Bundesamt für Naturschutz BfN

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Lexikon

Löffelkraut und Co.

Willkommen zum Wochenwettbewerb der Naturdetektive!

Blüte des Bayerischen Löffelkrauts. (Foto: Thomas Meyer cc-by-sa1.2 @ wikipedia.de)
Weixe Blüte des Löffelkrauts, Nahaufnahme.

Mit dem "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" werden Naturschutz-Projekte gefördert, die sich in besonderer Weise für den Erhalt der Biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen. An dieser Stelle wollen wir euch einige Projekte vorstellen, die sich vor allem um den Erhalt der sogenannten "Verantwortungsarten" kümmern. Das sind Tier- und Pflanzenarten, für deren Erhalt Deutschland eine besonders große Verantwortung hat, zum Beispiel weil sie hauptsächlich hier bei uns vorkommen. Lernt in dieser Woche das Bayerische Löffelkraut und das Breitblättrige Knabenkraut kennen.

Endemit des Alpenvorlandes: Das Bayerische Löffelkraut

Unscheinbar und selten: Bayerisches Löffelkraut. (Foto: Thomas Meyer cc-by-sa 1.2 @ wikipedia.de)
Löffelkraut mit Blättern.

Das Bayerische Löffelkraut ist ein Endemit. Das bedeutet, dass es nur in einem ganz bestimmten Gebiet vorkommt und nirgendwo sonst auf der Welt. Bayerisches Löffelkraut gibt es nur in Bayern - und auch dort nur an ganz wenigen Standorten im Vorland der Bayerischen Alpen. Für den Erhalt dieser Art hat Deutschland die weltweite Alleinverantwortung!

Doch sein Überleben ist bedroht. Das Kraut wächst nämlich nur in nährstoffarmen Quellgründen und nur dann, wenn stärkere Pflanzen ihm nicht den Platz wegnehmen. Sobald das Quellwasser zu viele Nährstoffe enthält, können auch andere Pflanzen hier gut wachsen. Sie verdrängen das Löffelkraut. Wenn Quellen versiegen, weil andernorts Gräben und Rohre das Wasser umleiten oder Gewässer begradigt und verbaut werden, kann das empfindliche Kraut ebenfalls nicht mehr dort wachsen. So werden die geeigneten Standorte immer seltener.

Hilfe für das Löffelkraut

Dagegen will der "Bund Naturschutz in Bayern" nun etwas tun. Gefördert  vom "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" sollen die verbliebenen Standorte des Löffelkrauts geschützt und verbessert werden. Wie macht man das? Indem man zum Beispiel dafür sorgt, dass die Quell-Lebensräume erhalten und gepflegt oder sogar renaturiert werden. Außerdem soll ein Netzwerk von "Löffelkraut-Paten" aufgebaut werden, die jedes Jahr die Bestandsentwicklung "ihrer" Populationen beobachten, die Lebensräume pflegen und Verschlechterungen oder Gefahren melden. Es wird auch untersucht, welche Eigenschaften das Wasser der Quellbäche haben muss, damit das Löffelkraut dort wachsen kann.

Breitblättriges Knabenkraut

Breitblättriges Knabenkraut. (Foto: Jörg Hempel cc-by-sa 3.0 @ wikipedia.de)
Blüte des Breitblättrigen Knabenkrauts.

Das Breitblättrige Knabenkraut ist eine heimische Orchideen-Art. Alle Orchideen stehen in Deutschland unter Schutz. Dennoch sind viele von ihnen selten geworden, weil sich ihre Lebensbedingungen verschlechtert haben. Das Breitblättrige Knabenkraut wächst zum Beispiel auf Nasswiesen. Wenn solche Wiesen trocken gelegt oder gedüngt werden, können die empfindlichen Orchideen dort nicht mehr wachsen.

Mit Hilfe des Bundesprogramms Biologische Vielfalt soll dem Breitblättrigen Knabenkraut jetzt geholfen werden - und damit allen seltenen Arten, die auf Feucht- und Nasswiesen angewiesen sind. Der NABU will vor allem im Saarland, wo die Orchidee noch recht häufig ist, zusammen mit Landwirten und Hobby-Gärtnern die Standorte des Knabenkrauts erhalten und verbessern. Auch hier sollen Paten eingesetzt werden, die sich um "ihre" Knabenkrautpflanzen kümmern und die die Wiesen, auf denen sie wachsen, regelmäßig pflegen.

Warum ist das Bayerische Löffelkraut so selten?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Weil es von Spaziergängern gepflückt wird.
B Weil es nur in Quellgründen im Alpenvorland vorkommt.
C Weil es von Rehen gefressen wird.

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Artenparadies Feuchtwiese

Wiesenschaumkraut auf einer Feuchtwiese. (Foto: Guido Gerding cc-by-sa 2.0 @ wikipedia.de)
Wiesenschaumkraut

Nicht nur Orchideen profitieren davon, wenn Feucht- und Nasswiesen erhalten bleiben. Auch andere seltene Pflanzen und Tiere sind auf solche speziellen Standorte angewiesen. Häufig kommen Feucht- und Nasswiesen jedoch nur noch dort vor, wo keine landwirtschaftliche Nutzung möglich ist, zum Beispiel in schlecht zugänglichen Talmulden oder in Naturschutzgebieten. An günstigeren Standorten wurden die Feuchtwiesen in Äcker oder Weideland umgewandelt.

Feuchtwiesen sind Lebensraum für seltene Vogelarten wie den Brachvogel, die Wiesenweihe, den Storch und den Kiebitz. Hier leben auch seltene Amphibien wie der Laubfrosch und die Rotbauchunke und Reptilien wie Ringelnatter und Kreuzotter.  Auch diese  Arten profitieren davon, wenn man Feucht- und Nasswiesen erhält.

Übrigens sind Wiesen kein natürlicher Bestandteil unserer Landschaft, sondern müssen gepflegt werden. Wo Wiesen über einen längeren Zeitraum nicht gemäht oder beweidet werden und die Gebüsche nicht zurückgeschnitten werden, entsteht mit der Zeit wieder Wald.