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Lexikon

Die Alpen

Kein Lebensraum für Angsthasen

Von Höhenangst keine Spur: Ein Steinbock in einer Felswand. (Foto: Parafux cc-by-sa)
Alpensteinbock am Fels
Schon Ende August ist der Sommer im Hochgebirge vorbei. (Foto: gemeinfrei)
Im Aostatal im Herbst

Auf dem Gornergrat in den Schweizer Alpen turnt ein Steinbock herum - immer haarscharf an der Felskante entlang. Anscheinend merkt er gar nicht, dass es neben ihm Hunderte von Metern abwärts geht. Oder es ist ihm egal. Mit seinen vier Hufen tritt er auf kleinste Felsvorsprünge oder macht zwischendurch einen gewagten Sprung über den Abgrund. Die Alpen sind wahrlich kein Lebensraum für Angsthasen.

Das größte Gebirge Europas zieht sich von Frankreich bis nach Slowenien durch acht Länder. Sein höchster Gipfel ist der Montblanc, der 4810 Meter hoch ist und in Frankreich steht. In Europa gibt es kaum ein Gebiet, in dem so viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten leben wir hier.

Warum sind die Alpen für die Natur so wertvoll?

Zwischen Tal und Gipfel gibt es viele verschiedene Lebensräume. (Foto: Sixta Görtz)
Das Derborance-Tal in den Schweizer Alpen
Murmeltiere leben auf Grasmatten über der Baumgrenze. Sie halten sieben Monate Winterschlaf. (Foto: Sixta Görtz)
Murmeltier.
Der Moos-Steinbrech hat es gern schön kalt und wächst sogar noch in 4000 Metern Höhe. (Foto: Tigerente cc-by-sa 3.0)
Moos-Steinbrech mit weißen Blüten auf Fels

In den Alpen tummeln sich auf wenig Platz viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten. In diesem Schatzkästchen der Natur findet jeder ein passendes Plätzchen: Wer's gerne schön warm hat, bleibt im Tal, wer es lieber kühl mag, lebt auf den Bergen. Und auch dazwischen gibt es noch jede Menge abwechslungsreiche Landschaft: Wälder, Bergwiesen, wilde Bäche und Bergseen. Forscher schätzen, dass in den Alpen 30.000 verschiedene Tierarten und ungefähr 13.000 Pflanzenarten vorkommen.

Nirgendwo sonst auf der Welt

Das sind ja erst mal eine ganze Menge. Aber: Manche Arten gibt es nur in einem einzigen  Tal oder auf ganz wenigen Gipfeln und nirgendwo sonst auf der Welt. Da wird die Sache dann schon schwieriger. Denn wenn sich auch nur eine Kleinigkeit an diesem winzigen Lebensraum ändert, sind die Bewohner weg und kommen vielleicht nie wieder. Die Erwärmung des Klimas um wenige Grad ist zum Beispiel so eine kleine, aber gemeine Veränderung. Manchen Pflanzen wird es auf ihrem Berg einfach zu warm. Sie wandern weiter in Richtung Gipfel, aber irgendwann ist Schluss - höher geht's nicht. Plötzlich ist der Lebensraum keiner mehr und die Pflanzen verschwinden.

Wie Mensch und Natur sich vertragen

14 Millionen Menschen wohnen in den Alpen - und jedes Jahr kommen 120 Millionen zu Besuch. (Foto: Sixta Görtz)
Zwei Kinder schauen in ein Alpental
Ganz schön was los beim Murmeltier... (Foto: Sixta Görtz)
Murmeltier beobachtet Seilbahn und Wanderer
Hier siehst du einen Alpensteinbock in den französischen Alpen. (Foto: Eltouristo cc-by-sa 3.0)
Ein Alpensteinbock in den französischen Alpen

Du siehst: Die Alpen sind als Lebensraum sehr wertvoll, aber leider ziemlich empfindlich. Deshalb müssen sie besonders geschützt werden. Gleichzeitig wohnen in den Alpen aber auch 14 Millionen Menschen - und jedes Jahr kommen 120 Millionen Menschen zu Besuch, weil sie in den Bergen Urlaub machen möchten. Die Interessen von Tieren, Pflanzen und Menschen unter einen Hut zu bringen, kann ziemlich anstrengend und schwierig sein.

Die Alpenkonvention

Damit es aber trotzdem gelingt, haben sich die acht Alpenländer zusammengeschlossen und die "Alpenkonvention" gegründet. Eine Konvention ist eine Vereinbarung zwischen verschiedenen Staaten. Die Staaten verpflichten sich darin, gemeinsam festgelegte Regeln zu befolgen. In der Alpenkonvention steht zum Beispiel, dass wild lebende Tiere und wild wachsende Pflanzen geschützt werden müssen. Gleichzeitig legt die Konvention aber auch fest, dass die Menschen, die in den Alpen wohnen, dadurch keine Nachteile haben sollen. Mensch und Natur sollen sich vertragen - zum Nutzen aller. Damit auch in Zukunft noch Steinböcke an steilen Graten herumturnen und wir sie dabei beobachten können.

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(Foto: gemeinfrei, cc0)
Junge auf einem Felsen

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