Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Feuersalamander


Feuersalamander. (Foto: Thomas Schubert / pixelio.de)
Feuersalamander.

Mit dem "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" werden Naturschutz-Projekte gefördert, die sich in besonderer Weise für den Erhalt der Biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen. An dieser Stelle wollen wir euch einige Projekte vorstellen, die sich vor allem um den Erhalt der sogenannten "Verantwortungsarten" kümmern. Das sind Tier- und Pflanzenarten, für deren Erhalt Deutschland eine besonders große Verantwortung hat, zum Beispiel weil sie hauptsächlich hier bei uns vorkommen. Lernt nun den Feuersalamander kennen.

Wie lebt der Feuersalamander?

Feuersalamander im Versteck. (Foto: Hans-Gerd Tenner cc-by-sa @ wikipedia.de)
Feuersalamander unter Laub.

Feuersalamander sind Lurche mit einer sehr auffälligen gelben oder orangefarbenen Körperzeichnung. Daran kannst du sie gut von den Molchen unterscheiden, deren Körperbau dem des Feuersalamanders sehr ähnlich ist. Feuersalamander sind nachtaktiv und kommen vor allem bei Regenwetter aus ihren Verstecken. Deshalb ist es so schwierig, sie zu entdecken.

Sie leben vor allem im und am Wald und lieben kleine Bäche. Nadelwälder mögen die Salamander nicht, denn dort fehlt das Unterholz, das ihnen Verstecke bieten könnte. Bei feuchtem Wetter geht der Feuersalamander nachts auf die Jagd nach Insekten und Spinnen.

Wie bei allen Amphibien leben die Jungtiere - die "Larven" - des Feuersalamanders im Wasser. Aber anders als die allermeisten Amphibien legen Feuersalamander keine Eier, sondern bringen lebendige Junge zur Welt. Im Frühjahr macht sich die Feuersalamander-Mami nach der Befruchtung durch ein Männchen auf den Weg zum nächsten Quellbach. Dort bringt sie innerhalb weniger Tage rund 30 kleine Larven zur Welt, die sich in den nächsten drei Monaten zum erwachsenen Feuersalamander entwickeln.

Feuersalamander in Gefahr

Ein Feuersalamander. (Foto: Conny cc-by-sa @ wikipedia.de)
Portrait eines Feuersalamanders

Seit vielen Jahren gehen die Bestände der Feuersalamander zurück. Woran liegt das? Zum einen daran, dass in der Vergangenheit zu oft Nadelwälder angepflanzt wurden. In Nadelwäldern finden Feuersalamander aber keine guten Lebensbedingungen mehr.

Eine weitere Ursache für den Rückgang der Feuersalamander liegt darin, dass die sauberen Quellbäche, in denen die Feuersalamander-Larven heranwachsen, häufig aus den Wäldern verschwunden sind. Sie wurden begradigt und ihre Ufer befestigt, Auen und Überschwemmungsgebiete trocken gelegt. So finden die Feuersalamander nur noch wenige Plätze, die für das Aufwachsen ihrer Jungen geeignet sind.

Rettung für den Feuersalamander

An seiner auffälligen Zeichnung kannst du den Feuersalamander gut erkennen. (Foto: Se90 cc-by-sa @ wikipedia.de)
Feuersalamander aus der Nähe.

Im Thüringer Wald mitten in Deutschland befindet sich eines der größten Vorkommen des Feuersalamanders in Deutschland. Aber auch hier sind in den vergangenen Jahren immer weniger junge Salamander geboren worden. Doch das soll sich jetzt ändern. Mit einem ehrgeizigen Großprojekt will die "Naturstiftung David" des BUND Thüringen zusammen mit den zuständigen Forstämtern und Landkreisen dem Feuersalamander helfen. Was ist geplant?

Auf einer Länge von 65 Kilometern soll das Quellgebiet des Flusses Gera "renaturiert" werden. Das bedeutet, dass der natürliche Verlauf erhalten bleibt und Uferbefestigungen entfernt werden. Dadurch kann sich das Ufer wieder natürlich entwickeln, Auen und Überschwemmungsgebiete werden wieder belebt.

Gleichzeitig sollen an den Ufern der Quell- und Zuflüsse wieder naturnahe Mischwälder entstehen, die langfristig die reinen Nadelwälder ersetzen. So wird sich nicht nur die Wasserqualität verbessern, sondern es wird auch ein geeigneter Lebensraum für Feuersalamander und viele andere Tiere und Pflanzen geschaffen.

Wieso ausgerechnet Feuersalamander?

Die Groppe lebt gut getarnt in klaren, kalten Quellflüssen. (Foto: Hans Hillewaert cc-by-sa @ wikipedia.de)
Groppe am Grund.

Der Feuersalamander gehört zu den Arten, für die Deutschland eine besondere Verantwortung hat. Gleichzeitig ist er aber auch Stellvertreter für viele andere seltene Tier-Arten, denen die Naturschützer mit den geplanten Maßnahmen helfen wollen. Manche Fische leben nur in kalten, klaren Quellbächen - wie zum Beispiel die Groppe und das Bachneunauge. Beide sind in Deutschland sehr selten geworden. Mit der Renaturierung der Quellbäche kann man auch diesen Tieren helfen.

Welchen Fischen kann man mit der Renaturierung von Quellflüssen besonders helfen?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Groppe und Lachs
B Groppe und Forelle
C Groppe und Bachneunauge

zurück

Zurück zu natürlichen Gewässern

Teichfrosch. (Foto. holger Groeschl cc-by-sa @ wikipedia.de)
Teichfrosch im Wasser.

Wenn man Flüsse und Bäche renaturiert - also wieder in einen naturnahen Zustand versetzt - dann hilft man damit nicht nur dem Feuersalamander, sondern vielen anderen Amphibien, Fischen und Säugetieren. Genau wie der Feuersalamander sind auch andere Lurche, Kröten und Frösche von sauberen  Gewässern abhängig, in denen sie laichen können. Aber auch Säugetiere wie Biber und Otter brauchen natürliche Gewässer mit gut strukturierten Ufern. Verschiedene Pflanzenarten sind auf feuchte Böden angewiesen und kommen nur dort vor, wo das Gewässer ab und zu über die Ufer treten darf.

Wenn du mehr über die Dynamik von Flüssen wissen willst und darüber, welche Pflanzen und Tiere davon abhängig sind, dann lies hier weiter.

Dekade der Biologischen Vielfalt

Logo der Dekade der Biologischen Vielfalt

Weil der Erhalt der Biologischen Vielfalt eine unserer wichtigsten Zukunftsaufgaben ist, haben die Vereinten Nationen das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 zur "Dekade der Biologischen Vielfalt" erklärt. In diesen zehn Jahren sollen die Anstrengungen zum Erhalt der Vielfalt so sehr verstärkt werden, dass kommende Generationen die Natur mindestens in einer ebenso großen Vielfalt erleben wie wir heute.

Mehr Infos findest du auf der Website der UN-Dekade der Biologischen Vielfalt.