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Lexikon

Schwarzer Kiefernprachtkäfer

Wie der tierische Feuermelder jeden Waldbrand ortet

Wenn der Wald brennt, ist das für die meisten Tiere eine Katastrophe.(Foto: gemeinfrei)
Brennender Nadelbaum.
Nach dem Waldbrand: Überall verkohlte Baumstümpfe. Ein Paradies für den Schwarzen Kiefernprachtkäfer. (Foto: gemeinfrei)
Verkohlte Bäume.
So sieht er aus, der kleine Feuerkäfer: Zwischen 7 und 11 Millimeter lang und unscheinbar schwarz. (Foto: Prof. Helmut Schmitz cc-by-sa 2.5)
Schwarzer Kiefernprachtkäfer auf Rinde.

Für die allermeisten Tiere ist ein Waldbrand eine absolute Katastrophe. Viele verlieren ihr zu Hause und ihre Nahrungsgründe, manche auch ihr Leben. Deshalb gibt es bei Waldbrand für sie nur ein Motto: Nichts wie weg!

Gegen den Strom

Nicht so der Schwarze Kiefern-prachtkäfer. Der fliegt in die Gegenrichtung. Denn wenn irgendwo der Wald brennt, dann beginnt für die Käfer die beste Zeit des Jahres - die Paarungszeit. Aus allen Himmelsrichtungen kommen sie zusammen und paaren sich zwischen den rauchenden Baumstümpfen. Danach legen die Weibchen ihre Eier unter die verkohlte Rinde. Denn das ist der Sinn der Übung: Die Käferlarven fressen mit Vorliebe verbranntes Holz - und sind dabei auch noch vor Fressfeinden sicher. Denn bevor sich die ersten Vögel wieder in den schwarzen Wald trauen, sind aus den kleinen Leckerbissen längst gepanzerte Käfer geworden.

Woher weiß der Käfer, dass es brennt?

Waldbrände kündigen sich nicht an. Woher wissen die Käfer dann, dass irgendwo ein Wald brennt, auch wenn sie weit weg sind? Biologen haben festgestellt, dass die Käfer bei Waldbränden aus mehr als 10 Kilometern Entfernung herangeflogen kamen. So weit entfernt konnten sie das Feuer weder riechen noch sehen. Wie haben sie dann davon erfahren?

Des Rätsels Lösung fanden die Biologen unter dem Mikroskop und mit Hilfe feinster Technik. Die Wissenschaftler wussten bereits, dass der Käfer ein besonderes Sinnesorgan besitzt, mit dem er die Infrarotstrahlung des Feuers irgendwie orten kann. Jetzt wissen sie auch, wie der Mini-Feuermelder funktioniert: Die Käfer können die Hitze des Feuers "hören"!

Fliegender Mini-Feuermelder

Das Sinnesorgan besteht aus winzig kleinen Kügelchen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Bei Hitze dehnt sich die Flüssigkeit aus und drückt gegen eine feste Hülle. Dort befindet sich eine Sinneszelle, die die Ausdehnung der Flüssigkeit wahrnimmt - ähnlich wie unser Ohr, das auf Schallwellen reagiert. Spürt der Käfer die Strahlung, macht er sich auf den Weg - und findet dank seines sechsten Sinnes immer den Brandherd.

Künstliche Feuermelder mit Käfereigenschaften

Mit einem Feuermelder nach Käferart könnten Brände viel früher entdeckt werden. (Foto: gemeinfrei(
Brennende Scheune und Feuerwehrmänner

Hochempfindliche, winzige Feuermelder, die einfach gebaut sind und lange halten - das interessiert auch die Bioniker. Deshalb wird jetzt daran geforscht, die Sinneszellen des Käfers künstlich nachzubilden. Dann könnte man winzige Geräte herstellen, die genau so empfindlich wären wie die tierischen Feuermelder. Brände könnten damit viel früher entdeckt werden.

Wo legen die Weibchen des Schwarzen Kiefernprachtkäfers ihre Eier ab?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A - Im Boden
B - An verkohlten Baumstämmen
C - In Ameisennestern

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(Foto: gemeinfrei)
Facettenaugen einer Bremse

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