Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Kaltwasserkorallen

Schätze der Tiefsee

Weil die Korallen der Tiefsee noch kaum erforscht sind, haben sie nur lateinische Namen - wie diese Steinkorallen mit dem Namen "Lophelia pertusa" und "Madepora oculata". Auf ihnen tummeln sich Schlangensterne.(Foto: NOAA Library Expl0006 wikimedia commons)
Korallen und Schlangensterne.
In der Tiefsee wachsen Korallen extrem langsam. So brauchen sie Jahrhunderte für solche Gebilde.(Foto: NOAA Library Expl2314 wikimedia commons)
Weiße Koralle.
Dieses orangefarbene Exemplar heißt "Paramurciea placomus" und gehört zu den Hornkorallen. (Foto: Sven Gust)
Orangefarbene Koralle in Nahaufnahme.

In der Tiefsee ist es dunkel und kalt - und sie ist wenig erforscht. Denn nur unter großem Aufwand, mit bemannten oder unbemannten Tauchfahrzeugen, können wir Menschen überhaupt dort hinunter. Und doch wimmelt es an manchen Stellen der Tiefsee nur so vor Leben: Auf Riffen tief unten im kalten Wasser des Nord-Atlantiks stießen Wissenschaftler auf Korallen!

Korallenriffe in der Tiefsee sind fast ebenso bunt wie ihre Verwandten im tropischen Flachwasser. Auch sie sind Tummelplätze für viele Arten von Meerestieren. Für Fische bilden sie Laichplätze und Kinderstuben, für Krebse, Tiefsee-Seeigel oder Schlangenseesterne reiche Nahrungsgründe. Doch weil es in ihrem Lebensraum stockfinster ist, ernähren sie sich ganz anders als die tropischen Korallen. Mit ihren feinen Tentakeln filtern sie Plankton aus dem Wasser - also winzige Kleinstlebewesen.

Doch auch die sind in der Tiefsee selten. Deshalb kommen die Korallenriffe vor allem dort vor, wo das Wasser mehr Nährstoffe enthält: Zum Beispiel an warmen vulkanischen Quellen oder in Gebieten mit besonders starken Meeresströmungen. Das kann in 50 Metern Tiefe in einem kalten Fjord in Norwegen sein oder in 3000 Metern Tiefe weit draußen im Nordatlantik. Und selbst dort ist der Tisch für die Korallen längst nicht so reich gedeckt wie in tropischen Gewässern. Deshalb wachsen Kaltwasserkorallen extrem langsam.

Gefahr für die Korallen-Schatzkiste

Die Kaltwasserkoralle "Lophelia pertusa". (Foto: Jan Steffen / Geomar - Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel)
Koralle in Nahaufnahme.
Mit solchen Tauchbooten können die Meeresbiologen die Korallenriffe erforschen. (Foto: Jagoteam / Geomar - Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel)
Tauchboot im Meer.

Umso schlimmer ist es, wenn die Korallenriffe geschädigt werden, zum Beispiel, weil sich Schadstoffe aus der Luft im Meerwasser anreichern. Auch die Fischerei kann eine Gefahr für die Korallen darstellen: Schleppnetze, die heute bis in 1500 Metern Tiefe fischen können, könnten die Riffe zerstören. Und schließlich vermuten die Wissenschaftler, dass auch die Überfischung bestimmter Fischarten den Lebensraum am Korallenriff verändern könnte.

Meeresbiologen erforschen deshalb die Korallenriffe, tauchen mit Tauchfahrzeugen in die Tiefe und machen auch Experimente im Labor. So können sie feststellen, ob sich die Korallenriffe verändern. Dabei haben sie bereits eine interessante Entdeckung gemacht: Die Luftschadstoffe im Meer sind für die Korallen wahrscheinlich weniger schlimm als befürchtet.

Kurzfilm: Kaltwasserkorallen in der Tiefsee

Forscher entdeckten Riffe aus Steinkorallen in der Tiefsee erst mit Hilfe bemannter und unbemannter Tauchfahrzeuge. Manche Arten sind noch kaum bekannt und haben nur lateinische Namen - wie "Lophelia" oder "Madrepora". Im kalten Wasser wachsen diese Korallenarten sehr langsam. Sie brauchen Jahrhunderte, um solch empfindliche Riffe zu bilden. Wissenschaftler von MARUM der Universität Bremen filmten diese Korallenarten und den Tiefsee-Seeigel in mehr als 800 Metern Meerestiefe.

Was ist "Lophelia pertusa"?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A - Ein Schlangenstern
B - eine Steinkorallen-Art
C - ein Tiefsee-Seeigel

zurück

Weiterlesen

Im Artikel "Am Meer" erfährst du mehr über die Nord- und Ostsee. Tauche ein in die Welt der Ozeane vor unserer Haustür:

Zum Meer.

Und hier kannst du nachlesen, wie Pflanzen und Tiere im Meer geschützt werden sollen:

Naturschutz im Meer

Hier findest du mehr über Fischerei in Nord- und Ostsee und erfährst, warum die Europäische Union mehr für den Schutz der Meerestiere tun will:

Überfischte Meere

Lies hier mehr über Kegelrobben und sieh dir zwei Filme über die putzigen Meeressäuger an.

Zu den Kegelrobben.

Hier findest du mehr über die faszinierende Welt der Sandbänke - mit tollen Filmaufnahmen vom Riesenhai!

Zu den Sandbänken.

Stellst auch du dir unter dem Wort "Riff" sonnendurchflutete Korallenriffe der Südsee vor? Dann lass dich überraschen: Auch in Nord- und Ostsee gibt es Riffe. 

Am Riff ist was los

Meeresenten sind pfeilschnelle Flieger und ausdauernde Taucher. Lies hier mehr über die Wasservögel:

Zu den Meeresenten.

Wer geht Nord- und Ostsee auf den Grund? Wie Meeresforscher arbeiten, erfährst du hier:

Meeresforschung.