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Lexikon

Biologische Vielfalt und Klimawandel


Der Frühling kommt immer früher. Hier siehst du eine Apfelblüte. (Foto: gemeinfrei cc0)
Apfelblüte

Forscher haben festgestellt, dass der Frühling bei uns immer früher beginnt: In den letzten 50 Jahren hat er sich um ganze zwei Wochen nach vorne verschoben. Dadurch sind die Wachstumsphasen der Pflanzen länger geworden. Blumen blühen früher, Bäume und Sträucher schlagen früher aus. Dies ist eine Folge des Klimawandels. Doch welche Auswirkungen hat das auf die Biologische Vielfalt bei uns?

So wirkt der Klimawandel

Wenn Kohle, Öl und Gas verbrannt werden, entsteht das Gas Kohlendioxid. Es verdichtet unsere Atmosphäre und beschleunigt den Klimawandel. (Foto: Rike / pixelio.de)/i>
Schornsteine eines Kohlekraftwerks
In Deutschland soll die Energie immer mehr aus erneuerbaren Energiequellen kommen - wie zum Beispiel aus der Windkraft. Das hat die Bundesregierung beschlossen, um den Klimawandel abzubremsen. (Foto: Marco Barnebeck Telemarco / pixelio.de)
Windkraftanalagen auf dem Land
Schaffen es die Tiere, sich rechtzeitig an den Klimawandel anzupassen? (Foto: Quartl cc-by-sa 3.0)
Distelfalter
Auch Pflanzen wie diese Orchidee müssen sich an den Klimawandel anpassen. (Foto: Sixta Görtz)
Geflecktes Knabenkraut

Die durchschnittliche Temperatur auf der Erde hat sich in den vergangenen 100 Jahren um 0,7 Grad erwärmt. Ein Klimawandel ist im Gange, der in den nächsten Jahren fortschreiten wird. Nach Meinung der allermeisten Forscher sind wir Menschen die Verursacher des Klimawandels. Indem wir Öl, Kohle und Gas verbrennen, um Energie zu gewinnen, erzeugen wir unter anderem Kohlenstoffdioxid, kurz CO2. Dieses Gas verdichtet die Atmosphäre, die unsere Erde wie eine schützende Hülle umgibt und aus verschiedenen Gasen besteht - wie zum Beispiel Sauerstoff und Stickstoff, aber unter anderem auch Kohlenstoffdioxid. Die Atmosphäre verhindert, dass die Sonnenwärme, die auf die Erdoberfläche trifft, sofort wieder in den Weltraum entweichen kann.

Der Sommer wird wärmer

Das soll sie auch tun, denn ohne Atmosphäre wäre es auf der Erde genau so kalt und unwirtlich wie auf dem Mond. Aber unterstützt durch das CO2 und einige andere sogenannte "Treibhausgase" macht die Atmosphäre ihre Arbeit zu gut. Es wird zu warm auf der Erde, weil die Sonnenwärme wie in einem Treibhaus festgehalten wird. Das hat zur Folge, dass das Wetter an vielen Orten extremer wird. Hier in Deutschland wird der Klimawandel wahrscheinlich dazu führen, dass der Sommer früher beginnt und auf Dauer wärmer und trockener wird.

Schnelle Anpassung?

Tiere und Pflanzen müssen sich darauf einstellen. Aber das ist schwierig, denn die Veränderungen gehen eigentlich zu schnell. Veränderungen des Klimas gab es auf der Erde schon immer und meistens haben sich die Tiere angepasst. Aber dazu hatten sie meist Jahrhunderte lang Zeit - dieses Mal sind es nur wenige Jahre.

Schaffen die Tiere die Anpassung?

Ein Teichrohrsänger füttert ein Kuckuckskind. (Foto: Per Harald olsen cc-by-sa)
Teichrohrsänger füttert Kuckuckskind
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling legt seine Eier genau zur Blütezeit des Wiesenknopfes. Foto: Rosenzweig cc-by-sa 3.0)
Schmetterling auf Blüte

Für die Tiere ist der Klimawandel eine echte Herausforderung. Hier zwei Beispiele:

Wenn der Kuckuck zu spät kommt

Wie du weißt, legt der Kuckuck seine Eier in fremde Nester und lässt sie von anderen Vögeln ausbrüten. Pech für ihn, wenn er aus dem Winterquartier zurück kommt und die anderen Vögel ihre Eier schon ausgebrütet haben! Weil der Frühling früher kommt, fangen auch viele heimische Vögel früher mit der Brut an. Der Kuckuck kommt zu spät. Deshalb werden Kuckucke jetzt immer häufiger in höheren Lagen beobachtet, weil hier der Frühling genau so spät kommt wie er es gewohnt ist. Im Flachland dagegen wird der Kuckuck seltener.

