Bundesamt für Naturschutz BfN

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Lexikon

Biodiversität


(Foto: Sixta Görtz)
Minifrosch auf Kinderhand

Die "Biologische Vielfalt" zu bewahren, ist die wichtigste Aufgabe des Naturschutzes. Doch was ist das eigentlich - biologische Vielfalt? 

Mission (im)possible für die Letzten ihrer Art

Die beiden Spix-Aras Carla und Tiago. (Foto: ACTP)
Carla und Tiago
Großer Bahnhof: Carla und Tiago am Flughafen in Berlin. Selbst Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (links) verabschiedet die beiden Papageien. (Foto: Harald Franzen)
Am Flughafen in Berlin werden Carla und Tiago verabschiedet
Sehr selten und streng geschützt: Ein Goldsittich. Sie leben im Amazonas-Regenwald in Brasilien. (Foto: Derek Ramsay cc-by-sa)
Ein Goldsittich im Baum

Carla und Tiago sind zwei junge Spix-Aras. Genau wie ihre rund 100 Artgenossen, die es auf der ganzen Welt noch gibt, leben sie in einem Vogelkäfig. In der Natur sind diese Vögel nämlich ausgestorben.

Mit dem Jet nach Brasilien

Vor kurzem haben Carla und Tiago die erste richtige Flugreise ihres Lebens gemacht. Aber nicht mit den eigenen Flügeln, sondern mit einem Jumbo-Jet. Der Flug ging von Berlin nach Sao Paulo in Brasilien. Dort sollen sie sich in einer Zuchtstation mit brasilianischen Spix-Aras paaren. Wenn alles gutgeht, werden ihre Nachkommen irgendwann wieder in Freiheit leben.

Die Vielfalt allen Lebens

Vögel, die in Vogelkäfigen wohnen und mit dem Flugzeug fliegen - das ist so ziemlich das Gegenteil von Natur. Aber es sagt eine ganze Menge aus über die "Biodiversität" auf unserem Planeten. Biodiversität bedeutet  so viel wie die Vielfalt allen Lebens auf der Erde. Und diese Vielfalt ist in Gefahr. Wissenschaftler schätzen, dass jeden Tag 150 Tier- und Pflanzenarten aussterben - und damit für immer von unserer Erde verschwinden. Damit es den kleinen Papageien nicht auch so geht, sind Carla und Tiago nach Brasilien geflogen. Denn ihre Mission ist nichts Geringeres als die Rettung ihrer Art.

Viel mehr als Artenvielfalt

Biodiversität ist aber noch mehr als Artenvielfalt, denn sie besteht aus drei Säulen: Der Vielfalt der Arten, der Vielfalt der Lebensräume und der genetischen Vielfalt innerhalb einer Art. 

Die Vielfalt der Arten

(Foto: Franz Meiringer / pixelio.de)
Bunte Blumen

Stell dir einen Sommertag im Garten vor: Eine Spinne krabbelt über den Boden, Bienen und Käfer summen durch die Luft, eine Amsel hüpft über den Rasen. An einigen Sträuchern hängen Früchte, an anderen nur Blüten - je nach Art. Pflanzen und Tiere im Garten gehören verschiedenen Arten an. Jede Art unterscheidet sich von der anderen durch ihr Aussehen, ihre Eigenschaften und ihre Lebensweise. Das ist die Vielfalt der Arten.

Die Vielfalt der Lebensräume

Ganz unterschiedliche Lebensräume: Die Alpen... (Foto: Sixta Görtz)
Hochtal in den Alpen
... und die Ostseeküste. (Foto: Sixta Görtz)
Ostseeküste mit Buchen

Zurück zum Garten: Ein Igel fühlt sich wohl im Garten, aber ein Pinguin? Dem würde es schnell viel zu heiß - und Fische könnte er auch nicht fangen. Genau so ist es mit den Pflanzen. Bäume und Büsche gedeihen im Garten wunderbar, würden in der Wüste aber eingehen. Ganz im Gegenteil zu den Kakteen, die sich dort prächtig entwickeln.

Du siehst: Pflanzen und Tiere haben ganz unterschiedliche Ansprüche an ihre Lebensräume. Sie kommen nur dort vor, wo diese Ansprüche am besten erfüllt werden. Je mehr unterschiedliche Lebensräume es gibt, desto mehr verschiedene Tier- und Pflanzenarten gibt es auch. Das ist die Vielfalt der Lebensräume.

