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Lexikon

Flussdynamik: Wie die Flüsse fließen


Foto: Bundesarchiv, B-422, Günter Sers, cc-by-sa wikipedia.de)
Überflutete Straßen und Häuser am Kölner Rheinufer.
Links: Hochwasser in Köln am Rhein. Oben: Die Elbe im Juni - Niedrigwasser (Philipp Herzog / wikipedia)
Trockener Boden der Elbe, im Hintergrund die Fahrrinne und Häuser von Dresden.

Jedes Jahr dasselbe: Im Winter und Frühling bekommen die Anwohner des Rheins nasse Füße, im Sommer und Herbst können sie das Wasser kaum noch sehen - so wenig fließt nur noch im Flussbett. Im Jahr 2011 konnte man das besonders gut beobachten: Im Oktober war es so trocken, dass nur noch die Fahrrinne des Rheins Wasser führte. Ringsum sah es aus wie in einer Wüste. Und im Dezember regnete es dann so viel, dass es dem Fluss bald schon wieder zu eng wurde in seinem Bett.

Warum weiß der Fluss nicht, was er will?

Diesen steten Wechsel zwischen Hochwasser und Niedrigwasser nennt man "Flussdynamik". Sie ist ein ganz natürlicher Vorgang, denn wenn es im Frühling viel regnet und der Schnee schmilzt, müssen die Flüsse viel Wasser zum Meer bringen. Im Hochsommer dagegen kann der Regen auch ein paar Wochen lang ausbleiben. Der Fluss wird kleiner bis schließlich nur noch ein Rinnsal übrig bleibt. Die Tiere und Pflanzen im und am Fluss haben sich angepasst. Ohne das ständige Auf und Ab könnten manche Arten gar nicht überleben.

Wem nützt das Hin und Her der Flüsse?

Eschen und Silberweiden haben gerne ab und zu nasse Füße. (Foto: Willow / wikipedia).
Eine Esche am Wegesrand.
(Foto: Willow / wikipedia)
Silberweide am Fluss.

Besonders die Tier- und Pflanzenarten an den Flussufern sind vom launischen Hin und Her ihres Nachbarn abhängig.

Wenn du dir ein Flussufer mal genauer anschaust, dann siehst du dort ganz bestimmte Baumarten: Silberweiden, Eschen, Ulmen, Erlen und Schwarzpappeln zum Beispiel haben gern ab und zu nasse Füße. Mehr noch: Sie brauchen sogar gelegentliche Überflutungen. Dort, wo Deiche das Land vom Wasser trennen und das Grundwasser absinkt, wachsen keine Weiden.

Biber lieben ruhige Seitenarme von Flüssen und bauen ihre Burgen gerne mit Weidenholz. Dort, wo der Fluss begradigt wurde, fließt er zu schnell für Biberbauten. Aber gerade wenn Flächen überschwemmt werden und der Fluss Seitenarme bildet, findet der Biber genügend passenden Lebensraum.

Kröten, Frösche und Molche kommen in Überschwemmungsgebiete, um zu laichen - das heißt, dass sie ihre Eier im Wasser ablegen. Diese Tiere nennt man "Amphibien". Sie leben zwar an Land, aber ihr Nachwuchs kommt im Wasser zur Welt. Nach einem Frühlings-Hochwasser sind die übrig gebliebenen Pfützen mit Tausenden Kaulquappen gefüllt. Bis die Pfützen ausgetrocknet sind, sind die kleinen Lurche längst erwachsen und können an Land leben.


Erdkröte. (Foto: Ernie / wikipedia).
Erdkröten-Portrait.
Ein Biber. (Foto: Stevehdc / wikipedia).
Sitzender Biber.
Teichfrosch. (Foto: Holger Grödl / wikipedia).
Teichfrosch im Wasser, Portrait.

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Wie der Lachs in den Rhein zurück kommt

Wehr mit Fischtreppe. (Foto: Martin Claussen / pixelio)
Wehr und Fischtreppe an der Ruhr.

In vielen Flüssen machen Wehre und Staudämme den Fischen das Leben schwer - besonders denen, die zum Laichen in die Oberläufe wandern wollen. Auf ihrem Weg begegenen ihnen zum Teil unüberwindbare Hindernisse und sie können ihre  Laichgründe nicht erreichen. So erging es viele Jahre lang zum Beispiel dem Lachs im Rhein.

Doch Besserung ist in Sicht: Nach und nach werden an Wehren und Staudämmen sogenannte "Fischtreppen" gebaut. Sie führen wie ein kleiner Wildwasser-Bach neben dem Wehr vorbei. Die Fische können das Hindernis auf diese Weise überwinden. Manche Fischarten sind so schon in Gewässer zurückgekehrt, in denen sie jahrzehntelang nicht vorkamen - wie der Lachs in den Rhein.  In Zukunft wird er in den Nebenflüssen auch wieder laichen können.

Film über den Lachs im Rhein.

Wie dem Lachs geht es auch anderen wandernden Fischarten:

 Lies hier mehr über das Neunauge.