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Lexikon

Gelbbauchunke


Bei dieser jungen Gelbbauchunke sieht man gut, woher das Tier seinen Namen hat. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa @ wikipedia.de)
Gelbbauchunke am Boden.

Mit dem "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" werden Naturschutz-Projekte gefördert, die sich in besonderer Weise für den Erhalt der Biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen. An dieser Stelle wollen wir euch einige Projekte vorstellen, die sich vor allem um den Erhalt der sogenannten "Verantwortungsarten" kümmern. Das sind Tier- und Pflanzenarten, für deren Erhalt Deutschland eine besonders große Verantwortung hat, zum Beispiel weil sie hauptsächlich hier bei uns vorkommen. Lernt mit uns jetzt die Gelbbauchunke kennen.

Warum ist die Gelbbauchunke so selten?

Ein dunkles Exemplar der Gelbbauchunke. (Foto: Christoph Leeb cc-by-sa @ wikipedia.de)
Bauchseite einer jungen Gelbbauchunke.
Natürlicher Lebensraum von Gelbbauchunken. (Foto: Rosenzweig cc-by-sa @ wikipedia.de)
Kleingewässer.

In Deutschland wird die Gelbbauchunke auf der Roten Liste als "stark gefährdet" eingestuft; in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gilt sie sogar als "vom Aussterben bedroht". Und das, obwohl sie eine der Arten ist, für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt. Ein bedeutender Teil des weltweiten Vorkommens von Gelbbauchunken lebt hier bei uns. Doch warum ist sie so gefährdet? Die Gelbbauchunke braucht kleine, sonnige Tümpel, um im Frühjahr ihre Eier (den "Laich") dort abzulegen. Früher fand sie solche Tümpel in Fluss- und Bachauen, doch heute sind solche Gewässer selten geworden. Flüsse und Bäche wurden begradigt und eingedeicht, so dass die natürlichen Hochwasser ausblieben und Auen austrockneten.

Heute kommt die Gelbbauchunke vorallem dort vor, wo Menschen künstlich Gewässer geschaffen haben, zum Beispiel in still gelegten Steinbrüchen, Kies- und Tongruben. Doch auch hier ist sie bedroht: Solche Gruben werden oft wieder verfüllt - Pech für die Gelbbauchunke. Außerdem sind diese Gebiete oft so weit voneinander entfernt, dass die Unken keinen Kontakt zu ihren Artgenossen in anderen Gewässern haben.

Wie kann man der Gelbbauchunke helfen?

Komm mir nicht zu nah! (Foto: Christoph Leeb cc-by-sa @ wikipedia.de)
Gelbbauchunke in Verteidigungshaltung.
Jungtiere. (Foto: Rosenzweig cc-by-sa @ wikipedia.de)
Junge Gelbbauchunken am Gewässer.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) will der Gelbbauchunke helfen. Dabei wird er vom Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Mit vielen ehrenamtlichen Helfern wollen die Naturschützer in mehr als 100 Projektgebieten in Deutschland die Lebensräume von Gelbbauchunken wiederherstellen und womöglich miteinander verbinden. Man kann sich das so vorstellen, dass zum Beispiel zwischen zwei geeigneten Lebensräumen, die zu weit voneinander entfernt sind, kleine Tümpel als "Trittsteine" angelegt und hier Gelbbauchunken angesiedelt werden. So könnten die Tiere vom Steinbruch aus über mehrere kleine Gewässer wieder zu natürlichen Bachauen gelangen.

Zugleich will der NABU Bäche und Flüsse wieder "renaturieren". Das bedeutet, dass die Gewässer wieder ihren natürlichen Verlauf und eine naturnahe Uferbepflanzung bekommen. Dadurch können sich wieder natürliche Hochwasser bilden, durch die kleine Tümpel entstehen, auf die die Gelbbauchunke angewiesen ist. Viele weitere Maßnahmen sollen das Projekt begleiten und den Bestand der Gelbbauchunke in Deutschland stärken.

Wie nennt man die Eier der Gelbbauchunke?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Lachs
B Laich
C Lurch

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Wasseramsel. (Foto: Re.Ko / pixelio.de)
Wasseramsel auf einem Stein im Bach.

Wenn man Flüsse und Bäche renaturiert - also wieder in einen naturnahen Zustand versetzt - dann hilft man damit nicht nur der Gelbbauchunke, sondern auch vielen anderen Tieren. Genau wie die Unke sind auch andere Froschlurche von kleinen Gewässern abhängig, in denen sie laichen können. Aber auch Säugetiere wie Biber und Otter brauchen natürliche Gewässer mit gut strukturierten Ufern. Auch Pflanzen haben etwas von der Renaturierung: Verschiedene Pflanzenarten sind auf feuchte Böden angewiesen und kommen nur dort vor, wo das Gewässer ab und zu über die Ufer treten darf.

Wenn du mehr über die Dynamik von Flüssen wissen willst und darüber, welche Pflanzen und Tiere davon abhängig sind, dann lies hier weiter.

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Weil der Erhalt der Biologischen Vielfalt eine unserer wichtigsten Zukunftsaufgaben ist, haben die Vereinten Nationen das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 zur "Dekade der Biologischen Vielfalt" erklärt. In diesen zehn Jahren sollen die Anstrengungen zum Erhalt der Vielfalt so sehr verstärkt werden, dass kommende Generationen die Natur mindestens in einer ebenso großen Vielfalt erleben wie wir heute.

Mehr Infos findest du auf der Website der UN-Dekade der Biologischen Vielfalt.