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Lexikon

Käfer


(Foto: Stefan Krimbacher cc-by 3.0)
Alpenbock auf Felsen

Käfer sind unglaublich vielfältig. Es gibt sie in allen Farben und vielen Formen. Käfer sind die Insektengruppe mit den meisten Arten: 350.000 (!) verschiedene Käferarten sind inzwischen bekannt. Und das sind noch längst nicht alle!

Woher haben die Käfer ihre Farben und Muster?

Strukturfarben reflektieren das Licht so, dass der Käfer metallisch schimmert. (Foto: gemeinfrei)
Grün schimmernder Käfer
Männliche Hirschkäfer liefern sich heftige Kämpfe mit Rivalen. Dabei dienen ihm die beiden kräftigen Zangen als Waffen. (Foto: gemeinfrei)
Hirschkäfer
Früher waren sie eine richtige Plage: Kartoffelkäfer. (Foto: gemeinfrei)
Kartoffelkäfer auf Blättern
Der Siebenpunkt-Marienkäfer gilt bei uns als Glücksbringer. (Foto: gemeinfrei)
Siebenpunkt-Marienkäfer auf Brennesselblatt
Der Gefleckte Schmalbock ernährt sich von Nektar. (Foto: Fritz Geller Grimm cc-by-sa 2.5)
Gefleckter Schmalbock auf weißer Blüte
Der Goldpunkt-Puppenräuber ist ein Jäger, der die Larven anderer Insekten frisst. (Foto: Burner83 cc-by-sa 3.0)
Goldpunkt-Puppenräuber
Mistkäfer findest du bei uns häufig im Wald. (Foto: gemeinfrei)
Mistkäfer auf Pilz

Käfer sind durch sogenannte Pigmentfarben oder Strukturfarben gefärbt. Die Pigmentfarben verschlucken bestimmte Wellenlängen des Lichts und geben nur einen Teil der Lichtfarben wieder ab. Strukturfarben dagegen entstehen, indem das Licht von fein strukturierten Oberflächen reflektiert wird. Die reflektierten Lichtfarben überlagern sich, wodurch die Farben der Käfer sehr leuchtend oder metallisch sein können.

Wenn Insekten schlecht schmecken oder gar giftig sind, können sie Warnfarben haben. Sie werden dann weniger häufig gefressen.

Wie haben sich die unterschiedlichen Käferarten entwickelt?

Wissenschaftler haben bis heute mehr als 350.000 Käferarten gefunden; 7000 Käferarten gibt es allein in Deutschland. Sie alle unterscheiden sich in ihrer Lebensweise und zum Teil auch in ihrem Lebensraum. Und darin liegt auch das Geheimnis der unterschiedlichen Farben: Im Laufe ihrer Entwicklung haben sich die Käfer immer besser an ihren Lebensraum und an ihre Lebensweise angepasst.

Anpassung an Lebensraum und Lebensweise

Diese Anpassung funktioniert in der Regel so: Stell dir vor, auf einer Wiese am Waldrand leben braune Wiesenkäfer. Immer wieder werden bei den Wiesenkäfern aber auch dunkelgrüne Exemplare geboren, genau wie es Menschen mit heller oder dunkler Haut gibt. Die dunkelgrünen Käfer sind in der Wiese besonders gut getarnt, während ihre braunen Verwandten auf dem Waldboden nicht auffallen. So werden sie auch von ihren Fressfeinde nicht so gut gefunden. Deshalb können die grünen Käfer zwischen Grashalmen am längsten überleben, auf dem Waldboden aber die braunen.

Die  Stärksten überleben

Die gesündesten, stärksten und langlebigsten Käfer einer Art bekommen aber auch die meisten Nachkommen und vererben ihre Eigenschaften an ihre Kinder. Mit der Zeit werden auf der Wiese immer mehr dunkelgrüne Käfer geboren und im Wald immer mehr braune. Es kann passieren, dass sich nach und nach die Käfer so stark voneinander unterscheiden, dass sie nicht mehr zur selben Art gehören.

Solche Veränderungen passieren in allen Lebensräumen und zu allen Zeiten. Und im Laufe von Jahrmillionen ist so eine immer größere Vielfalt an Käferarten mit ganz unterschiedlichem Aussehen entstanden.

Gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen den Käfern?

Der Riesenbockkäfer (Titanus giganteus) ist der größte Käfer. Er wird 17 Zentimeter lang! (Foto: Bernard Dupont cc-by-sa 2.0)
Riesenbocckäfer auf Hand
Gut getarnt: Im Grün der Blätter fällt dieser Käfer kaum auf. (Foto: gemeinfrei)
Foto: gemeinfrei
Ein Nashornkäfer. (Foto: gemeinfrei)
Nashornkäfer

Alle Käfer gehören zu den Insekten und haben sechs Beine. Alle Käfer haben Flügel, aber nicht alle Käfer können fliegen. Käfer schlüpfen als Larven aus Eiern und entwickeln sich erst in der Puppe zum erwachsenen Käfer.

Mini und Maxi

Aber da hört die Gemeinsamkeit auch schon auf. Es gibt Käfer, die sich nur von Nektar ernähren und andere, die aktiv Insekten und Weichtiere jagen. Käfer sind zwischen einem halben Millimeter und 17 Zentimetern groß. Der schwerste Käfer ist der Goliathkäfer. Dieses riesige Insekt wiegt stolze 100 Gramm.

Überall zu Hause

Käfer gibt es überall auf der Erde, außer in der Antarktis und im Meer. Sie leben im Wald, auf der Wiese, im Hochgebirge, in der Wüste, unter der Erde und unter Wasser. Es gibt Käferarten, die ihr ganzes Leben auf einem einzigen Baum verbringen und Käferarten, die auf Langstreckenflügen neue Lebensräume erschließen.

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(Foto: Sixta Görtz)
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