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Lexikon

Hummer


Ein Hummer. (Foto: Michael Franke / pixelio.de)
Hummer, Nahaufnahme.

Wusstest du, dass es rund um die Insel Helgoland Hummer gibt? Sie leben auf dem Felsensockel, aus dem die Hochseeinsel in der Nordsee emporwächst. Diese Hummer gibt es nur hier - nirgendwo sonst auf der Welt. Denn Hummer sind treue Seelen - wo sie geboren wurden, da verbringen sie ihr ganzes Leben. Deshalb gibt es zwar überall an den europäischen Küsten Hummer, aber die Helgoländer Hummer leben völlig isoliert von ihren Artgenossen im restlichen Europa.

Aber jetzt gibt es Anlass zur Sorge: Seit einigen Jahren gibt es immer weniger Helgoländer Hummer. Warum das so ist, weiß keiner so genau. Doch die Forscher der Biologischen Anstalt auf Helgoland wollen es herausfinden. Und sie wollen den Hummern helfen.

Was ist an Helgoländer Hummern so besonders?

Die Felseninsel Helgoland mit der "Langen Anna". (Foto: Andreas Trepte, www.photo-natur.de
Lange Anna auf Helgoland.

Helgoländer Hummer verbringen ihr ganzes Leben auf Felsengrund. An dieses Leben haben sie sich angepasst. Deshalb könnten sie auf Sandboden nur schlecht überleben. Das heißt aber auch, dass sie nicht ausweichen können. Wenn die Lebensbedingungen rund um Helgoland schlechter werden, dann können sich die Hummer nicht einfach eine andere Bleibe suchen. Deshalb ist es so wichtig, herauszufinden, warum die Hummer verschwinden.

Wie helfen die Biologen den Hummern?

Hummer auf dem Meeresgrund. (Foto: Bart Braun / gemeinfrei)
Hummer.
Die Hochsee-Insel Helgoland liegt rund 60 Kilometer vor der deutschen Nordsee-Küste.(Foto: Pegasus cc-by-sa 2.5)
Helgoland aus der Luft.

In der Biologischen Anstalt auf Helgoland stehen Hunderte von großen Becken, in denen sich winzig kleine Hummer tummeln. Denn: Hier werden Hummer gezüchtet. Ein Weibchen kann mehr als 5000 Eier legen, die sie dann unter ihrem Bauch befestigt und spazieren führt. Nach einem knappen Jahr schlüpfen winzige Hummer-Larven, die zwei Wochen lang im freien Wasser herumschwimmen, bevor sie sich am Boden niederlassen und ein Hummerleben beginnen. 

In großen Meerwasser-Becken werden die Hummerbabies in der Biologischen Anstalt gepflegt bis sie so groß sind, dass die Biologen sie aussetzen können. Während die Hummer heranwachsen, gewinnen die Forscher viele wertvolle Erkenntnisse: Welche Art von Meerwasser bekommt den Hummern am besten? Wie warm oder kalt muss es sein, damit sie optimal wachsen können? Von welchem Futter werden sie am besten groß? Solche und andere Fragen können die Wissenschaftler beantworten - und damit Rückschlüsse auf die Lebensbedingungen im Meer ziehen.

Bevor die kleinen Hummer vor Helgolands Küste ins Meer entlassen werden, bekommen sie eine Markierung, damit die Forscher sie wiedererkennen können. Aber nicht nur die Forscher: Wenn den Fischern ein Hummer aus Helgoland ins Netz geht, bringen sie ihn zur Biologischen Anstalt. So können die Wissenschaftler sehen, wie es ihren Schützlingen in der Wildnis ergangen ist. Nach einer gründlichen Untersuchung wird der Hummer dann wieder freigelassen.

Erstaunliches Hummerleben

Hummer im Meereswasser-Aquarium. (Foto: Sixta Görtz)
Hummer.

Hummer gehören zu den Krebsen. Sie tragen einen festen Panzer am Körper, der sie vor Feinden schützt. Zweimal im Jahr müssen Hummer sich häuten, denn dann wird der Panzer zu klein. Hummer wachsen nämlich ihr ganzes Leben lang - und das ist eine ganz schön lange Zeit. Denn Hummer können 60 Jahre alt werden! Entsprechend lange dauert es auch, bis sie geschlechtsreif sind: Erst mit sieben Jahren können sich Hummer fortpflanzen. Als Kinder und Jugendliche wachsen Hummer ziemlich schnell, im Erwachsenen-Alter werden sie nur noch langsam größer. 60 Zentimeter können sie erreichen - aber so große Hummer gibt es nur sehr selten.

Wie alt können Hummer werden?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A 60 Jahre
B 80 Jahre
C 100 Jahre

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Karte der Lebensräume im Meer entsteht

Seenelke. Wenn du auf das Bild klickst, siehst du einen Film über den Meeresgrund. (Foto: Gemeinfrei)
Seenelke am Meeresgrund.

Wissenschaftler des Bundesamtes für Naturschutz und verschiedener anderer Forschungsanstalten beginnen jetzt mit der Arbeit an einer Karte, die die Lebensräume am Grund der deutschen Nord- und Ostsee anzeigen soll.

An Land gibt es solche Karten schon längst. Sie zeigen, welche Lebensräume es wo gibt und welche Pflanzen und Tiere dort vorkommen. Solche Karten sind wichtige Grundlagen, um zu entscheiden, wo Straßen oder Siedlungen gebaut werden können, ohne seltene Tier- und Pflanzenarten zu gefährden.

Auch im Meer wird gebaut: Windkraftanlagen und Ölplattformen sollen dort entstehen, wo sich möglicherweise wertvolle Lebensräume befinden. Eine Karte der Lebensräume am Meeresgrund wird eine wichtige Argumentationshilfe sein, wenn über die Standorte von Bauwerken im Meer entschieden wird.