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Lexikon

Wiesenotter - Giftschlange in Gefahr!

Die kleinste Giftschlange Europas

Eine Wiesenotter. (Foto: Tiergarten Schönbrunn)
Wiesenotter im Gras.
Eine Wiesenotter ganz nah. (Foto: Pellinger Attila cc-by-sa 3.0)
Wiesenotter Nahaufnahme.
Feuchtwiesen wie diese gibt es auch am Grünen Band. (Foto: Haynold cc-by-sa 3.0)
Feuchtwiese mit Knabenkraut.

Ähnlich wie ein Wespenstich fühlt es sich an, wenn die Wiesenotter zubeißt. Sie ist die kleinste europäische Giftschlange und ihre Giftdrüsen deshalb auch ziemlich winzig. Ihre Beutetiere aber bringt sie damit mühelos zur Strecke. Auch wenn der Schlangenbiss für Menschen nicht gefährlich ist - für Eidechsen, Frösche, Heuschrecken und junge Mäuse ist er tödlich.

Wiesenotter ohne Wiese

Wiesenottern waren früher in Mittel- und Südeuropa weit verbreitet. Heute gibt es nur noch wenige von ihnen. Sie leben unter anderem am Grünen Band, einem Naturstreifen, der sich längs durch ganz Europa zieht. Dort gibt es noch viel unberührte Natur. Glück für die Wiesenotter, denn andernorts ist ihr der Lebensraum abhanden gekommen.

Am Grünen Band

Wiesenottern leben in Feuchtgebieten und Graslandschaften, aber in vielen Ländern wurden Feuchtgebiete trockengelegt und Wiesen in Äcker umgewandelt. So ist die Wiesenotter zum Beispiel in Deutschland und Österreich schon ausgestorben, in anderen europäischen Ländern leben nur noch wenige. Nur in den Feuchtgebieten und Flusslandschaften in der Nähe des Grünen Bandes können sie sich noch ohne Hilfe vermehren.

Wie sehen Wiesenottern aus und wo leben sie?

Eine Wiesenotter. Hier kannst du gut das dunkle Zickzackmuster auf dem Rücken erkennen. (Foto: gemeinfrei)
Wiesenotter
Dies ist eine Karstotter, die im Gebirge in Südeuropa vorkommt, zum Beispiel in Kroatien. (Foto: Benny Trapp cc-by 3.0)
Karstotter auf Felsen kriechend.

Wiesenottern haben ähnlich wie Kreuzottern einen dunklen Zickzack-Streifen auf dem Rücken. Ihre Seiten sind eher hell. Der Kopf ist kaum vom Körper abgesetzt und ihre Schnauze rund. Wiesenottern werden nicht länger als einen halben Meter und sind sehr schlank. Um möglichst viel Sonnenlicht aufzunehmen, können sie sich aber auch ganz platt auf den Boden drücken.

Weil die Wiesenotter so selten ist, wirst du ihr wahrscheinlich nicht über den Weg laufen. Ihre Verwandte, die Karstotter, gibt es dagegen noch etwas häufiger. Sie sieht ihrer Schwester sehr ähnlich, lebt aber nicht in Feuchtgebieten, sondern im Gebirge - zum Beispiel in Kroatien. Dort kommt sie ungefähr ab 1000 Metern Höhe vor.

Warum und wie werden Wiesenottern geschützt?

Laubfrosch auf einem Rohrkolben. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa 3.0)
Laubfrosch sitzt auf der Spitze eines Rohrkolbens.
Wenn Feuchtwiesen erhalten bleiben, ist das auch für andere Tierarten gut. Hier siehst du einen Weißstorch auf der Suche nach einem Leckerbissen. (Foto: Zottelpueppi cc-by-sa)
Weißstorch in einer Wiese.

Wiesenottern sind nicht die einzigen Tiere, die darunter leiden, wenn Feuchtgebieten austrocknen. In der vorletzten Woche hast du beim Laubfrosch schon dasselbe gelesen. Auch viele andere Tier- und Pflanzenarten werden vertrieben oder sterben aus, wenn solche Lebensräume zu klein oder sogar ganz zerstört werden. Am schnellsten verschwinden diejenigen Arten, die sich schlecht anpassen können - wie zum Beispiel Laubfrosch und Wiesenotter.

Deutliche Warnung

Solche Tierarten sind für den Naturschutz sehr wichtig, denn sie zeigen an, ob ein Lebensraum in Gefahr ist oder sich wieder erholt. Wenn die empfindlichen Arten verschwinden, dann trifft es auch bald die weniger empfindlichen - eine deutliche Warnung. Dann muss man schnell etwas gegen die Zerstörung des Lebensraumes tun. Und andererseits gilt: Erst, wenn die empfindlichen Arten zurückkehren, war der Naturschutz wirklich erfolgreich.

Aufzuchtprogramm für Wiesenottern

Deshalb setzen sich Naturschützer für die Wiesenotter ein. In Ungarn gibt es sogar eine Zuchtstation für Wiesenottern. Wenn sie erwachsen sind, werden die Schlangen in einem Feuchtgebiet ausgewildert, das die Organisation extra gekauft hat. Dort soll ihr Lebensraum gesichert werden - und das kommt auch vielen anderen seltenen Tier- und Pflanzenarten zugute.

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