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Lexikon

Schneehase - Gut getarnt


(Foto: Heiner Kubny, www.polar-reisen.ch)
Schneehase im Schnee, aufrecht.

Es gibt Tiere, die bekommen im Winter nicht nur ein Winterfell, sondern wechseln gleich ganz die Farbe. Zu ihnen gehören Schneehasen, Schneehühner und Polarfüchse. Je nach Witterung können sie braun, gefleckt oder schneeweiß sein.

Der Hoppel mit der weißen Weste

Schneehase im Sommerkleid. (Foto: gemeinfrei)
Schneehase im braunen Sommerkleid.
Genau wie der Schneehase bekommt auch der Alaskahase im Winter ein weißes Fell. Er lebt in Alaska, ganz im Norden von Amerika. (Foto: gemeinfrei)
Alaskahase im Schnee

Schneeweiß - so sieht der Schneehase im Winter aus. Und das ist auch gut so, denn in der hellen Umgebung können ihn seine Feinde nur schlecht erkennen. Doch der Hase ist nich immer weiß: Im Sommer läuft er im braunen Kleid herum. Sobald es aber im Herbst kalt genug wird, wachsen dem Schneehasen in rasanter Geschwindigkeit weiße Haare und überdecken das braune Fell. Dadurch ist der Hase nicht nur gut getarnt, sondern auch viel wärmer angezogen als im Sommer!

Angepasst

Aber nicht nur durch seine Farbe ist der Schneehase gut an seinen Lebensraum im Gebirge angepasst, sondern auch durch seinen Körperbau. Er hat kurze Ohren, die nicht so schnell frieren können und riesige Pfoten mit viel Fell zwischen den Zehen. So kriegt er keine kalten Füße und kann auf pulvrigem Schnee rennen, ohne einzusinken. Wenn Fuchs oder Luchs Jagd auf ihn machen, rennt er mit bis zu 80 Stundenkilometern über den Schnee und schlägt dabei auch noch Haken. Die meisten Jäger kommen da nicht mehr mit. Zur Sicherheit gehen Schneehasen übrigens nur nachts vor die Tür - den Tag verbringen sie lieber versteckt in ihrem Bau.

Der Vogel mit den Schneeschuhen: Alpen-Schneehuhn

Schneehuhn. (Foto: Per Harald Olsen cc-by-sa 3.0)
Weißes Schneehuhn auf einem Felsen.

Auch die Alpen-Schneehühner leben im Gebirge. Dort ist der Winter lang und schneereich - eine gute Tarnung also besonders wichtig. Drei- bis viermal im Jahr bekommen Schneehühner deshalb ein neues Federkleid, das sich immer an die Farbe der Umgebung anpasst. Im Sommer sind sie braun gefleckt, im Winter weiß. Wie beim Schneehasen sind auch ihre Füße an das Laufen auf dem Schnee gut angepasst: Statt Fell haben sie Federn zwischen den Zehen, so dass sie wie auf Schneeschuhen laufen können.

Gut versteckt auf Beutefang: Der Polarfuchs

Polarfuchs. (Foto: gemeinfrei)
Polarfuchs, eingerollt im Schnee.
Lange Schnauze, spitze Ohren: Dieser Rotfuchs lebt im Flachland. (Foto: gemeinfrei)
Rotfuchs im Profil

Rund um den Nordpol, in Nordeuropa, Sibirien und Kanada, wird es besonders kalt. Dort lebt der Polarfuchs. Und auch er hat ein weißes Winterfell und ein braunes Sommerfell. Für Raubtiere wie ihn ist eine gute Tarnung wichtig, damit sie sich unbemerkt an ihre Beute heranschleichen können. Beim Polarfuchs kannst du aber auch eine weitere Anpassung an seinen kalten Lebensraum beobachten: Seine Ohren sind viel kleiner und seine Schnauze weniger spitz als die anderer Füchse. Auch das ist gut gegen die Kälte, denn durch seinen kompakteren Körper verliert der Polarfuchs weniger Wärme als sein Artgenosse, der Rotfuchs. Der lebt nämlich vor allem im Flachland, wo die Winter kürzer und milder sind.

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(Foto: gemeinfrei)
Igel im Herbstlaub

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Tiere im Gebirge

Mehr darüber, was es mit der Anpassung der Tiere an kalte und heiße Lebensräume auf sich hat:

Anpassung im Tierreich

Steckbrief Schneehase

(Foto: Michael Haferkamp cc-by-sa 3.0)
Ein Polarhase, der dem Schneehasen sehr ähnlich sieht.

Gattung:
Echte Hasen

Vorkommen:
Rund um den Nordpol und in den Alpen ab einer Höhe von 1200 Metern.

Lebensraum:
Hochgebirge oberhalb der Baumgrenze, Wald, Steppe.

Nahrung:
Im Sommer Kräuter, Blumen, Gräser. Im Winter Zweige, Baumrinde, Knospen.

Feinde:
Fuchs, Marder, Luchs, Wolf, Vielfraß, Raubvögel.

Anzahl Junge:
Zweimal jährlich bis zu 5 Junge

Wissenschaftlicher Name:
Lepus timidus