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Lexikon

Gelbbrust-Kapuzineräffchen


(Foto: Christian Loenhoff)
Kapuzineräffchen mit Jungtier im Zoo Münster

Cassy ist ein Gelbbrust-Kapuziner und damit einer der seltensten Affen der Welt. Zusammen mit ihrem Jungtier und 15 weiteren Artgenossen lebt sie im Allwetterzoo Münster. In freier Wildbahn gibt es nur noch wenige Hundert Tiere.

Im Affenzahn von Baum zu Baum

Cassys Baby ist immer dabei. (Foto: Christian Loenhoff)
Cassy mit Baby läuft auf einem Ast
Erst zwei Monate alt, aber schon ganz schön gewachsen: Cassys Baby. (Foto: Christian Loenhoff)
Cassy mit ihrem Jungtier im Innengehege

Gut, dass Cassy nicht weiß, dass ihre Art vom Aussterben bedroht ist: In halsbrecherischem Tempo flitzt die Affendame mit dem Jungtier auf dem Rücken durch das Freigehege und turnt flink auf Baumstämmen und Ästen herum. Tierpflegerin Doreen hat gerade Walnüsse im Gehege verteilt. Das kann Cassy sich nicht entgehen lassen.

Baby ohne Namen

Cassys Baby ist im August geboren und hat noch keinen Namen. Bis jetzt weiß nämlich keiner, ob es weiblich oder männlich ist. "Dazu müssten wir die beiden einfangen und nachschauen", erklärt  Doreen. Für Cassy wäre das purer Stress. Bis das Baby groß genug ist, heißt es eben "Baby" - genau wie die beiden anderen Jungtiere in Münster, die im Juli und im Oktober geboren sind.

Gut geplant ist halb gezüchtet

Gelbbrust-Kapuziner sind sehr neugierig, intelligent und lernfähig. (Foto: Christian Loenhoff)
Kapuziner auf Ast
Cassy hat drei Nüsse ergattert. (Foto: Christian Loenhoff)
Cassy und ihr Baby
Cassy, Carlo, Paolo und Baby im Freigehege. (Foto: Christian Loenhoff)
Auch Orang-Utans werden im Rahmen des Europäischen Erhaltungszucht-Programms EEP gezüchtet. (Foto: Christian Loenhoff)
Orang-Utan mit Jungtier im Allwetterzoo Münster
Goldenes Löwenäffchen im Allwetterzoo Münster. (Foto: Christian Loenhoff)
Goldenes Löwenäffchen im Zoo Münster

Dass Cassy Nachwuchs bekommen hat, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis genauer Planung. Diese Planung hat nur ein Ziel: Die Gelbbrust-Kapuziner vor dem Aussterben zu retten. Doch das macht die Zucht auch kompliziert. Denn paaren darf sich nur, wer perfekt zusammenpasst.

Europaweites Zuchtprogramm

Alle Gelbbrust-Kapuziner, die in einem europäischen Zoo leben, sind in einer Computerdatei verzeichnet, die ständig aktuell gehalten wird. Sie sind Teil des "Europäischen Erhaltungszucht-Programms" - kurz EEP. Im EEP wird die Zucht vieler verschiedener Tierarten koordiniert. Jeder Zoo, der Tiere aus dem Programm hält, muss sich daran beteiligen.

Auch die Chemie muss stimmen

Wenn die Äffchen erwachsen geworden sind, entscheidet ein Koordinator darüber, welcher männliche Affe mit welchem weiblichen Affen den stärksten und gesündesten Nachwuchs bekommen kann. Zumindest theoretisch. In der Praxis wird's jetzt erst richtig spannend. Zoodirektor Thomas Wilms aus Münster: "Affen sind soziale Wesen. Die kann man nicht einfach in eine neue Affengruppe verfrachten." Deshalb wird auch der Charakter eines Affen und seine Rolle in der Gruppe bei der Zuchtplanung berücksichtigt. "Manche Äffchen sind Chef-Typen, andere ordnen sich gerne unter, manche halten die ganze Gruppe zusammen. Nur wenn alles passt, fühlen sie sich wohl.", erklärt Zoodirektor Wilms.

Aufwand, der sich lohnt

Schließlich entscheidet eine sogenannte "Artkommission" darüber, welcher Affe in welchen Zoo umzieht. Das ist übrigens nicht nur bei den Gelbbrust-Kapuzinern so, sondern bei allen Affenarten, die Teil des Europäischen Zuchtprogramms sind. Doch der Aufwand lohnt sich: Immer wieder gelingt es, Affenarten auszuwildern, die in der Natur bereits ausgestorben waren. Wie die Goldenen Löwenäffchen: Nur dank der Zuchterfolge in den Zoos leben sie heute wieder im brasilianischen Regenwald.

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Steckbrief Gelbbrust-Kapuziner

(Foto: Christian Loenhoff)
Gelbbrust-Kapuziner auf einem Ast

Teilordnung:
Affen

Familie:
Kapuzinerartige

Verbreitung:
Osten Brasiliens

Lebensraum:
Küstenregenwälder

Größe:
Rund 40 cm ohne Schwanz; Schwanzlänge bis 49 cm.

Gewicht:
Bis 4 kg (Männchen)

Nahrung:
Früchte, Nüsse, Insekten, Spinnen.

Anzahl Junge:
Eins.

Bedrohung:
Zerstörung des Lebensraumes durch Kahlschlag.

Wissenschaftlicher Name:
Cebus xanthosternus

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(Foto: Zooom-Erlebniswelt Gelsenkirchen)
Giraffe mit Jungtier im Zooom Gelsenkirchen

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