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Lexikon

Artenschutz - wie geht das?


(Foto: Sixta Görtz)
Minifrosch auf Kinderhand

Artenschutz ist nicht gleich Artenschutz, sondern immer wieder anders. Ob ein Tiger in Sibirien geschützt werden soll oder eine Eidechse in Deutschland - die Methoden sind ganz unterschiedlich.

Wozu braucht man überhaupt Artenschutz?

Sibirischer Tiger. (Foto: S. Taheri cc-by-sa-2.5 @ wikipedia.de)
Sibirischer Tiger, Portrait.
Spitzmaulnashorn mit Jungtier. (Foto: Harald Zimmer cc-by-sa 2.5 @ wikipedia.de)
Spitzmaulnashorn mit Jungtier in der Savanne.
Europäische Wildkatze. (Foto: Aconcagua cc-by-sa 3.0 @ wikipedia.de)
Wildkatze im Schnee.
Wir müssen Tiere und Pflanzen schützen. (Foto: Sixta Görtz)
Mini-Frosch auf Kinderhänden

Jeden Tag sterben auf der Erde Tiere und Pflanzen für immer aus. Insgesamt rund 60.000 Arten stehen zur Zeit auf der internationalen Roten Liste für bedrohte Arten. 19.500 davon gelten als gefährdet. Jedes Jahr kommen rund 1000 Arten hinzu. Der Schutz dieser gefährdeten Arten ist also wichtiger als je zuvor.

Wir müssen etwas tun!

Doch wozu braucht man Artenschutz? Ist das Aussterben nicht ein natürlicher Vorgang, der sich in der Erdgeschichte dauernd wiederholt? Zu einem gewissen Anteil - ja. Aber in den letzten 100 Jahren ist das Artensterben so schnell fortgeschritten, dass wir etwas dagegen tun müssen - zum Erhalt der Vielfalt auf unserer Erde.

Die Artenvielfalt ist bedroht

Denn die Ursachen für das Aussterben der Arten liegen meist nicht in der Natur, sondern wir Menschen sind verantwortlich dafür. In Indonesien werden Regenwälder gerodet, um aus den Baumstämmen Papier herzustellen. In Laos landen seltene Tiere als Mittagessen auf dem Wochenmarkt. In Deutschland werden Straßen durch Wälder gebaut, in denen Wildkatzen und Luchse leben und Moore werden trockengelegt, um Platz für Äcker zu schaffen. In Sibirien machen Wilderer Jagd auf Tiger und in Namibia auf Nashörner. Weltweit sind die Meere überfischt, so dass für viele Meerestiere nicht mehr genug zum Überleben bleibt. Und dazu kommen noch die Gefährdungen durch Umweltverschmutzung und Klimawandel.

Nashörner in Namibia: Rettung in letzter Sekunde

Kann wieder unbeschwert seiner Wege gehen: Nashorn in Namibia. (Foto: Carina Helbig / pixelio)
Nashorn von hinten auf Sandpiste.

Nur noch gut 700 Spitzmaul-Nashörner streiften im Jahr 2001 durch die Savanne von Namibia in Afrika. Die Tiere waren ständig auf der Flucht vor Wilderern, die erbarmungslos Jagd auf sie machten. Heute jedoch gibt es wieder zehnmal so viele von den Dickhäutern. Und warum? Weil die Regierung von Namibia erkannt hat, dass die Nashörner einer der größten Schätze des Landes sind. Sie stellte sie unter strengen Schutz und beschäftigt seitdem Ranger. Ranger (sprich: Rändscher) sind Naturschutz-Polizisten, die Jagd auf die Wilderer machen. Wenn sie einen erwischen, wandert er für viele Jahre ins Gefängnis. Das hat die Nashörner gerettet - in letzter Sekunde!

Auf der Suche nach den Raubkatzen von Laos

Leopard. (Foto: gemeinfrei)
Leopard auf Ast
Extrem selten und sehr scheu: Nebelparder. (Foto: Litshears cc-by-sa 3.0)
Nebelparder auf Baumstamm

Laos in Südost-Asien ist ein geheimnisvolles Land mit viel Wildnis. In regelmäßigen Abständen werden in entlegenen Gebieten immer wieder neue Tierarten entdeckt - leider häufig als Ware auf dem Wochenmarkt der Dorfbewohner. Um herauszufinden, welche unentdeckten Schätze in den Bergwäldern des Nordens leben, machte sich ein Forscherteam mit Fotofallen und Filmkameras auf den Weg in die Wildnis.

Sensationelle Fotos

Ein halbes Jahr lang blieben die Geräte im Dschungel. Und siehe da: Sie machten sensationelle Aufnahmen von Tigern, Leoparden und den extrem seltenen Nebelpardern. Den Bildern der Forscher ist es zu verdanken, dass die Region als Rückzugsgebiet besonders seltener Tiere erkannt worden ist.

Grüne Korridore für Luchs, Wildkatze und Wolf

Luchs. (Foto: gemeinfrei)
Luchs im Portrait
Junges Wildkätzchen. (Foto: Thomas Stephan / BUND)
Junge Wildkatze

Hier bei uns in Deutschland gibt's keine unbekannte Wildnis mehr. Dafür aber viele kleine Waldgebiete mit Straßen, Äckern und Häusern dazwischen. Für wilde Tiere ist zu wenig Platz. Wenn junge Luchse und kleine Wildkatzen ihre Familien verlassen, finden sie nur schwer ein neues Revier, weil sie ständig an Grenzen stoßen. Wo sich Ackerflächen ausbreiten oder Häuser stehen, ist Schluss für die Raubkatzen.

Platz für wilde Tiere

Doch es gibt eine einfache Lösung: Grüne Korridore. Das sind Streifen aus Bäumen und Gebüsch, die verschiedene kleine Waldgebiete miteinander verbinden. In vielen Regionen in Deutschland gibt es sie schon - weitere sollen folgen. 

Was sind "Grünkorridore"?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Flure mit grünen Wänden
B Streifen aus Wald und Strauchwerk
C Straßentunnel für Tiere

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(Foto: Sixta Görtz)
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