Bundesamt für Naturschutz BfN

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Lexikon

Überfischte Meere

Wie steht es um unsere Speisefische?

Makrelen jagen in großen Schwärmen.(Foto: BfN)
Makrelen im Schwarm.
Die Fangquoten für Meeresfische waren in der Vergangenheit häufig zu hoch. Dieses Schleppnetz ist voller Granatbarsch.(Foto: Tasja Schürg / BfN)
Trawler mit gefülltem Netz.
Eine Scholle. (Foto: Severine Bär / BfN)
Scholle am Meeresgrund.
Ein Dorsch. (Foto: Sven Gust / BfN)
Dorsch über Tang.
Mit Grundschleppnetzen wird der Meeresboden abgefischt. Dabei werden Riffe zerstört und viele Meerestiere getötet.(Foto: Aschendorf)
Grundschleppnetz mit Scherbrett an Bord.
Dieser Dorsch wurde mit einem Stellnetz an der Küste gefangen. (Foto: BfN)
Dorsch im Stellnetz.
Wissenschaftler probieren eine Fischfalle aus. (Foto: Pusch / BfN)
Zwei Wissenschaftler mit leerer Fischfalle.
Hier ist ein Dorsch in die Fischfalle gegangen. (Foto: Pusch / BfN)
Dorsch in Fischfalle.
Ein Schwarm Heringe. (Foto: Sven Gust / BfN)
Heringe im Schwarm.

Die Überfischung der Meere, auch in Nord- und Ostsee, ist ein großes Problem für die Artenvielfalt. Viele Speisefische sind selten geworden, weil sie zu sehr befischt werden. Zwar gibt es jedes Jahr neue "Fangquoten", die genau festlegen, wie viel von einer Fischart gefangen werden dürfen. Die festgelegten Mengen sind aber in der Vergangenheit meist viel zu hoch gewesen.

Warum ist das so?

Obwohl Wissenschaftler jedes Jahr aufs Neue Fangmengen empfehlen, die den Schutz der Fischbestände gewährleisten sollen, haben sich die verantwortlichen Minister der Europäischen Union (EU) in früheren Jahren immer wieder auf viel größere Mengen geeinigt. Das hat dazu geführt, dass einige Fischbestände in Europa so stark zurück gegangen sind, dass sie sich kaum erholen können.

Andere Gefahren für die Meerestiere

Nicht nur die festgelegten Fangmengen sind eine Gefahr für die Meerestiere, sondern auch viele Fangmethoden der Fischindustrie. Fangschiffe mit riesigen, feinmaschigen Schleppnetzen sind zu jeder Jahreszeit im Meer unterwegs. Auch Jungfische werden mitgefangen, die eigentlich erst noch wachsen und sich fortpflanzen müssten. Sie durften bisher nicht verkauft werden. Die Folge: Sie wurden über Bord geworfen, waren beim Fang aber meist schon getötet worden.

Fischen mit Grundschleppnetzen

Manche Schiffe ziehen auch Grundschleppnetze am Meeresboden entlang, die von großen schweren Metallbrettern offen gehalten werden. Dabei zerstören sie die Riffe und pflügen den Meeresgrund um. Viele Bodenlebewesen werden dabei vernichtet. Darüber hinaus geraten in die Netze auch viele Tiere, die sich nicht zum Verkauf eignen und wieder über Bord geworfen werden müssen. Die meisten Tiere überleben das nicht.

Gefahren durch Stellnetze

Die Stellnetze an der Küste, mit denen zum Beispiel Plattfische und Dorsche gefangen werden, können für Seevögel und Schweinswale zur tödlichen Falle werden. Die feinen Netze sind unter Wasser kaum zu sehen, so dass sich tauchende Seevögel darin verfangen und ertrinken. Auch den Walen ergeht es so, wenn sie die Netze nicht rechtzeitig orten können.

Was wird zum Schutz der Meerestiere getan?

Die zuständigen Minister der Küstenstaaten in Europa haben sich jetzt darauf geeinigt, in Zukunft geringere Fangmengen festzulegen, damit sich die Fischbestände in Nord- und Ostsee erholen können. Das wollen die Staaten auch besser kontrollieren als bisher. Zugleich sollen schonendere Fangmethoden eingesetzt werden und keine Meerestiere mehr als Beifang über Bord geworfen werden. Forscher im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz probieren verschiedene Fangmethoden aus, die in den nächsten Jahren in der Fischerei eingesetzt werden sollen. So soll der Artenreichtum von Nord- und Ostsee auf Dauer gesichert werden.

Welchen Fisch kann man essen?

Fisch ist lecker und gesund. Und nicht alle Fischarten sind bedroht oder werden mit umstrittenen Fangmethoden gefischt. Der große Naturschutzverband "WWF" hat eine Liste mit allen Fischarten erstellt und bringt regelmäßig Einkaufsratgeber heraus, in denen du genau nachlesen kannst, welche Fischarten du ohne schlechtes Gewissen essen kannst.

Den Fischratgeber findest du auch im Internet. Die Seite ist etwas schwierig zu bedienen. Am besten schaust du dir sie mit deinen Eltern zusammen an.

Zum Fischratgeber des WWF.

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