Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Wenn Artenschutz erfolgreich ist


Du hast bestimmt schon von der Liste der 100 gefährdetsten Arten der Erde erfahren. Sie war von 8000 Wissenschaftlern zusammengetragen und von der Internationalen Naturschutz-Union (IUCN) veröffentlicht worden. Doch die Liste stellt nicht nur eine traurige Bestandsaufnahme dar, sondern sie will auch helfen: Zu jeder einzelnen Art machen die Wissenschaftler Vorschläge, wie den Tieren und Pflanzen geholfen werden kann. Denn die Wissenschaftler meinen: Wenn wir schnell handeln, können wir wenigstens einige Arten noch erhalten!

Hier lernst du zwei Beispiele kennen, wie gelungener Artenschutz Tierarten in buchstäblich letzter Sekunde vor dem Aussterben bewahrt hat.

Przewalski - das letzte Wildpferd

Ein Przewalski-Pferd. (Foto: Srr cc-by-sa 3.0 @ wikipedia.de)
Przewalski-Pferd in der Steppe.

Das Przewalski-Pferd ist das einzige lebende Wildpferd. Schon vor rund 200.000 Jahren streiften diese Pferde durch die Steppen Europas und Asiens. Bis 1969. Da wurde das letzte frei lebende Przewalski-Pferd in der Mongolei gesichtet. Durch Jagd und Nahrungskonkurrenz zu weidenden Viehherden war die Art so gut wie ausgestorben. Nur in einigen Zoos in Europa gab es noch Tiere, die regelmäßig Nachwuchs hatten.

Das war die Stunde der Wissenschaft. 1986 begann ein Zuchtprogramm, bei dem die Zootiere eine wichtige Rolle spielten: Ihre Nachkommen sollten wieder frei durch die Steppen Asiens streifen. 10 Jahre später wurden die ersten Przewalski-Pferde in der Mongolei ausgewildert. In verschiedenen Nationalparks in Kasachstan, der Ukraine, China und der Mongolei leben heute wieder insgesamt rund 300 Przewalski-Pferde - und vermehren sich.

In letzter Sekunde: Rettung für die Riesen der Meere

Ein springender Buckelwal. (Foto: gemeinfrei)
Springender Buckelwal.
Schwanzflosse eines Buckelwals. (Foto: J. Wagner cc-by-sa 1.2 @ wikipedia.de)
Winkende Schwanzflosse.

Bevor 1966 der kommerzielle Walfang verboten wurde, hatten Walfänger den Buckelwal bis auf wenige Tiere ausgerottet. In den Weiten der Ozeane hatten nur noch so wenige Tiere überlebt, dass es fraglich war, ob sich Männchen und Weibchen überhaupt noch finden würden. Doch sie fanden sich und bekamen Nachwuchs: 60.000 Buckelwale schwimmen heute wieder durch unsere Meere. Verantwortlich dafür sind Naturschützer und Wissenschaftler aus aller Welt, die jahrzehntelang dafür gekämpft haben, dass der Walfang verboten wird. Sie haben es geschafft. 

Warum es den vereinzelten Paaren trotzdem gelang, sich in den Weiten des Ozeans zu finden, haben Wissenschaftler inzwischen auch herausgefunden: Buckelwal-Männchen locken die Weibchen mit ihrem Gesang an, der im Meer über viele Kilometer hinweg zu hören ist.

Hier kannst du einen Buckelwal singen hören!

Wie viele Buckelwale gibt es heute wieder in den Ozeanen?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Rund 6.000
B Etwa 600.000
C Ungefähr 60.000

zurück

Mehr zum Thema Artenschutz

Dank Artenschutz auch bei uns wieder heimisch: Der Luchs. (Foto: Jens Bredehorn / pixelio)
Portrait eines Luchses.

Die IUCN - die internationale Naturschutz-Union - erstellt regelmäßig die Internationale Rote Liste der bedrohten Tierarten. Sie stützt sich auf die Erkenntnisse der Nationalen Roten Listen. In Deutschland wird diese Liste vom vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlicht.

Lies hier mehr über die Rote Liste.

Wenn du wissen willst, was die Biologische Vielfalt ist und warum wir sie brauchen, dann

lies hier weiter.

Hier findest du einige Beispiele für bedrohte Arten in Deutschland. Lies mehr darüber, warum sie gefährdet sind und wie sie mit Hilfe des Förderprogramms Biologische Vielfalt geschützt werden sollen.

Mehr über Biologische Vielfalt in Deutschland.