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Lexikon

Carl von Linné


Mus musculus domesticus homo sapiens bellis perennis: Das klingt ganz schön geheimnisvoll, oder? Ein wenig wie ein Zauberspruch bei Harry Potter.

Hinter diesem Spruch verbergen sich aber bloß drei Namen, nämlich die wissenschaftlichen Bezeichnungen für Hausmaus (Mus musculus domesticus), Mensch (Homo sapiens) und Gänseblümchen (Bellis perennis). Neben den Namen in den jeweiligen Landessprachen hat jedes Tier und jede Pflanze einen lateinischen Namen. Warum ist das so? Und woher kommen die Namen? Dem gehen die Naturdetektive auf den Grund.

Die Ordnung des Carl von Linné

Carl von Linné. (Gemälde von Alexander Roslin; Fotobearbeitung von Greg L. cc-by-sa @ Wikipedia.de)
Carl von Linné, Portrait von 1775
Linnaea borealis, das nordische Moosglöckchen, ist Namensgeber vieler schwedischer Mädchen namens Linnéa. (Foto: Henripekka Kallio cc-by-sa @ wikipedia.de)

Die lateinische Bezeichnung der Tiere und Pflanzen geht auf einen schwedischen Naturwissenschaftler zurück. Er hieß Carl von Linné und wurde 1704 geboren. Schon als Junge interessierte er sich für die Natur und studierte Pflanzen und Tiere. Später wurde er Professor und schrieb naturwissenschaftliche Bücher.

In seinem Hauptwerk, der "Systema Naturae", stellt er 1735 erstmals ein allgemein gültiges System auf, in das er alle ihm bekannten Pflanzen und Tiere einsortieren konnte. Er führte die Begriffe Klasse, Ordnung, Gattung, Art und Unterart ein. Dabei bezeichnet die "Klasse" die gröbste Unterteilung, die "Unterart" die feinste. Seine Ordnung benutzen wir noch heute.

Ein Beispiel: Die Art Hausmaus (mus musculus) gehört zur Gattung der Mäuse. Diese gehören der Ordnung der Nagetiere an, die wiederum zur Klasse der Säugetiere gezählt werden. Ein paralleles System gibt es bei den Pflanzen. Das System ist überall auf der Welt gültig und erleichtert die Bestimmung von Tier- und Pflanzenarten.

Warum wählte Carl von Linné die lateinische Sprache? Weil Latein zu seiner Zeit die Sprache der Wissenschaft war. Die meisten wissenschaftlichen Werke waren in lateinischer Sprache abgefasst. Inzwischen werden naturwissenschaftliche Texte meistens in englisch geschrieben. Englisch ist zur internationalen Sprache geworden, die jeder Wissenschaftler spricht und versteht. Wenn jedoch ein Tier oder eine Pflanze neu entdeckt wird und einen Namen bekommen soll, dann wählt man auch heute noch überall auf der Welt die Sprache Latein und die Ordnung des Carl von Linné.

Was bedeuten die lateinischen Bezeichnungen?

Die lateinischen Bezeichnungen der Tiere und Pflanzen bestehen meist aus zwei Wörtern. Sie geben Aufschluss darüber, welcher Gattung ein Tier oder eine Pflanze angehört und um welche Art es sich handelt. Bleiben wir beim Beispiel Hausmaus: Alle Mäuse tragen den Gattungsnamen "Mus". Bei den Hausmäusen kommt der Artname "musculus" hinzu. Wenn man Unterarten bestimmen will, muss man einen dritten Namen hinzufügen - in diesem Fall "domesticus". Und schon weiß jeder Biologe, dass es sich bei dem beschriebenen Tier um eine "Westliche Hausmaus" handelt - und nicht um eine "Asiatische Hausmaus" (Mus musculus bactrianus) oder gar um eine Feldmaus (Microtus arvalis). Die gehört nämlich der Gattung "Wühlmäuse" an und wird deshalb auch anders bezeichnet.

Wann wurde Carl von Linné geboren?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A 1804
B 1704
C 1735

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