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Lexikon

Rinderrassen

Robuste Zottel aus Schottland - Die Hochland-Rinder

Dichtes Fell schützt die Mutterkuh und ihr Kalb vor Wind, Regen und Schnee. (Fotos (3): Sixta Görtz)
Mutterkuh und Kalb im Portrait.
Häufig weiden Schottische Hochland-Rinder in Naturschutzgebieten.
Mutterkuh und Kalb auf der Weide.
Mutterkuh und Kalb im Profil.

Wie ein Vieh aus der Urzeit sieht sie aus, die Kuh auf der Weide. Ihr ganzer Körper ist mit langen Zotteln bedeckt. Ein dichter Pony hängt ihr von der Stirn in die Augen, zwei spitze Hörner stehen weit vom Kopf ab und an den Ohren wachsen dichte Fellbüschel. Ihr zotteliges Kalb steht neben ihr und guckt schon selbstbewusst in die Welt.

Bei jedem Wetter draußen

Die beiden Vierbeiner sind schottische Hochland-Rinder. Ihre Vorfahren kamen  aus Schottland, wo es hohe, baumlose Berge gibt. Meistens ist es dort kalt und der Wind fegt über das Land. Deshalb haben diese Rinder ein besonders dickes Fell. Weil sie Tag und Nacht, Sommer und Winter draußen gehalten werden, sind sie besonders widerstandsfähig. Entdecken kann man sie vor allem in Naturschutzgebieten, schlecht zugänglichen Tälern oder in sumpfigen Gebieten. Dort durchstreifen sie das Land, fressen und halten dabei die Wiesen und Weiden kurz und frei von Gebüsch. So ersetzen sie an manchen Orten in Deutschland die Mähmaschine.

Rinderrassen und biologische Vielfalt

Holsteinrinder sind unsere häufigsten Rinder. Es gibt sie in schwarzbunt und rotbunt (unten). (Foto: Marco Barnebeck / pixelio.de)
Schwarzbuntes Holsteinrind.
(Foto: Volker Hausmann / pixelio.de)
Rotbuntes Holsteinrind.
Glanrinder wurden früher als Zugtiere eingesetzt. Heute sind sie selten und werden nur noch auf wenigen Höfen gehalten. (Foto: myself cc-by-sa 3.0)
Glanrinder - Kühe und Kälber
Besonders selten: Das Murnau-Werdenfelser Rind. Es kommt aus dem Schwarzwald. (Foto: Pippo-b cc-by-sa 3.0)
Murnau-Werdenfelser Kuh im Profil

Vielleicht hast du selbst schon mal Schottische Hochland-Rinder auf einer Weide gesehen. Sie sind bei uns aber nicht häufig. Es gibt zwar insgesamt auf den deutschen Bauernhöfen 41 verschiedene Rinderrassen, aber von manchen Rassen gibt es besonders viele Tiere, während andere nur von ganz wenigen Landwirten gehalten werden.

Das liegt daran, dass Rinder heute vor allem viel Milch geben sollen. Die Hälfte aller Rinder in Deutschland gehören deshalb zur Rasse "Deutsches Holstein", deren Kühe besonders viel Milch geben. Früher war das anders - da waren die Rinder Alleskönner. Sie lieferten Milch und Fleisch und mussten den Pflug oder den Heuwagen ziehen.

Besondere Eigenschaften

Weil die Rinder heute vor allem Milch geben sollen, werden meistens nur diejenigen Rinderrassen weitergezüchtet, die das besonders gut können. So drohen jedoch die wertvollen Eigenschaften der anderen Rassen verloren zu gehen. Denn jede Rinderrasse unterscheidet sich von der anderen: Manche geben viel Milch, andere sind stark und muskulös und ihr Fleisch deshalb besonders gut. Wieder andere sind robust, besonders trittsicher im Gebirge oder widerstandsfähig gegen alle möglichen Krankheiten. Weil die Rassen so unterschiedlich sind, ist jede einzelne von ihnen wichtig für die biologische Vielfalt.

"Arche" - Höfe für seltene Arten

Deshalb gibt es Landwirte, die sich für den Erhalt bestimmter seltener Haustier-Rassen besonders einsetzen. Sie betreiben sogenannte "Arche-Höfe". Der Name soll an die Arche Noah erinnern. Auf den Arche-Höfen leben Rinder, Schweine oder Pferde, die es auf vielen Bauernhöfen schon längst nicht mehr gibt. Wenn sie Nachwuchs bekommen, vererben sie ihre besonderen Eigenschaften weiter. So wird verhindert, dass diese Eigenschaften verloren gehen. Denn wer weiß: Vielleicht kommt es in Zukunft auf ganz andere Fähigkeiten an als heute...

Zum Weiterlesen...

Wenn du wissen willst, was genau das Wort "biologische Vielfalt" bedeutet,

lies hier weiter.

Hier erfährst du mehr darüber, wie sich die Landwirtschaft bei uns in den letzten Jahren verändert hat und was das für die wild lebenden Tiere bedeutet. Außerdem erfährst du, was ein Biobauer macht:

Zur Landwirtschaft.

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Malwettbewerb: Die Gewinner

Passend zum Thema Rinderrassen hatten wir alle Naturdetektive zu einem Malwettbewerb aufgerufen. Viele tolle Bilder haben uns erreicht und Konstantin hatte alle Hände voll zu tun, die schönsten Bilder auszuwählen.

Die Gewinner:

1. Preis: Jette Lienland (9 Jahre) aus Rheda-Wiedenbrück.
Kuhgemälde 1. Preis
2. Preis: Tiara Spiering (9 Jahre) aus Ratingen.
Kuhgemälde 2. Preis
3. Preis: Malve Bormann (7 Jahre) aus Spenge.
Kuhgemälde 3. Preis