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Lexikon

Traubeneiche - Baum des Jahres 2014


Die Eicheln der Traubeneiche sitzen nicht einzeln, sondern in Trauben am Zweig. (Foto: Nikanos_cc-by-sa 2.5)
Eicheln der Traubeneiche

An eines der größten und ältesten unserer heimischen Lebewesen wird in diesem Jahr besonders erinnert: Die Traubeneiche ist Baum des Jahres 2014. Sie gehört zu den langlebigsten Bäumen. Manche Exemplare sollen mehr als 1000 Jahre alt sein. Woran du die Traubeneiche erkennen kannst und was sie so wertvoll macht, erfährst du hier.

Wie sieht eine Traubeneiche aus?

Eine schöne alte Eiche. (Foto: Pierre J. cc-by-sa 2.5)
Allein stehender Eichenbaum.

Die Traubeneiche und ihre Schwester, die Stieleiche, bilden große Baumkronen aus. Sie haben eine rissige Baumrinde und rundlich eingekerbte Blätter. Die Früchte der Eiche nennt man Eicheln. Sie bilden im Herbst eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Waldtiere.

Eichen wachsen recht langsam und brauchen zum Wachsen viel Licht. Deshalb vertragen sie sich zum Beispiel nicht so gut mit Buchen, die auch im Schatten wachsen können. Sobald die Buchen etwas größer sind, nehmen sie den jungen Eichen das Licht weg, so dass diese eingehen. Eichen kommen deshalb häufig dort vor, wo Buchen nicht wachsen können, zum Beispiel auf sandigen oder nährstoffarmen Böden.

Lebensraum Traubeneiche

Hirschkäfer sind Bewohner von Eichenwäldern. (Foto: J.F. Gaffard cc-by-sa)
Hirschkäfer-Männchen.
Wildschweine lieben Eicheln. (Foto: gemeinfrei)
Wildschwein mit Frischlingen.

Eichen sind Lebensraum und Nahrungsquelle für viele Tiere des Waldes. Allein mehr als 500 Insektenarten sollen auf oder von ihnen leben. Darunter sind auch ganz besonders seltene wie der Hirschkäfer oder der Eremit. Beide Käfer haben sich auf altes Holz spezialisiert, am liebsten von Eichen. Der Hirschkäfer legt seine Eier fast nur in die Wurzeln von abgestorbenen Eichen. Auch der Eremit hat besondere Vorlieben: Seine Larven gedeihen nur in zerfallenem Holz toter Bäume.

Die Bäume halten sogar mühelos eine Invasion von Fressfeinden aus. In manchen Jahren machen sich nämlich die Raupen von Frostspanner, Eichenwickler und Schwammspinner in Massen über die Eichen her und fressen alles ab, was grün ist. Dann treiben die Bäume einfach ein zweites Mal aus.

Im Herbst sind Eichen bei Eichhörnchen, Igeln, Wildschweinen, Hirschen und Rehen beliebt. Dann nämlich ist die Zeit der Eichelreife. Die Früchte der Eiche sind sehr nahrhaft und deshalb bestens für den Wintervorrat geeignet.

Wie nutzen wir Menschen die Traubeneiche?

Diese Eiche im Urwald Sababurg könnte schon 800 Jahre alt sein. Sie steht unter Naturschutz. (Foto: Szent Istvan cc-by-sa 3.0)
Uralte Eiche

Eichenholz ist besonders hart und langlebig. Deshalb wurde es früher im Schiffsbau eingesetzt. Für einen einzigen Dreimaster brauchte man 1200 Eichen - das entspricht einem Eichenwald in der Größe von vier Fußballfeldern! Auch das Gerüst von Fachwerkhäusern besteht häufig aus Eichenbalken. Heute werden aus Eichenholz Möbel gemacht, aber auch Fenster, Türen, Fußböden und Terrassenfliesen.

Eichen werden mit 20 bis 40 Jahren erwachsen und tragen dann zum ersten Mal Eicheln. Bis sie gefällt werden können, vergehen mindestens weitere 100 Jahre. Wenn ihr zu Hause einen Fußboden oder Möbel aus Eichenholz habt, dann wurden die Bäume dafür also schon um das Jahr 1850 herum gepflanzt! Weil die Waldwirtschaft in Deutschland nachhaltig sein soll, werden für gefällte Bäume wieder neue gepflanzt. Damit auch die Menschen im Jahr 2200 noch Eichenholz nutzen können.

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