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Lexikon

Bechsteinfledermaus

Waldgeist mit Knopfaugen und Riesenohren

Eine Bechsteinfledermaus an einer Höhlendecke. Die großen Ohren fallen sofort auf. (Foto: gemeinfrei)
Bechsteinfledermaus hängend.
Bechstein-Fledermäuse gehören zu den Mausohren. Hier siehst du ein Großes Mausohr. (Foto: C. Robiller / naturlichter.de cc-by-sa 3.0)
Großes Mausohr im Flug.

Nacht im Wald. Es ist stockfinster. Auf dem Blatt einer Eiche hat ein Nachtfalter einen Rastplatz gefunden. Er ahnt nichts von der Gefahr, in der er schwebt. Plötzlich ein leiser Windhauch und ein einziges Zuschnappen - der Nachtfalter ist verschluckt.

Eine Bechstein-Fledermaus hat den Falter vom Blatt gepflückt. Bechstein-Fledermäuse sind die einzigen Fledermäuse, die auch im dichten Wald jagen. Erst wenn es stockdunkel ist, fliegen sie los - und zischen zielsicher durch die Baumkronen und zwischen Gebüschen hindurch, ohne ein einziges Blatt zu berühren. Am liebsten sind ihnen Laub-Mischwälder. In Nadelwäldern trifft man sie weniger.

Flugkünstler

Ihre großen Ohren sind besonders empfindlich. Deshalb sind Bechstein-Fledermäuse in der Lage, Insekten von den Blättern zu pflücken oder vom Boden aufzulesen. Ihre Flügel sind im Vergleich zum Körper ziemlich breit, so dass sie auf der Stelle fliegen und auf engstem Raum wenden können. Das kommt ihnen bei ihrer Jagd zwischen den Blättern zugute. Genau wie alle anderen Fledermäuse jagen Bechstein-Fledermäuse mit Echo-Ortung. Dank ihrer großen Ohren sind sie darin aber besonders gut.

In Baumhöhlen zu Hause

Als Schlafplatz für den Tag suchen sich Bechstein-Fledermäuse geeignete Baumhöhlen. (Foto: gemeinfrei)
Spechthöhle

Als Waldbewohner suchen Bechstein-Fledermäuse meist Unterschlupf in Baumhöhlen. Hier verbringen sie den Tag und hier bringen sie auch ihre Jungen zur Welt. Wenn der Nachwuchs da ist, dann schließen sich die Weibchen zu großen Gruppen zusammen, die man "Wochenstuben" nennt. In den Wochenstuben spielen die Mütter für fremde Kinder auch mal den Babysitter, wenn die anderen Mütter zur Jagd fliegen.

Allerdings ist es für die kleinen Waldgeister nicht immer einfach, geeignete Baumhöhlen zu finden. Die meisten alten Bäume werden in unseren Wäldern gefällt. Ersatz ist dann schwer zu beschaffen, denn junge Bäume haben meist keine Höhlen. In einem naturnahen Wald dagegen, in dem auch alte Bäume stehen bleiben dürfen, gibt es auch mehr Fledermäuse. Dort finden sie noch genügend geeigneten Unterschlupf.

Wo jagen Bechstein-Fledermäuse?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A - Über offenen Wasserflächen.
B - In Gärten und über Feldern.
C - Im Wald.

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Viel mehr über Fledermäuse kannst du in unserem Monatsthema im April nachlesen. Klick dich mal rein:

Monatsthema April: Fledermäuse

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