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Lexikon

Schafe - Hüter der biologischen Vielfalt


Schaf mit älterem Jungtier. (Foto: Grothe, eye-comm.de)
Schaf mit Jungtier in Nahaufnahme.

An der deutschen Nordsee-Küste gehören Schafe zur Landschaft wie Deiche und Watt. Sie halten dort das Gras auf den Deichen kurz - besser als jeder Rasenmäher. Doch nicht nur an der Nordsee werden Schafe für die Pflege der Landschaft eingesetzt. In der Lüneburger Heide sorgen die Schafe dafür, dass die Heide nicht zum Wald wird und in der Rhön halten sie die zahlreichen Wiesen frei von Gebüsch. In diesen Regionen übernehmen die Schafe eine wichtige Aufgabe: Sie erhalten die biologische Vielfalt.

Warum erhalten Schafe die biologische Vielfalt?

Leineschafe an den Hängen des Leineberglandes. (Foto: Grothey, eye-comm.de)
Schafe vor blauem Himmel.
Ein Schäfer mit zwei Lämmern. (Foto: Siebert)
Alter SChäfer mit zwei Lämmern im Arm.

Schafe fressen für ihr Leben gerne frisches Grünzeug. Deshalb kann man sie überall dort futtern lassen, wo am Ende nur noch kurze Halme und niedrige Pflanzen stehen sollen. Alles, was jung und frisch ist, wird abgefressen. Die sanften Tiere eignen sich deshalb hervorragend als biologische Rasenmäher.

Was das mit der biologischen Vielfalt zu tun hat? Magere Wiesen und Heiden sind besonders wertvolle Lebensräume, denn hier leben viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Wenn solche Landschaften aber nicht regelmäßig gepflegt werden, dann wachsen Büsche und Bäume - und in wenigen Jahrzehnten ist von den Wiesen und Heiden nichts mehr übrig. Genau das erledigen die Schafe: Sie fressen die jungen Triebe der Büsche und Bäume und verhindern so, dass diese größer werden.

Auf den Deichen haben die Schafe noch eine zusätzliche Aufgabe: Mit ihren Hufen treten sie die Erde fest, so dass der Deich bei Hochwasser besser standhalten kann.

Welchen Tieren und Pflanzen kommt der Schafs-Mäher zugute?

Leineschafe grasen an den Hängen des Weser- und Leineberglandes. (Foto: Grothe, eye-comm.de)
Leineschaf im Portrait.
Heidschnucken aus der Lüneburger Heide. (Foto: AxelHH cc-by)
Heidschnuckenherde

Viele Tiere haben sich über Jahrhunderte an die von den Landwirten geschaffene Landschaft angepasst. Auf Äckern und Wiesen jagen Feldlerchen und Spatzen nach Insekten, Wiesenweihe und Milan nach Mäusen und anderen kleinen Säugetieren. Hasen und Rehe gehen auf den Feldern auf Nahrungssuche. Doch in den letzten 30 Jahren hat sich die Landwirtschaft stark verändert und viele Tiere haben es nicht geschafft, sich rechtzeitig anzupassen. Manche von ihnen sind seltener geworden, einige wenige sogar vom Aussterben bedroht.

Auf die Wiesen und Heideflächen, die von den Schafen gepflegt werden, konnten sich manche seltene Tierarten zurückziehen. Denn dort finden sie auch heute noch genügend Nahrung und Unterschlupf - wie schon seit Jahrhunderten. Auch seltene Pflanzen können hier ungestört wachsen. Damit das auch so bleibt, sind die Lüneburger Heide und die Region "Rhön" im Süden von Hessen und Thüringen unter besonderen Schutz gestellt worden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Landschaft auch in Zukunft schonend gepflegt wird - von den Schafs-Mähern.

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Frag Konstantin

Hamster Konstantin mit Lupe

Thomas wollte wissen: Können Schafe Wasser von Weitem riechen?

Das hat Konstantin geantwortet:

Ja, das können Schafe tatsächlich. Weil ihr Geruchssinn viel besser ist als unserer, können Schafe riechen, wenn sich ein Feind nähert, sie können ihre Lämmer am Geruch erkennen und tatsächlich auch Wasserstellen finden. Wenn du dich für Schafe interessiert, dann kann ich dir ein Buch empfehlen. Es heißt "Das Schaf", ist von Veronika Straaß und erzählt dir alles, was du über Schafe wissen möchtest. Dort habe ich auch die Informationen über den guten Geruchssinn der Schafe gefunden.

Viele Grüße
Dein Konstantin

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