zwischen einem Lebensraum und seinen tierischen und pflanzlichen Bewohnern. Dabei sind alle Bestandteile des Ökosystems voneinander abhängig.

Zum Beispiel das Ökosystem "Wald": Es funktioniert, solange dort Bäume und niedere Pflanzen wachsen, keimen und sterben, Bodentiere die toten Pflanzenzeile zu neuer Erde verarbeiten und sich Insekten um die Verbreitung der Pflanzensamen kümmern. Auch alle im Wald lebenden Vögel und Säugetiere haben ihren Platz und ihre Aufgabe, mit der sie zum reibungslosen Zusammenspiel zwischen den Elementen beitragen.

Für Schlaufüchse

Hier findest du noch viele weitere Informationen über die Vielfalt der Arten und der Ökosysteme:

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