Bundesamt für Naturschutz BfN

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Lexikon

Artenschutz-Report des BfN

Ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten sind in Gefahr!

Der Bestand der Rebhühner in Deutschland ist um 90 (!) Prozent zurückgegangen. (Foto: David Galavan cc-by 2.0)
Rebhuhn im Gras
Von den wirbellosen Tiere, zu denen auch die Insekten gehören, ist fast die Hälfte als "gefährdet" einzustufen.(Foto: Sixta Görtz)
Vierfleck-Libelle vor Steinen

Im Mai 2015 hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) zum ersten Mal einen "Artenschutzreport" vorgelegt. Darin berichtet die Behörde über den Zustand der Artenvielfalt in Deutschland. Das Ergebnis ist alarmierend: Ein Drittel aller bisher gezählten und erfassten Tier- und Pflanzenarten in Deutschland ist gefährdet. Der Zustand der Wirbellosen, zu denen zum Beispiel auch die Insekten zählen, ist sogar noch schlechter: In dieser Tiergruppe gilt sogar fast die Hälfte als gefährdet. Die Bundesregierung hatte sich eigentlich zum Ziel gesetzt, den Verlust der Biologischen Vielfalt in Deutschland aufzuhalten. "Dieses Ziel wurde verfehlt", meint Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN.

Anstrengungen im Artenschutz verstärken!

Große Äcker haben Hecken, Wäldchen und Brachflächen verdrängt. Hier finden Wildtiere weder Unterschlupf noch Nahrung. (Foto: B. Monginoux www.landschaft-foto.com cc-by-nc-nd)
Riesiges, abgeerntetes Feld
Auch die Feldhasen sind in ihrem Bestand zurück gegangen, weil sie unter der intensiven Landwirtschaft leiden. (Foto: Furu Maru cc-by-sa 3.0)
Feldhase auf Wiese
Abwechslungsreiche Landschaften bieten vielen Wildtieren Lebensraum. (Foto: Ulrich Still cc-by-sa 2.0)
Strezuobstwiese im Mittelgebirge
Erfolg im Artenschutz: Wölfe sind in Deutschland wieder heimisch. (Foto: gemeinfrei)
Wolf

In Deuschland gibt es ungefähr 48.000 Tierarten, 9500 Pflanzen- und 14.400 Pilzarten. Insgesamt 32.000 heimische Tier-,  Pflanzen- und Pilzarten sind bisher untersucht worden. Dabei zeigte sich, dass 31 Prozent von ihnen in ihrem Bestand gefährdet sind. Insekten- und Vogelarten gehen besonders stark zurück. "Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, um den Artenrückgang zu stoppen", sagte die BfN-Präsidentin.

Wilder Lebensraum ist knapp

Ursache für den Artenschwund ist die Nutzung der Landschaft durch den Menschen, vor allem die intensive Landwirtschaft. Riesige Ackerflächen haben Wiesen, Hecken und Wäldchen verdrängt. Siedlungen und Straßen werden gebaut und zerstückeln Lebensräume. Deshalb fordert das BfN, dass in Deutschland wieder mehr Platz für Wildnis geschaffen wird. Um Tieren und Pflanzen genug Lebensraum zu bieten, sollen mehr Wälder unbewirtschaftet bleiben, Moore sollen wieder vernässt werden. Indem Deiche verlegt werden, könnten neue Flussauen entstehen. Rund um Äcker, Straßen und Siedlungen empfiehlt das BfN sogenannte "Pufferstreifen". Das sind Flächen, die gar nicht genutzt werden und den Wildtieren Unterschlupf bieten.

Auch gute Nachrichten

Aber im Artenschutzreport gibt es auch gute Nachrichten: Bei ganz bestimmten einzelnen Tierarten war der Artenschutz sehr erfolgreich. So haben sich Arten wieder angesiedelt oder vermehrt, die bei uns als stark gefährdet oder schon ausgestorbene galten - wie zum Beispiel Wolf, Seeadler und Wildkatze. Doch Ansiedlungen einzelner Arten oder spezielle Schutzmaßnahmen können den Schwund vieler anderer Arten nicht verhindern. Die Vorschläge des BfN dagegen würden vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten zugute kommen.

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(Foto: gemeinfrei)
Frosch mit Schmetterling

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Eure schönsten Natur-Fotos

(Foto: Sixta Görtz)
Mini-Frosch auf Kinderhand

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