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Lexikon

Kaltblutpferde

Ruhige Arbeiter mit kühlem Kopf

Rückepferde ziehen die gefällten Baumstämme aus dem Unterholz.(Foto: Stephan Mense cc-by-sa 3.0)
Zwei Rückepferde im Wald
Kaltblut-Pferde sind stark und muskulös.(Foto: Frederique Passant cc-by-sa 3.0)
Kaltblut-Schimmel mit Geschirr.

Wenn Oskar seine Muskeln anspannt und sich richtig ins Zaumzeug legt, dann kann er Berge versetzen - zumindest beinahe. Oskar ist ein Rückepferd und arbeitet im Wald. Seine Aufgabe ist es, gefällte Baumstämme durch das Unterholz bis zum nächsten Weg zu ziehen. Dabei muss er sich ganz schön anstrengen, denn die Stämme sind schwer. Doch Oskar spannt die Muskeln an, schnaubt ein paarmal - und dann rutscht der schwere Stamm, der mit Ketten an Oskars Zaumzeug befestigt ist, zwischen den Bäumen durch.


"Ardenner" sind richtige Kraftpakete und können mehr als 800 Kilogramm wiegen. (Foto: gemeinfrei)
Ardenner-Kaltblut.

Oskar ist ein Kaltblutpferd, ein echtes Kraftpaket. Seine Hufe sind so groß wie Kuchenteller und er bringt mehr als 800 Kilogramm auf die Waage. Zum Vergleich: Reitpferde, die du zum Beispiel aus der Reitschule kennst, wiegen meist so zwischen 500 und 600 Kilogramm. Übrigens heißen Kaltblüter nicht so, weil sie kaltes Blut haben, sondern weil sie besonders ruhige Tiere sind - auch mitten zwischen lärmenden Maschinen bleibt Oskar immer cool. Deshalb kann man ihn und seine Verwandten so gut als Arbeitspferde einsetzen.

Fleißiger Muskelprotz im Wald

Auch mit dem Holzrücker kann man Stämme aus dem Wald ziehen... (Foto: J.-J. Sydow cc-by-sa 3.0)
Holzrücker im Solling.
...aber schonender geht es mit dem Rückepferd. (Foto: Douglas Mars cc-by-sa 3.0)
Rückepferd mit Stamm und Fuhrmann.

Früher gab es Arbeitspferde auf jedem Bauernhof. Sie zogen zum Beispiel den Pflug über den Acker. Das war eine harte Arbeit, für die starke, muskulöse Pferde benötigt wurden. Im Laufe der Zeit haben Traktoren und andere Landmaschinen die Kaltblut-Pferde auf den Bauernhöfen ersetzt. In der Waldarbeit jedoch werden die Tiere immer noch gebraucht - und es werden immer mehr.

Im steilen, felsigen Gelände oder auf nasseren Böden ist Oskar gegenüber dem schweren Forstschlepper klar im Vorteil. Er macht den empfindlichen Waldboden nicht so kaputt, schlägt um seltene Pflanzen einen Bogen, macht kaum Lärm und stößt keine Abgase aus.

Deshalb ist Oskar längst nicht der einzige fleißige Muskelprotz in unseren Wäldern. Immer mehr Kaltblut-Pferde arbeiten in der Forstwirtschaft - vor allem in Naturschutzgebieten. Geführt wird Oskar von seinem Fuhrmann, der ihn mit Kommandos zwischen den Bäumen hindurch leitet. Übrigens: Nach sechs Stunden ist Schluss - dann hat Oskar Feierabend. Und den genießt er auf der Weide, genau wie andere Pferde auch.

Warum werden diese Pferde "Kaltblüter" genannt?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A- weil sie kaltes Blut haben
B - weil sie auch im Winter keinen Stall brauchen.
C Weil sie ein ruhiges Temperament haben und immer cool bleiben.

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