Die genetische Vielfalt innerhalb einer Art

(Foto: Dieter Haugk/pixelio)
zwei Schmetterlinge auf einer Blüte

Eine Art ist eine Gruppe von Lebewesen, die sich untereinander vermehren können und durch Vererbung einander ähnlich sind.

Die einzelnen Lebewesen einer Art sind sich ähnlich - aber sie gleichen sich nicht. Schau dir deine Freunde an: Sie alle haben zwei Augen, eine Nase, einen Mund. Aber wenn jemand behaupten würde, die sähen doch alle gleich aus, würdest du ihm einen Vogel zeigen. Denn manche von ihnen haben blaue Augen, andere braune, oder ihre Haare sind lockig oder glatt. Jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze unterscheidet sich von allen anderen derselben Art. Die unterschiedlichen Merkmale sind im Bauplan eines jeden Lebewesens festgelegt. Bestimmer dieses Bauplans sind die Erb-Informationen, die in jeder Körperzelle stecken und die man "Gene" nennt. Das ist die genetische Vielfalt innerhalb einer Art.

Biodiversität - das Netz des Lebens

(Foto: Sixta Görtz)
Blumenwiese

Alle Lebensräume und Lebewesen unserer Erde sind miteinander verbunden - ähnlich wie ein riesiges Netz, das die Erde umgibt. Wenn Lebensräume zerstört werden oder Arten aussterben, dann bekommt das Netz Löcher. Solange es nicht zu viele sind, kann man das Netz noch flicken - auch, wenn der Faden zunächst dünn und nutzlos aussieht. Wie bei Carla und Tiago, den kleinen Spix-Aras. Doch wenn ihre Mission gelingt, dann werden ihre Nachkommen bald wieder den brasilianischen Wald bevölkern - und ein großes Loch im Netz des Lebens stopfen.

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Eure schönsten Natur-Fotos

(Foto: Erik Bach)
Schnittlauch und Erdbeerpflanzen in Blüte

Begleitend zum Monatsthema "Biodiversität" hatten wir euch aufgerufen, uns eure schönsten Natur-Fotos zu schicken. Hier kannst du die Fotos der Naturdetektive anschauen:

Zu den Natur-Fotos

Weiterlesen...

(Foto: gemeinfrei)
Frosch mit Schmetterling

Wenn du mehr über biologische Vielfalt in Deutschland wissen willst, dann schau mal hier nach:

Biologische Vielfalt fördern.

Hotspot hinter'm Haus: Lies hier, wie du aus eurem Garten einen Lebensraum für Tiere machst:

Zum Naturgarten

Lerne die "Hotspots der biologischen Vielfalt" in Deutschland kennen. Hier gibt es besonders viele verschiedene und seltene Tier- und Pflanzenarten:

Hotspots in Deutschland

Wie sich der Klimawandel auf die Biologische Vielfalt auswirkt, erfährst du hier:

Biologische Vielfalt und Klimawandel

Fast ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten in Deutschland sind bedroht. Das geht aus dem Artenschutzreport hervor, den das Bundesamt für Naturschutz jetzt erstmals vorgelegt hat. Mehr darüber hier:

Artenschutzreport

Dein Beitrag zur Artenvielfalt: Ein Igelhaufen!

(Foto: gemeinfrei cc0)
Ein Igel im Gras

Igel fühlen sich in unaufgeräumten Gärten am wohlsten. Laubhaufen vom letzten Herbst bieten ihnen Unterschlupf und Nahrung. Auch in deinem Garten könnte mit dieser Aktionsidee bald ein Igel heimisch werden.

Und so geht’s:

Das brauchst du: Strauchschnitt, Laub, Rasenschnitt, einen Rechen.

Das tust du: Suche zunächst einen passenden Platz im Garten. Am besten dort, wo nicht viel los ist und die Tiere später relativ ungestört sind. Bei der nächsten Arbeitsaktion in eurem Garten bist du nun mit dem Rechen zu Stelle und bittest deine Eltern, dir den Strauchschnitt und das Laub zu überlassen. Alles kehrst du nun am vorher ausgesuchten Platz zu einem großen Haufen zusammen.

Das wird passieren: Mit Glück und etwas Zeit wird dein Laubhaufen von einem Igel angenommen, der dort vielleicht überwintert. Wenn du den Haufen über das Jahr hinweg immer wieder auffüllst, dann findet ihn vielleicht auch eine Igelmutter irgendwann so einladend, dass sie dort sogar ihren Nachwuchs aufzieht.

Übrigens: Igel sind die ärgsten Feinde der Nacktschnecken und können in deinem Garten helfen, diese lästigen Pflanzenfresser in Schach zu halten.