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Lexikon

Bombardierkäfer

Vorsicht - explosiv!

Der Bombardierkäfer hat in seinem Hinterleib eine gefährliche Waffe. (Foto: Ekkehard Wachmann)
Bombardierkäfer
Den Großen Bombardierkäfer gibt es auch bei uns, zum Beispiel in Heidelandschaften und an Weinbergen. (Foto: gemeinfrei)
Heidelandschaft
Bombardierkäfer aus Amerika. (Foto: Patrick Coin cc-by-sa 3.0)
Bombardierkäfer

Der Erfindungsreichtum der Natur scheint grenzenlos. Eines ihrer Glanzstücke ist der Bombardierkäfer. Er heißt so, weil er seine Feinde mit einer ätzenden, kochend heißen Flüssigkeit bombardiert - ohne selbst in Flammen aufzugehen. Bombardierkäfer gibt es auch bei uns: Der Große Bombardierkäfer lebt in Weinbergen, trockenen Heiden und Trockenwiesen. Für Bioniker ist das wehrhafte Insekt ein spannendes Forschungsobjekt.

Bombiges Gemisch

Und so funktioniert die Käferwaffe: In zwei kleinen Kammern in seinem Hinterleib trägt der Käfer zwei verschiedene Chemikalien spazieren. Einzeln sind die beiden Chemikalien harmlos, aber wenn man sie mischt, entsteht ein gefährlicher Cocktail. Wenn sich der Käfer bedroht fühlt, dann lässt er ein wenig von beiden Chemikalien in eine Sammelkammer in seinem Po laufen, gibt noch ein wenig körpereigenen Beschleuniger hinzu und - Peng! Mit einem lauten Knall spritzt das giftige, 100 Grad heiße Gemisch dem Angreifer genau ins Gesicht.

Treffsicher ins Ziel

Dabei ist der Bombardierkäfer ein Meister der Treffsicherheit, denn die Zellwände in seinem Po sind so verschachtelt, dass er bei Bedarf sogar um die Ecke schießen kann. Und umdrehen muss er sich auch nicht, obwohl seine Waffe im Hinterleib sitzt. Wenn er von vorne angegriffen wird, dann schleudert der Käfer sein Chemiegemisch einfach zwischen seinen Beinen hindurch.

Bombardierfolie: Bionische Abwehr gegen Langfinger

Auf allerkleinstem Raum genau im richtigen Moment zwei Chemikalien mischen und explodieren lassen - das hat Bioniker auf eine Idee gebracht: Sie entwickelten eine dünne Schutzfolie, die nach demselben Prinzip funktioniert. Die Schutzfolie besteht aus winzig kleinen Wabenkammern, die mit zwei Chemikalien gefüllt sind. Wenn die Folie zerstört wird, mischen sich die Flüssigkeiten und es entsteht ein heißer, ätzender Schaum. Mit dieser Folie könnte man zum Beispiel Behälter beschichten, in denen wertvolle Gegenstände oder Geld gelagert werden.

Wo befindet sich die "Waffe" des Bombardierkäfers?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A - In zwei Drüsen an seinem Kopf
B - Unter den Flügeln
C - In seinem Hinterleib