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Lexikon

Braunbären


Ein besonders "freundlicher" Braunbär im Zoo. (Foto: Brongaeh cc-by-sa 2.0)
winkender Braunbär

Wenn du beim Wort "Braunbär" vor allem an Teddys denkst, wird es höchste Zeit, mehr über diese Tiere zu erfahren. Auch, wer nur die massigen Grizzlys oder die riesigen Kodiakbären aus dem Zoo und aus dem Fernsehen im Kopf hat, kann noch eine Menge dazulernen. Denn Braunbären sind nicht süß und kuschelig, aber auch keine Menschenfresser.

Wie groß sind Braunbären eigentlich?

Der größte und schwerste Braunbär ist der Kodiakbär. (Foto: gemeinfrei)
Kodiakbär im Gebüsch.

Braunbären gibt es in mehreren Unterarten. Die größten und schwersten Braunbären sind die Kodiakbären. Sie leben auf der Insel Kodiak im Pazifik, die zu Alaska gehört. Wenn sich ein Kodiakbär aufrichtet, dann kann er fast drei Meter groß sein. Auch Grizzlybären, die vor allem im Norden der USA und in Kanada zu Hause sind, gehören zu den größeren Bären und können mehr als 600 Kilo wiegen.

Hier bei uns kannst du solchen Riesen aber nicht begegnen. Unser europäischer Braunbär ist nämlich nicht ganz so massig. In Schweden zum Beispiel bringen die Tiere rund 200 Kilogramm auf die Waage, die südosteuropäischen Braunbären sogar nur rund 100 Kilo.

Braunbären in Europa

Junge Braunbären sind verspielt. (Foto: gemeinfrei)
Junger Braunbär liegt im Gras.
Ein Braunbär aus Rumänien geht auf der Straße spazieren. (Foto: gemeinfrei)
Braunbär auf Straße in Karpaten.

Braunbären in Europa leben vor allem dort, wo nur wenige Menschen wohnen. Es gibt sie in den Wäldern in Nord-Norwegen, Schweden und Finnland, aber auch in den Alpen und in den Gebirgen in Süd- und Osteuropa - zum Beispiel in den Pyrenäen und den Karpaten. Die meisten europäischen Braunbären leben in Russland und Rumänien.

Braunbären gehen auf weite Streifzüge und legen dabei manchmal hunderte von Kilometern zurück - immer auf der Suche nach Nahrung. Meist fressen sie Beeren und Nüsse, jagen aber auch Mäuse und Hasen oder die Jungtiere von Reh und Hirsch. Besonders im Herbst sind Bären verfressen, denn jetzt müssen sie sich einen Speck-Vorrat für die Winterruhe anfressen. Wenn es richtig kalt wird und es draußen nicht mehr genug zu futtern gibt, krabbeln sie in ihre Höhle und verbringen dort den Winter. Bärenhöhlen sind meist selbst gegrabene Löcher in der Erde, manchmal aber auch natürliche Höhlen und Felsspalten.

Nachwuchs bei Familie Bär

Mehr als zwei Jahre lang bleiben die jungen Braunbären mit ihrer Mutter zusammen. Danach müssen sie alleine klarkommen. (Foto: gemeinfrei)
Zwei junge Braunbären.

Während die männlichen Braunbären ihre Winterruhe genießen können, haben die Weibchen zur selben Zeit schon wieder alle Hände voll zu tun: Ungefähr alle drei Jahre bringen sie zwischen Januar und März in der Winterhöhle ihren Nachwuchs zur Welt. Die zwei bis drei Baby-Bären sind nicht größer als ein Meerschweinchen und haben kaum Fell.

Weil die Bären-Muttermilch aber besonders nahrhaft ist, sind die Kleinen zum Ende der Winterruhe im Mai schon zu richtigen Wonneproppen von 15 Kilogramm herangewachsen und können ihrer Mutter nach draußen folgen. Ganze zwei Jahre lang lassen sich die Kleinen von Mutti versorgen. Spätestens, wenn die Bärin nach drei bis vier Jahren wieder Nachwuchs erwartet, ist aber Schluss mit den fetten Jahren: Dann vertreibt sie ihre Nesthocker.

Könnten Bären auch in Deutschland leben?

Ein junger Braunbär mit dem typischen hellen Fell im Nacken. (Foto: gemeinfrei)
Jungtier.
In Deutschland gibt es bisher noch keine Europäischen Braunbären.(Foto: gemeinfrei)
Europäischer Braunbär auf Wiese.

Bären in Deutschland - das ist ein etwas heikles Kapitel. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts gibt es bei uns keine Bären mehr. Doch bei ihren Wanderungen kann es vorkommen, dass Bären aus Österreich unbemerkt einen Schritt über die Grenze wagen.

Ein Bär ist dabei im Juni 2006 sogar berühmt geworden. Von den Zeitungen wurde er "Bruno" genannt. Als Bruno in Bayern umherstreifte, bekam er ziemlich schnell den Titel "Problembär", weil er keine Scheu vor Menschen hatte und Schafe riss, Hühnerställe in Aufruhr brachte und Bienenstöcke leer räumte. Nach vier Wochen in Deutschland wurde er erlegt.

Inzwischen haben Forscher herausgefunden, was bei Bruno schief gelaufen war: Seine Mutter hatte ihm beigebracht, dass man bei den Menschen Futter findet. Sie selbst war nämlich regelmäßig von Menschen gefüttert worden, die die wild lebende Bärin für eine "Touristenattraktion" hielten. So lernte auch Bruno, dass Schafe und Hühner viel leichter zu bekommen sind als Wildtiere, die man erst jagen muss. Das "Problem" war also nicht der Bär, sondern die Menschen, weil sie sich gegenüber einem Wildtier falsch verhielten. Bruno musste die Unkenntnis der Menschen mit dem Leben bezahlen.

Ob Bären in Zukunft auch wieder in den deutschen Alpen heimisch werden könnten, ist ungewiss.

Wie heißen die größten Braunbären?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A- Grizzlybären.
B - Europäische Braunbären
C - Kodiakbären

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