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Lexikon

Feldvögel in Gefahr!


In manchen Regionen in Deutschland leider selten geworden: Der Kiebitz. (Foto: Lämpel cc-by-sa 3.0)
Kiebitz im Gras.

Vogelkundler schlagen Alarm: Die Zahl der Feldvögel in Europa ist in den letzten 30 Jahren um die Hälfte zurück gegangen. Immer weniger Feldlerchen, Kiebitze und Feldsperlinge sind unterwegs. Warum das so ist und was man gegen den Rückgang tun kann, erfährst du hier.

Landwirtschaft und Siedlungsbau verdrängen die Vögel

Ein großer Mähdrescher. (Foto: Uwe Steinbrich / pixelio)
Mähdrescher auf dem Getreidefeld.
Eine einzige Pflanzensorte auf einem riesigen Feld - hier ist für Wildtiere kein Platz. (Foto: B. Monginoux 7 www.landschaft-foto.com cc-by-nc-nd)
Riesiges Getreidefeld.
Feldlerchen brüten in Wiesen und Weiden. Meist hört man ihren zwitschernden Gesang, bevor man sie entdeckt. (Foto: Frebeck cc-by-sa)
Feldlerche auf einem Zaunpfahl.
Früher waren Feldsperlinge auf jedem Bauernhof in Scharen anzutreffen. (Foto: Sixta Görtz)
Feldsperling auf einem Ast.
Männliche Wiesenweihe im Flug. Die Weibchen sind braun und wesentlich größer. (Foto: Cks 3976)
Eine männliche Wiesenweihe im Flug.

Auch in Deutschland ist der Rückgang der Feldvögel zu beobachten. Seit 1990 gibt es immer weniger von ihnen, die auf Äckern, Wiesen und Weiden brüten oder dort nach Nahrung suchen. Woran liegt das?

Große Ackerflächen

Die wichtigste Ursache für den Vogelschwund liegt in den Veränderungen der Landwirtschaft. Früher waren die Felder klein und zwischen ihnen wuchsen Hecken, kleine Wäldchen oder Wildkräuter. Viele Wildtiere fanden hier Lebensraum. Heute sind die Äcker zum Tiel riesengroß, Hecken und Wälder verschwunden. Der Landwirt hat große Maschinen  zur Verfügung, mit denen er seine Felder in kurzer Zeit abernten kann. Dadurch sind für uns Verbraucher die Lebensmittel in den letzten Jahrzehnten immer preiswerter geworden - aber die Äcker immer größer.

Fehlende Brutplätze

Auch Wiesen werden viel häufiger gemäht als früher und bestimmte Getreidearten können schon im Spät-Frühling geerntet werden - genau zur Brutzeit einiger Feldvögel. Durch den Einsatz von Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmitteln finden die Vögel auf den Feldern immer weniger Nahrung.

Zu wenig Vielfalt

Einige Landwirte bauen andere Nutzpflanzen an als früher. Den gelb blühenden Raps und die hohen Maispflanzen sieht man inzwischen viel häufiger auf den Feldern. Das liegt daran, dass man heute aus Raps nicht nur Speiseöl, sondern sogar Treibstoff für Autos herstellen kann - und Maispflanzen eignen sich besonders gut, um in Biogasanlagen Energie zu gewinnen. Das ist zunächst nichts Schlechtes, denn Energie aus Biomasse gehört zu den "erneuerbaren Energien" und ist damit wichtig für unser Klima. Wildtieren bieten die dicht bestellten Felder jedoch keinen Lebensraum.

Es wird zu viel gebaut

Doch nicht nur die Landwirtschaft ist für den Rückgang der Feld- und Wiesenvögel verantwortlich: Zusätzlich gehen in Deutschland jeden Tag knapp 100 Hektar Grünland verloren, weil Siedlungen, Gewerbegebiete und Straßen gebaut werden. Für die Tiere bleibt kaum noch Platz.

Was wird gegen den Rückgang der Feldvögel getan?

Feldlerche. (Foto: Daniel Pettersson cc-by-sa2.5)
Feldlerche mit Beute.

"Greening" heißt das Zauberwort, mit dem die Europäische Union die Vielfalt auf den europäischen Feldern verbessern will. Landwirte und Naturschützer hatten den Politikern Vorschläge gemacht, wie dieses Ziel erreicht werden könnte. Die Politiker einigten sich darauf, dass alle Landwirte ab sofort fünf Prozent ihrer Flächen natürlich gestalten müssen.

Mehr Natur in der Landwirtschaft

So sollen sie zum Beispiel Hecken anlegen, Wildpflanzen zwischen den Feldern stehen lassen und auf Pflanzenschutzmittel und Dünger verzichten. Fünf Prozent ist ungefähr so viel wie der halbe Strafraum im Vergleich zum ganzen Fußballfeld - aber besser als nichts! Erst in einigen Jahren wird man sehen, ob die Maßnahmen etwas nützen - und die Wildtiere auf unseren Feldern sich wieder vermehren.

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(Foto: gemeinfrei cc0)
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