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Lexikon

Die Vielfalt der Arten


Libelle. (Foto: Heinrich Lange / pixelio)
Liebelle im Flug.
Ein Fischschwarm. (Foto: Jörg Henkel, Hamburg / pixelio)
Fischschwarm im Korallenriff.
Sibirischer Tiger. (Foto: S. Taheri cc-by-sa @ wikipedia.de)
Sibirischer Tiger, Portrait.

Die Biologische Vielfalt ist einer der größten Schätze unseres Planeten. Deshalb haben die Vereinten Nationen - also der Zusammenschluss aller Länder der Erde - das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 zur "Dekade der biologischen Vielfalt" erklärt. Das bedeutet, dass die Länder ihre Anstrengungen, die biologische Vielfalt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten, noch einmal verstärken wollen.

Der Begriff "Biologische Vielfalt" setzt sich aus drei Säulen zusammen: Die Vielfalt der Lebensräume, die Vielfalt der Arten und die Vielfalt innerhalb einer Art. Alle drei Säulen sind gleich wichtig und bedingen sich gegenseitig.

In den folgenden drei Artikeln werden sich die Naturdetektive näher mit den drei Säulen der Biologischen Vielfalt beschäftigen. Beginnen wir mit der Vielfalt der Arten. Wir stellen euch einige besonders spannende Arten vor, die die Biologische Vielfalt hervorgebracht hat. Aber aufgepasst: Eine von ihnen gibt es nicht!

Für immer Kind: Axolotl

Axolotl. Deutlich sind seitlich am Kopf die Kiemen zu erkennen. (Foto: Stan Shebs cc-by-sa @ wikipedia.de)

Ewig Kind sein - diesen Traum hat einer wahr gemacht: Der Axolotl. Der Axolotl ist ein Molch und lebt im Xochimilco-See in Mexiko. Das Besondere an ihm: Während alle anderen Molchlarven sich nach wenigen Wochen in einen erwachsenen Molch mit Lungenatmung verwandeln, bleibt der Axolotl immer Larve. Sein ganzes Leben lang trägt er Kiemen und lebt im Wasser. Und dabei wird er sogar richtig groß: Wenn er ausgewachsen ist, misst er rund 30 Zentimeter. Die Kiemen trägt er aber immer noch - genau wie alle anderen Molchkinder. 

Wie man dem Winter ein Schnippchen schlägt: Der Zwiesel

Kein Problem mit kaltem Wetter hat der Zwiesel. (Foto: Karunakar Rayker cc-by-sa @ Wikipedia.de)
Altaiwiesel.

Eines unserer merkwürdigsten heimischen Tiere ist der Zwiesel. Er gehört zu den Mardern. Als endemisch lebende Art kommt der Zwiesel aber ausschließlich im Bayerischen Wald vor, der für seine langen, schneereichen Winter und kurze trockene Sommer bekannt ist.

Der Zwiesel hat sich diesen Bedingungen perfekt angepasst: Als einzige Marderart bekommt er seine Jungen schon im Januar. Dazu baut er kleine Mini-Iglus in die dicke Schneedecke. Zum Auspolstern der Kinderstube ist der Zwiesel auf einen besonderen Trick gekommen: Gerne treibt er sich in der Nähe der Berghütten herum und schleppt die Ausstattung der Skifahrer in seinen Bau. Nicht selten wurden schon Kinderstuben von Zwieseln gefunden, die mit alten Handschuhen und verloren gegangenen Skimützen ausgepolstert waren.

Wenn im Mai der Frühling Einzug hält und die Schneedecke schmilzt, sind die kleinen Zwiesel schon so groß, dass der Bau nicht mehr benötigt wird.  Im nächsten Winter baut sich der Zwiesel einfach einen neuen - unachtsame Skifahrer gibt es schließlich genug.

Wenn Säugetiere Eier legen: Das Schnabeltier

Ein Schnabeltier. (Foto: Stefan Kraft cc-by-sa @ wikipedia.de)
Schnabeltier im Wasser.

Irgendwann in der frühen Entwicklungsgeschichte der Säugetiere hat die Evolution eine Abzweigung eingeschlagen. Sie endete beim Schnabeltier, einem Säugetier, das Eier legt. Es lebt an Flüssen und Seen im Osten Australiens. Dort bewohnt es Erdhöhlen, deren Eingang unter der Wasseroberfläche liegt. Wenn es jagt, kann das Schnabeltier bis zu zwei Minuten unter Wasser bleiben. Dazu schließt es Augen und Ohren und verlässt sich ganz auf seinen Schnabel, denn der ist ein Wunderwerk der Natur: Ausgestattet mit feinsten Tastsinnen spürt er kleinste Bewegungen der Beutetiere auf.

Wenn Schnabeltiere Nachwuchs bekommen, dann gräbt das Weibchen einen langen Gang in die Erde mit einem Nestkessel am Ende. Dort legt es drei weiße Eier mit dünner Schale. Nach rund zehn Tagen schlüpfen die Kleinen, die dann von der Mutter gesäugt werden. Weil das Schnabeltier aber keine Zitzen hat, lecken die Jungen die Milch aus dem Fell der Mutter!

Schrecken der tropischen Wälder: Die Harpyie

Zwei Meter Spannweite: Harpyie im Flug. (Foto: Tigershrike cc-by-sa @ wikipedia.de)
Harpyie im Flug.

Einer der größten und stärksten Greifvögel der Welt lebt in den tropischen Wäldern Südamerikas. Mit rund zwei Metern Flügelspannweite segelt die Harpyie über den Baumkronen dahin, auf der Jagd nach Affen und Faultieren, Opossums und Schlangen. Mit ihren kräftigen Krallen packt die Harpyie ihre Beutetiere und tötet sie mit festem Griff. Ihren merkwürdigen Namen hat sie aus der griechischen Sage: Dort sind Harpyien vogelähnliche Wesen mit menschlichem Kopf, die Kinder stehlen.

 

Weiterlesen: Die Vielfalt der Lebensräume

Welches der beschriebenen Tiere gibt es nicht?
A oder B oder C oder D - nur eine Antwort ist richtig.
A Axolotl
B Zwiesel
C Schnabeltier
D Harpyie

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Definition

Als Endemit werden Pflanzen oder Tiere bezeichnet, die nur in einer bestimmten, räumlich klar abgegrenzten Umgebung vorkommen. Diese sind in diesem Gebiet endemisch.