Schmetterling in Zeitnot

Es gibt Schmetterlingsarten, die ihre Eiablage exakt auf die Entwicklung einer einzigen Pflanzenart abgestimmt haben. Sie legen ihre Eier zum Beispiel genau dann, wenn die Pflanze kurz vor der Blüte steht. Wenn die Blütezeit gekommen ist, schlüpfen die Raupen mitten im Schlaraffenland. Exakt zum Ende der Blühzeit sind sie dick und rund gefressen und können sich verpuppen. Wenn diese eine Pflanzenart nun plötzlich früher blüht, gerät das ganze System durcheinander. Die Raupen schlüpfen zu spät und finden nicht genug zu fressen. Wenn es dem Schmetterling nicht gelingt, sich schnell genug anzupassen, könnte er aussterben.

So kann den Tieren geholfen werden

Der Kuckuck hat es schwer, wenn der Frühling zu früh kommt. (Foto: Gabriel Buissart)
Ein Kuckuck auf einem Ast.
Wildkatzen sind sehr scheu und wagen sich nicht in die Nähe menschlicher Siedlungen. Deshalb sind Grünkorridore für sie sehr wichtig. Sie helfen ihnen, sich auch in andere Waldgebiete auszubreiten. (Foto: Thomas Stefan / BUND)
Wildkatze zeigt Zähne
Moore speichern Kohlenstoff. Deshalb sind sie wichtig für unser Klima. Das BfN will Moore erhalten und trocken gelegte Moore wieder vernässen. (Foto: Löwenzahn / pixelio.de)
Pietzmoor in der Lüneburger Heide
Die Regenwälder der Erde verbrauchen große Mengen Kohlenstoffdioxid und sind wichtige Kohlenstoffspeicher. (Foto: lubasi cc-by-sa 2.0)
Tropischer Regenwald am Amazonas.

Wie kann man den Tieren helfen und gleichzeitig den Klimawandel abmildern? Das Bundesamt für Naturschutz unterstützt verschiedene Projekte, die beides zum Ziel haben.

Trampelpfade für tierische Wanderer

Genau wie Kuckuck und Schmetterling müssen sich auch Tiere, die nicht fliegen können, auf den Klimawandel einstellen. Um ihnen die Wanderung in geeignetere Lebensräume zu erleichtern, entsteht ein sogenannter "Biotopverbund". Das bedeutet, dass Lebensräume miteinander verbunden werden, zum Beispiel durch Grünkorridore und Grünbrücken. Grünkorridore sind etwa kleinere Waldstücke, Heide oder Brachland, die verschiedene Lebensräume  - zum Beispiel größere Waldstücke - miteinander verbinden. So können die Tiere gefahrlos vom einen Lebensraum in den anderen wechseln. Grünbrücken sind Brücken über stark befahrene Straßen, die bepflanzt werden und den Tieren als Fußgängerweg dienen.

Kohlenstoff speichern

Beim Klimaschutz kommt es darauf an, möglichst viel Kohlenstoff zu speichern und gar nicht erst in die Atmosphäre entweichen zu lassen. Wälder, Moore und Feuchtgebiete zum Beispiel binden große Mengen Kohlenstoff. Deshalb setzt sich das Bundesamt für Naturschutz dafür ein, dass bestehende Moore erhalten bleiben und ehemalige Moore wieder vernässt werden. Auch beim Schutz der Wälder und Feuchtgebiete unterstützt die Behörde viele Projekte.

Mehr zum Thema Moorschutz.

Mehr zum Thema Feuchtgebiete

Mehr zum Thema Grünkorridore und Grünbrücken.

Wie heißt das Gas, das zum Klimawandel beiträgt?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Kohlenstoff
B Kohle
C Kohlendioxid

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Eure schönsten Natur-Fotos

(Foto: Sixta Görtz)
Mini-Frosch auf Kinderhand

Begleitend zum Monatsthema "Biodiversität" hatten wir euch aufgerufen, uns eure schönsten Natur-Fotos zu schicken. Hier kannst du die Fotos der Naturdetektive anschauen:

Zu den Natur-Fotos

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(Foto: gemeinfrei)
Frosch mit Schmetterling

Biologische Vielfalt - was ist das überhaupt und wieso ist sie so wichtig? Das wird dir hier erklärt:

Zur Biodiversität

Wenn du mehr über biologische Vielfalt in Deutschland wissen willst, dann schau mal hier nach:

Biologische Vielfalt fördern.

Hotspot hinter'm Haus: Lies hier, wie du aus eurem Garten einen Lebensraum für Tiere machst:

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Lerne die "Hotspots der biologischen Vielfalt" in Deutschland kennen. Hier gibt es besonders viele verschiedene und seltene Tier- und Pflanzenarten:

Hotspots in Deutschland

Fast ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten in Deutschland sind bedroht. Das geht aus dem Artenschutzreport hervor, den das Bundesamt für Naturschutz jetzt erstmals vorgelegt hat. Mehr darüber hier:

Artenschutzreport