Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Urviecher - bis heute quietschlebendig

Als ein Meteorit vor 65 Millionen Jahren auf die Erde krachte, beendete er das Zeitalter der Dinosaurier und löschte die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten aus. Die andere Hälfte überlebte und entwickelte sich unaufhaltsam weiter. Neue Arten entstanden, pflanzten sich fort und passten sich an. Und schließlich wurden daraus im Laufe vieler Millionen Jahre die Tiere und Pflanzen, die wir heute kennen.

Doch einige Urviecher machten da nicht mit. Sie blieben einfach so, wie sie waren - und leben immer noch unter uns. Drei dieser quietschlebendigen Fossilien lernst du diese Woche kennen.

Seit der Dinozeit erfolgreich: Meeresschildkröten

Eine Unechte Karettschildkröte. Ihre Vorfahren lernten schon vor 160 Millionen Jahren das Schwimmen.(Foto: pixabay)
Schildkröte im blauen Meer.

Als die ersten Schildkröten ins Wasser stiegen, um ihr Leben in Zukunft im kühlen Nass zu verbringen, da wimmelte es an Land von Dinosauriern. Das ist 164 Millionen Jahre her. Als dann der Meteorit den Dinos den Garaus machte, zeigten die Schildkröten den Echsen eine lange Nase und drehten im Meer weiter seelenruhig ihre Runden - und sie schwimmen immer noch! Meeresschildkröten sind uralt und haben sich in Millionen von Jahren kaum verändert. Sogar ihre Eier legen sie noch an Land, genau wie ihre Verwandten, die Landschildkröten - deren Stammbaum übrigens noch länger ist.

Tierisches Kuddelmuddel: Das Schnabeltier

(Foto: Stefan Kraft cc-by-sa)
Schnabeltier unter Wasser.

Rund 165 Millionen Jahre hat ein Tier auf dem Buckel, das aussieht wie eine Fehlschaltung der Evolution. Es hat einen Schnabel, aber auch Fell. Es legt Eier, aber säugt seine Jungen. Es hat Flossen wie ein Fisch, atmet aber mit Lungen. Das ganze Kuddelmuddel nennt sich "Schnabeltier" und wirkt so, als hätte es sich nicht richtig für eine Tiergruppe entscheiden können. Aber seine Unentschlossenheit hatte Erfolg: Bis heute leben putzmuntere Schnabeltiere in australischen Flüssen, wo sie Höhlen in die Uferböschung graben und dort in mehreren Metern Tiefe ihre Eier legen. Wenn die Jungen schlüpfen, müssen sie ihrer Mami die Milch aus dem Fell lecken. Zitzen zum Säugen hat das Schnabeltier nämlich nicht.

Überbleibsel aus dem Urmeer: Pfeilschwanzkrebse

Der sieht wirklich aus wie ein Urviech: Seit vielen Millionen Jahren schwimmen Pfeilschwanzkrebse durch die Ozeane. Sie können fast einen Meter lang werden. (Foto: Shubham Catterjee cc-by-sa 3.0)

Wenn man den Pfeilschwanzkrebs so anschaut, wundert es nicht, dass seine Vorfahren schon vor unvorstellbaren 450 Millionen Jahren durch die Urmeere geschwommen sind: Mit seinem dicken Panzer wirkt er unbesiegbar. Als die Tiergattung der Pfeilschwanzkrebse entstanden ist, gab es auf der Erde noch nicht einmal Dinosaurier! Seit 250 Millionen Jahren hat sich sein Aussehen nicht mehr verändert. Offensichtlich ist diese Form unschlagbar! Pfeilschwanzkrebse leben heute an der Atlantikküste der USA und in den tropischen Meeren Asiens.

Seit wann haben sich die Pfeilschwanzkrebse nicht mehr verändert?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A- seit 250 Millionen Jahren.
B - seit 125 Millionen Jahren
C - seit 450 Millionen Jahren.

zurück