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Lexikon

Bäume im Herbst


Bunte Baumkronen im Herbst. (Foto: Linttle 15 / pixelio.de)
Bunte Baumkronen im Herbst.

Im Herbst färben sich die Blätter der Laubbäume bunt und fallen schließlich ab. Die Nadelbäume dagegen sind immer grün. Warum ist das so? Das erfährst du hier.

Warum werfen Laubbäume ihre Blätter ab?

Herbstblätter. (Foto: Dagmar Zechel / pixelio.de)
Grüne und bunte Blätter am Zweig.

Laubbäume werfen ihre Blätter ab, damit sie den Winter überstehen, denn im Winter ist das Wasser im Boden gefroren und der Baum kann die Blätter nicht mehr versorgen. Deshalb zieht der Baum im Herbst alle Nährstoffe aus den Blättern und verschließt die Blattstiele, so dass die Blätter von der Wasserversorgung abgeschnitten sind. Sie werden bunt, welken und fallen schließlich vom Baum. Jetzt kann der Baum in aller Ruhe auf den nächsten Frühling warten und genug Kräfte sammeln, um im Frühjahr neue Blätter und Blüten zu bilden.

Warum bleiben die meisten Nadelbäume immer grün?

Tannenzweig mit Tannezapfen. (Foto: Peter Kretschmer / pixelio.de)
Tannenzweig mit Tannenzapfen.
Auch Kiefern bleiben im Winter grün. (Foto: gemeinfrei)
Kiefernnadeln

Nadelbäumen macht klirrende Kälte nichts aus. Sie haben nämlich vorgesorgt: Ihre Nadeln sind viel besser gegen Kälte geschützt als die Blätter eines Laubbaums. Durch ihre kompakte Form und die besonders feste Oberfläche kann ihnen der Frost nicht viel anhaben. Außerdem sind die Nadeln von einer Art Wachs umgeben, der sie vor dem Austrocknen schützt. Wenn der Baum im Winter kein Wasser aufnehmen kann, trocknen die Nadeln deshalb trotzdem nicht aus.

Schutz gegen Feinde

Auch gegen Fressfeinde ist der Nadelbaum besser geschützt als ein Laubbaum: Seine pieksigen Nadeln sind für viele Tiere ungenießbar - nicht nur wegen ihrer Form, sondern auch weil sie giftige Stoffe oder bitter schmeckende Öle enthalten. So gut gewappnet können Nadeln viele Jahre am Baum verbleiben, bis sie irgendwann aus Altersschwäche abfallen - um sofort durch junge, frische Nadeln ersetzt zu werden.

Wieso gibt es Laubbäume und Nadelbäume überhaupt?

Abgefallene Blätter werden wieder zu Humus. (Foto: Georg Görtz)
Fliegenpilz im Wald zwischen Laub.
Blätter und Früchte der Laubbäume bieten auch vielen Tieren Nahrung. (Foto: Maja Dumat / pixelio.de)
Eicheln und Eichenblätter auf dem Waldboden.
Laubbäume werden schön bunt. (Foto: gemeinfrei)
Baum im Herbst

Wenn die Nadelbäume solche Überlebenskünstler sind - warum gibt es dann bei uns überhaupt Laubbäume? Schließlich brauchen Laubbäume viel mehr Nährstoffe und mehr Wasser als Nadelbäume und müssen in jedem Frühjahr auch noch Tausende neuer Blätter bilden. Das ist doch Energieverschwendung, oder?

Aus Laub wird Humus

Nein, das ist es nicht. Denn mit jedem Blattabwurf sorgen die Bäume selbst dafür, dass ihnen im nächsten Frühjahr genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Dabei helfen ihnen unzählige winzig kleine Bodenarbeiter, die das Laub der Bäume unermüdlich in Humus verwandeln - also guten, nährstoffreichen Boden. Außerdem regnet es bei uns in der gemäßigten Klimazone so viel, dass zwischen Frühjahr und Herbst meistens genügend Wasser zur Verfügung steht.

Laubbaum gegen Nadelbaum

Nadelbäume sind eigentlich eine Anpassung an schlechte Lebensbedingungen. Sie wachsen dort, wo es lange kalt oder trocken ist und wo wenig Humus im Boden ist. Sobald die Bedingungen besser sind, werden die Nadelbäume von Laubbäumen verdrängt. Denn Laubbäume haben einen großen Vorteil: Ihre Blätter sind viel besser in der Lage, Photosynthese zu betreiben als die Nadeln der Nadelbäume.

Was ist "Photosynthese"?

Der grüne Farbstoff im Blatt heißt "Chlorophyll". Er ist der Antrieb für die Photosynthese. (Foto: Maren Bessler / pixelio.de)
Grünes Blatt im Sonnenlicht.
So läuft die Photosynthese im Blatt ab. (Foto: Lars Ebbersmayer cc-by-sa)
Grafik Photosynthese

Alle grünen Pflanzen betreiben "Photosynthese". Das bedeutet: Aus Wasser und dem Gas Kohlendioxid, das in der Luft enthalten ist, können Pflanzen mit Hilfe von Sonnenlicht etwas Neues herstellen - nämlich Zucker und Sauerstoff. Den Zucker brauchen sie zum Wachsen, aber einen Teil des Sauerstoffs geben sie wieder an die Luft ab. Gut so, denn den Sauerstoff brauchen alle Lebewesen zum Atmen. So ist die Photosynthese der Motor des gesamten Lebens auf unserem Planeten!

Grünes Geheimnis

Das Geheimnis der Photosynthese steckt im grünen Farbstoff der Blätter. Er heißt "Chlorophyll" und ist dafür zuständig, der Luft das Kohlendioxid zu entziehen. Da die Blätter der Laubbäume aber mehr Chlorophyll enthalten als die Nadeln der Nadelbäume und auch luftdurchlässiger sind als diese, sind die Laubbäume zwischen Frühjahr und Herbst wahre Kraftwerke der Natur. In den gemäßigten Klimazonen, wo die Winter nur ein paar Monate dauern und häufig recht mild sind, sind die Laubbäume den Nadelbäumen überlegen. In den kalten Zonen der Erde jedoch, wo die Winter lang und kalt sind, haben sich die Nadelbäume durchgesetzt.

Gibt es bei uns auch Nadelbäume, die im Herbst die Nadeln abwerfen?
A oder B - nur eine Antwort ist richtig.
A Nein - alle Nadelbäume sind immergrün.
B Ja - die Lärche.

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