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Lexikon

Geheimnisvolles Moor


Das Moor "Bullenkuhle" in der Lüneburger Heide. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa@wikipedia.de)
Moor, eingerahmt von Birken und Nadelbäumen.
Das Venner Moor bei Münster. (Foto: gemeinfrei)
Gewässer im Moor mit Gräsern und Birken.

Ein Moor ist ein merkwürdiger Flecken Erde: Der Boden ist ganz nass und wenn man drauftritt, dann wabert er wie eine Luftmatratze im Schwimmbad. Manchmal liegt über der ganzen Landschaft ein komischer, etwas fauliger Geruch. Wenn man ein bisschen im Boden gräbt, findet man keine Erde, sondern nur eine braune Masse aus toten Pflanzenteilen und viel Schlamm. Kein Wunder, dass die Menschen das Moor früher unheimlich fanden und sich nicht hineingetraut haben.

Dabei ist das Moor kein Ort zum Fürchten, sondern ein ganz besonders wertvoller Lebensraum, in dem es seltene Tiere gibt. Einige von ihnen lernst du hier kennen.

Besondere Tiere im Moor

Eine Mooreidechse. Sie wird auch Waldeidechse genannt. (Foto: Szcepanek cc-by-sa3.0@wikipedia.de)
Mooreidechse auf einer umgestürzten Birke.
Ein Moor-Bläuling (Foto: W. Willner)
Moor-Bläuling, Nahaufnahme.
Diese Kreuzotter verspeist gerade eine Mooreidechse. (Foto: Spaans cc-by-sa2.5@wikipedia.de)
Kreuzotter mit Eidechsenschwanz im Maul.

Die Mooreidechse

Nicht selten, aber ganz besonders ist die Mooreidechse: Sie legt keine Eier, wie andere Eidechsen, sondern bekommt lebendige kleine Eidechsen-Babys. Das ist sehr praktisch, denn so kann sie auch in kühlen Gegenden leben - zum Beispiel hier bei uns im Moor. Andere Echsen lassen ihre Eier von der Sonne ausbrüten. Also leben sie dort, wo viel die Sonne scheint. Nicht so die Mooreidechse. Wenn sie schwanger ist, dann läuft sie der Sonne einfach hinterher und lässt sie sich so oft wie möglich auf den Bauch scheinen.

Der Große Moorbläuling

Dieser Schmetterling ist wie ein Edelstein: Schön und sehr selten. Er hat eine ganz eigene Art, seinen Nachwuchs zu versorgen - oder besser: versorgen zu lassen. Zur Eiablage fliegt der Schmetterling zum Großen Wiesenknopf und legt in jede Knospe ein einziges Ei. Die Raupen, die bald aus den Eiern schlüpfen, ernähren sich von der Blüte, aber wenn es im September kälter wird, dann lassen sie sich einfach auf den Boden fallen. Jetzt kommen die Pflegeeltern ins Spiel: Ameisen! Sie nehmen die Raupen mit in ihre Nester. Dort bleiben die kleinen Schmarotzer bis sie sich im nächsten Frühjahr verpuppen und selbst zum Schmetterling werden.

Die Kreuzotter 

Kreuzottern sind Giftschlangen. Aber keine Angst: Sie brauchen ihr Gift vor allem für die Jagd nach Beute. Wenn man sie nicht bedroht, sind sie für Menschen ungefährlich. Sie sind sehr scheu und meistens kriegst du sie gar nicht zu Gesicht. Solltest du aber doch einmal eine Kreuzotter entdecken, dann beobachte sie ruhig, aber versuche nicht, sie zu fangen. Kreuzottern sind hier bei uns selten und leben in Heidegebieten, an Waldrändern, aber auch im Moor.

Lies hier mehr über das Moor und lerne eine fleischfressende Pflanze kennen.

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2. Februar: Welttag der Feuchtgebiete

Der 2. Februar wurde zum "Welttag der Feuchtgebiete" erklärt. An diesem Tag soll besonders daran erinnert werden, wie wichtig diese Landschaften für unsere Erde sind und dass wir sie schützen müssen. Dazu gibt es sogar eine Vereinbarung zwischen vielen Staaten der Erde. Sie heißt "Ramsar-Konvention" und verpflichtet die Länder, ihre Feuchtgebiete zu erhalten.