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Lexikon

Ginkgo

Lebendes Fossil und Jahrtausendbaum

Die Blätter des Ginkgo verfärben sich im Herbst goldgelb. (Foto: Ginkgotree cc-by-sa 3.0)
Ein Ginkgo im Herbst mit goldgelben Blättern
Es gibt männliche und weibliche Ginkgobäume. Hier siehst du die Blüten eines männlichen Ginkgo. (Foto: Sten cc-by-sa 3.0)
Blätter und männliche Blüten
Ein Ginkgo in der Stadt Luxemburg. (Foto: Cayambe cc-by-sa 3.0)
Ginkgo im Sommer mit dunkelgrünen Blättern
Die weiblichen Ginkgos bringen Samen hervor, die in China und Japan geröstet und als Delikatesse gegessen werden. Sie schmecken ein wenig wie geröstete Pinienkerne. (Foto: Aomurikuma cc-by-sa 3.0)
Ginkgosamen mit Schale
Eigentlich sehen die Samen des weiblichen Ginkgos ja ganz lecker aus - aber ihr Geruch treibt Menschen in die Flucht. (Foto: Michael W cc-by-sa)
Reife Samen des weiblichen Ginkgo
Uralter Ginkgo als Tempelbaum in Japan. (Foto: Wooboo cc-by-sa 3.0)
Ein uralter Ginkgo an einem Tempel in Japan.

300 Millionen Jahre ist diese Baumart alt. Die "Stiftung Baum des Jahres" ist zuversichtlich, dass der "Ginkgo biloba" auch die nächsten 1000 Jahre übersteht und hat ihn kurzerhand zum "Jahrtausendbaum" ernannt. Und dabei ist er hier bei uns noch nicht einmal heimisch. Zumindest nicht im Moment. Aber das muss man bei solchen Zeitspannen ja auch nicht so genau nehmen: Als die Dinos über die Erde trabten, da war auch Europa voller Ginkgos.

Heimisch in Ostasien

Als "lebendes Fossil" wird der Ginkgo oft bezeichnet, denn es gibt jahrmillionen alte Fossilien von Ginkgo-Blättern, die haargenau so aussehen wie die Blätter, die der Baum heute trägt. Er hat sich überhaupt nicht verändert. Wie ein alter Sturkopf hat er die Eiszeiten, die sich über Europa hinweggewälzt haben, einfach in China und Japan ausgesessen. Seitdem gibt es ihn in Europa nicht mehr in der freien Natur. Aber weil er so viele fantastische Eigenschaften hat, pflanzt man ihn seit gut 300 Jahren wieder in Europa an. In Parks, an Straßenrändern und in Gärten kannst du Ginkgos heute entdecken.

Baum mit Heilkraft

Ginkgobäume sind nicht nur unglaublich widerstandsfähig, sondern besitzen auch Heilkräfte. In der chinesischen Medizin werden Rinde, Blätter und Samen schon seit mehr als 1000 Jahren genutzt. Auch bei uns sind Medikamente aus Ginkgoblättern im Einsatz. Sie helfen zum Beispiel bei schlechter Durchblutung des Körpers und können unser Gehirn leistungsfähiger machen.

Ginkgos in der Stadt

In vielen Großstädten werden Ginkgobäume am Straßenrand und in Parks gepflanzt, weil sie besonders robust sind. Die Abgase der Autos können ihnen kaum schaden und Baumkrankheiten, die andere Bäume befallen, haben gegen den Ginkgo keine Chance.

Die Sache hat nur einen einzigen Haken: Die weiblichen Ginkgos können unglaublich stinken. Wenn das Fruchtfleisch, das die Samen umgibt, verfault, dann riecht es wie Erbrochenes. In manchen Städten sollen schon ganze Alleen abgeholzt worden sein, weil Anwohner den Geruch nicht mehr ertragen konnten. Deshalb achten pfiffige Gärtner darauf, dass sie nur männliche Ginkgos pflanzen.

Uralte Tempelbäume

In China und Japan findet man uralte, riesige Ginkgos oft in Tempelanlagen oder anderen religiösen Stätten. Der Baum wird als Symbol für langes Leben und Fruchtbarkeit, Unbesiegbarkeit und Freundschaft verehrt. Wie passend - gibt es ein besseres Symbol dafür als ein Baum, der mehrere Erdzeitalter überlebt hat? Wohl kaum!

Wofür steht der Ginkgo in China und Japan NICHT?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A - Für Fruchtbarkeit und langes Leben
B - Für Ritterlichkeit und Ehre
C - Für Unbesiegbarkeit und Freundschaft

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(Foto: Sixta Görtz)
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