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Lexikon

Monsun


Nicht überall auf der Erde gibt es vier Jahreszeiten wie bei uns. In den Teilen der Welt, die in der Nähe des Äquators liegen, ist das Jahr in Regenzeit und Trockenzeit eingeteilt. Wann Regenzeit und wann Trockenzeit ist, hat mit dem Stand der Sonne zu tun, aber auch mit einigen großen Luftströmungen, die um den Erdball ziehen. Eine von ihnen, den Monsun, lernst du hier kennen. Er beherrscht in großen Teilen Asiens das Klima, zum Beispiel in den Ländern Indien und Bangladesch.

Sommermonsun: Wenn der große Regen kommt

Barfuß laufen ist bei solchem Regen wohl das Beste... (Foto: Julie Rigsby cc-by 2.0)
Drei Frauen unterm Regenschirm.
Auf dem Schild steht: "Nassester Ort der Welt - Cherrapunjee". (Foto: RMehra cc-by-sa 3.0)
Schild aus Cherrapunji mit englischer Aufschrift.

So einen Regen hast du bei uns in Deutschland noch nie erlebt. Es platscht vom Himmel, als würde jemand Millionen von Badewannen gleichzeitig ausgießen. Tagelang. Komisch, die Leute lassen sich davon gar nicht stören. Manche sind komplett durchnässt. Aber das ist hier in Indien auch nicht so schlimm: Schließlich ist jetzt Sommer und die Temperaturen liegen ständig über 25 Grad - trotz des Regens.

Im Sommer bringt der Monsun riesige Regenmengen. Besonders in Indien und Bangladesch schüttet es dann zwischen Juni und September wochenlang in großen Mengen. Das Städtchen Cherrapunjee in Ost-Indien macht sogar Werbung damit, der nasseste Ort der Welt zu sein. Hier wurden schon 26.000 Millimeter Regen in einem einzigen Jahr gemessen. Zum Vergleich: Die nassesten Regionen in Deutschland bringen es gerade mal auf etwas mehr als 2000 Millimeter pro Jahr!

Warum bringt der Monsun so viel Regen?

Diese Wolken bringen Regen. (Foto: PlaneMad cc-by-sa 3.0)
Frau und Kuh im Regen.
September in Indien. (Foto: Peve.de cc-by-sa)

Der Monsun, der den Regen bringt, heißt "Sommermonsun", denn er weht zwischen Juni und September und kommt immer vom Meer. Dabei bringt er viel Feuchtigkeit mit. Sobald der Monsunwind auf das aufgeheizte Land trifft, bilden sich dicke Regenwolken und entladen sich in heftigen Regengüssen. Im Winter dagegen weht der "Wintermonsun". Er bläst von Oktober bis Februar vom Land auf das Meer, so dass die Wintermonate meist trocken sind.

Schon unter normalen Bedingungen bringt der Monsun im Sommer so viel Regen, dass Teile von Indien und Bangladesch regelmäßig überschwemmt werden. Schlimmer werden diese Überschwemmungen, wenn sich das Klima auf der Erde ändert. Je größer die Temperatur-Unterschiede zwischen Land und Meer oder zwischen niedrigen und hohen Luftschichten sind, desto heftiger werden auch die Regenfälle. Straßen und Wege stehen manchmal meterhoch unter Wasser und viele Menschen verlieren ihr Zuhause.

Die Natur im Monsun

Die selbe Landschaft zur Trockenzeit...
Hügel in der Trockenzeit.
...und zur Regenzeit. (Fotos: Arne Hückelheim cc-by-sa 3.0)
Hügel in der Regenzeit.
Auch die Tiere dürfen während des Sommermonsuns nicht wasserscheu sein... Diese Tigerin schwimmt durch einen Fluss in Nordindien. (Foto: Koshykoshy cc-by 2.0)
Tigerin im Wasser.

Jedes Jahr verwandelt der Monsun die Landschaft. Während des Wintermonsuns trocknet das Land aus, Gräser und Kräuter verdorren und die Bäume werfen ihr Laub ab. Im Sommermonsun jedoch wird das Land in kurzer Zeit wieder üppig grün. Hier überleben vor allem Pflanzen, die den Regen optimal ausnutzen können. Sie blühen, wachsen und keimen in sehr kurzer Zeit und haben meist tiefe Wurzeln, damit sie von den Regengüssen nicht weggeschwemmt werden. Nach dem Ende des Regens sind sie dadurch auch noch möglichst lange mit Feuchtigkeit versorgt.

Und die Menschen?

In Bangladesch gibt es ein Sprichwort. Es heißt: "Wasser ist die Mutter unseres Landes. Es bringt Leben und nicht Tod." Denn obwohl große Teile von Bangladesch jedes Jahr überschwemmt werden, ist das Wasser für die Menschen hier lebenswichtig: Der Monsun füllt die Wasserspeicher und bewässert die Felder. Zu Beginn der Regenzeit wird Reis gepflanzt. Wenn die Pflänzchen jung sind, brauchen sie besonders viel Wasser. Bliebe der Monsun jetzt aus, dann würden die Pflänzchen eingehen und viele Menschen müssten hungern. Deshalb ist für die Menschen in Indien und Bangladesch der Monsun Freund und Feind zugleich.

Wo liegt die Stadt, die damit wirbt, nassester Ort der Welt zu sein?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A- In Ost-Indien
B - In West-Indien
C - In Süd-Indien

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Zum Weiterlesen...

Hier findest du alles über die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter:

Zu den Jahreszeiten.

Und hier kannst du mehr über Regenzeit und Trockenzeit lesen:

Zu Regenzeit und Trockenzeit.