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Lexikon

Wasserspinne

Der Trick mit der Taucherglocke

(Foto: Norbert Schuller cc-by-sa 3.0)
Wasserspinnen-Männchen an Wasserpflanze

Die meisten Spinnen leben an Land und fangen Insekten. Doch es gibt auch eine, die macht es ganz anders: Die Wasserspinne. Sie lebt in sauberen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern und jagt kleine Wassertiere. Ihr ganzes Leben verbringt sie unter Wasser - und atmet trotzdem Luft. Wie macht sie das?


Hier kannst du das silbrig glänzende Luftpolster am Hinterleib der Spinnen gut erkennen. (Foto: Norbert Schuller cc-by-sa 3.0)
Wasserspinnenpaar an Wasserpflanzen.
Die Weibchen sind etwas kleiner als die Männchen. Auch diese Spinne trägt ein Luftpolster. (Foto: Norbert Schuller cc-by-sa 3.0)
Wasserspinnenweibchen an Wasserpflanzen.
Hier siehst du die Tauchblase einer jungen Wasserspinne. (Foto: Werner Oertel)
Wasserspinne mit Tauchblase.

Auf Tauchstation

Die Wasserspinne hat einen genialen Trick auf Lager: Sie trägt ihre eigene Taucherglocke mit sich. Ihr Körper ist nämlich mit feinsten verzweigten Härchen bedeckt, ähnlich wie ein kurzes Fell. Wenn sie den Hinterleib über die Wasseroberfläche streckt und dann zurückzieht, bleibt die Luft zwischen den Härchen gefangen. Die Spinne ist dann von einer Lufthülle umgeben, in der sie atmen kann.

Ein Haus aus Luft

Doch das ist noch nicht alles: Die Wasserspinne jagt nicht nur im Wasser, sondern wohnt auch dort. Zu diesem Zweck baut sie sich eine ganze Tauchstation. Das macht sie so: Sie spinnt ein Netz, das sie an Wasserpflanzen befestigt.  In der Mitte ist das Netz ganz besonders dicht gewebt. Nun nimmt sie an der Wasseroberfläche immer wieder Luft auf und streift sie unter dem Netz ab. Die Luft steigt nach oben und bleibt unter dem Netz hängen. Nach und nach entsteht dort eine richtige Luftblase, in die die Spinne sich zurückziehen kann. Auch ihre Eier legt sie dort ab und zieht ihre Jungen groß. Genial, oder?

Unterwasserjagd

Von der Luftblase aus spinnt sie ihre Fangfäden zu den Wasserpflanzen. Stößt ein Tier an einen Fangfaden, dann hangelt sich die Spinne blitzschnell an ihm entlang und packt die Beute. Die schleppt sie dann in ihre Tauchstation und frisst sie dort in aller Ruhe auf.

Stoff, der niemals nass wird

Klar, dass solche coolen Ideen der Natur auch menschliche Wissenschaftler auf den Plan rufen. Wie toll wäre es, wenn es Kleidungsstücke gäbe, die die gleichen Eigenschaften hätten wie das Spinnenfell! Die Wissenschaftler experimentierten und schafften es schließlich, einen Stoff zu weben, der nicht nass wird. Sie legten ihn ins Wasser und als sie ihn Tage später herausholten, war er pulvertrocken! Jetzt müssen sie den Stoff nur noch soweit verbessern, dass man ihn wirklich anziehen kann. Das dauert sicher noch ein Weilchen. Die Wissenschaft, mit deren Hilfe wir Menschen uns die besten Erfindungen der Natur zunutze machen, heißt übrigens "Bionik". Mehr darüber im Kasten rechts.

Wie verhindert die Wasserspinne, dass ihre Luftblase an die Oberfläche steigt?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A - Indem sie sie festhält.
B - Gar nicht.
C - Mit einem Spinnennetz.

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Steckbrief Wasserspinne

(Grafik: Fedor Flinzer / gemeinfrei)
Drei Wasserspinnen, Zeichnung

Ordnung:
Webspinnen

Familie:
Gebirgstrichterspinnen

Verbreitung:
Von Großbritannien im Westen bis Japan im Osten

Lebensraum:
Saubere stehende oder langsam fließende Gewässer

Größe:
bis 1,5 Zentimeter

Nahrung:
Kleine Wassertiere, z.B. Flohkrebse, Wasserasseln

Wissenschaftlicher Name:
Argyoneta aquatica

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(Foto: gemeinfrei)
Spinne auf Holzbrett.

Lies alles über Spinnen - im Monatsthema Oktober:.

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