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Lexikon

Die Großtrappe


Eine Großtrappe im Flug. (Foto: Birgit Block)
Großtrappe über einer Wiese.

Einer der größten flugfähigen Vögel der Welt kann 16 Kilogramm auf die Waage bringen - und trotzdem fliegen. Er ist hier bei uns in Deutschland zu Hause. Aber die allermeisten Naturdetektive haben ihn noch nie gesehen: Die Großtrappe.

Früher war die Großtrappe in Europa und Asien weit verbreitet. Inzwischen ist sie so selten geworden, dass man viel detektivischen Spürsinn braucht, um sie zu finden. Eine ihrer Unterarten, die Hindutrappe aus Indien, hat es sogar auf der Liste der "100 bedrohtesten Arten der Welt" geschafft - ein trauriger Rekord.

Warum ist die Großtrappe so selten geworden?

Ein Großtrappen-Hahn ist eine beeindruckende Erscheinung! (Foto: Birgit Block)
Grosstrappenhahn bei der Balz.
Eine Henne mit Küken.(Foto: Birgit Block)
Henne mit Küken zwischen hohem Gras.

Die Großtrappe ist ein Steppenbewohner. Sie mag Brachland, auf dem Blumen und Gräser wachsen und viele Insekten herumschwirren. "Brachland" ist Land, das nicht landwirtschaftlich genutzt wird - also zum Beispiel unbewirtschaftete Felder oder Wiesen, auf denen kein Vieh weidet. Außerdem ist die Trappe gerne ungestört - zum Menschen hält sie Abstand.

Doch da fängt das Problem schon an: Brachland und ungestörte Regionen gibt es bei uns fast gar nicht mehr. Wo keine Siedlungen sind, befinden sich Felder oder Wald. Bis auf wenige Ausnahmen werden die Äcker das ganze Jahr über genutzt. Die Landwirtschaft ist viel intensiver geworden, so dass die Trappen nur noch wenige geeignete Lebensräume finden.

Darüber hinaus leben auf den bewirtschafteten Feldern viel weniger Insekten als auf blütenreichen Wiesen und brachliegenden Äckern. Dabei spielen gerade Insekten im Leben der Trappen eine wichtige Rolle: In den ersten Lebenswochen füttern die Alttiere ihre kleinen Küken nämlich nur mit Insekten. Wenn nicht genügend Krabbeltiere  da sind, dann überleben die Küken die ersten Wochen nicht.

Wie viele Großtrappen gibt es bei uns und wie werden sie geschützt?

Zeichen der Hoffnung: Ein stattlicher Jungvogel. (Foto: Birgit Block)
Jungvogel im Gras.
Ein Küken mit rosiger Zukunft. (Foto: Birgit Block)
Henne mit jungem Küken.
Ein Hahn im Gehege der Vogelwarte in Buckow. (Foto: Birgit Block)
Hahn im Gehege.

Um 1930 herum, also vor ungefähr 80 Jahren, gab es in Deutschland noch etwa 7000 Großtrappen. 1995 waren nur noch 60 Tiere übrig. Die Landwirtschaft hatte sich innerhalb von 60 Jahren so sehr verändert, dass die Großtrappen ihre Lebensgrundlage verloren. Riesige Felder mit einer einzigen Getreideart hatten die kleinen Felder und Brachlandschaften ersetzt, in der die Trappe lebte. Dazu kam noch, dass die Hauptspeise der Trappen den vielen wirksamen Mitteln zur Insektenbekämpfung zum Opfer fielen. Die Großtrappen standen in Deutschland vor dem Aussterben.

Doch es gibt Hoffnung. Denn viele Naturschützer und Landwirte wollen den Großtrappen helfen. In dem Bundesland Brandenburg lebten vor 80 Jahren mehr als die Hälfte aller Großtrappen. Hier sollen sie sich wieder erholen können. In drei verschiedenen Schutzgebieten setzen sich deshalb Menschen dafür ein, die Großtrappen zu retten.

Im Frühjahr, wenn die Großtrappen ihre Eier gelegt haben, nehmen die Helfer einige Eier aus den Nestern und brüten sie im Brutkasten aus. Die geschlüpften Küken werden dann mit Insekten gefüttert und im Herbst wieder ausgewildert. So ist gesichert, dass zumindest ein Teil der Brut jedes Jahr die ersten Monate überlebt.

Einige Landwirte in Brandenburg haben die Bewirtschaftung ihrer Felder umgestellt, indem sie einen Teil ihrer Flächen abwechselnd brach liegen lassen. Außerdem verzichten sie auf Insektengift, so dass sich auf ihren Feldern wieder viele Krabbeltiere tummeln. Hier können Großtrappen wieder Jungtiere aufziehen.

Die gemeinsamen Bemühungen haben dazu geführt, dass im Jahr 2012 in Brandenburg wieder 123 Großtrappen lebten. Der Bestand hat sich also in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Damit geben sich die Helfer aber nicht zufrieden. Sie wollen ihre Arbeit so lange fortsetzen, bis die Großtrappen auch ohne menschliche Hilfe wieder überleben können.

Wenn du noch mehr über Großtrappen wissen willst, dann besuche die Internetseite des Vereins für Großtrappenschutz: Mehr über Großtrappen.

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