Bundesamt für Naturschutz BfN

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Lexikon

Schatzkammern von Nord- und Ostsee


Sandbänke sind Tummelplätze für viele Arten. (Foto: Sixta Görtz)
Algen im Wasser.
(Foto: Bettina Seitz / pixelio)
Meeresoberfläche im Gegenlicht.

Schon seit vielen Jahren ist das Wattenmeer vor den Küsten Deutschlands, Dänemarks und der Niederlande als Nationalpark ausgewiesen. Doch auch weit draußen im offenen Meer gibt es Gebiete, die so wertvoll sind, dass sie besonders geschützt werden müssen.

Sandbänke und Felsriffe unter Wasser sind Tummelplätze für besonders viele verschiedene Arten. Hier gedeihen riesige Algen, die kleinen Meerestieren Schutz bieten. Hier siedeln unzählige Muscheln, die wiederum viele verschiedene andere Meeresbewohner ernähren. Und hier kommen auch große Fische zum Jagen hin, denn der Tisch ist immer reich gedeckt. Davon profitieren auch die Meeressäugetiere: Robben und Schweinswale machen reiche Beute. Die kleinen Wale ziehen hier auch ihre Jungen auf.

Viele Gründe also, das Meer hier besonders zu schützen. Seit 2008 gibt es deshalb in der Nordsee vier, in der Ostsee sechs deutsche Schutzgebiete auf hoher See. Sie sind so bedeutsam für Europa insgesamt, dass sie zum Netzwerk "Natura 2000" gehören (siehe Kasten rechts).

Hier kannst du dir Filme aus den verschiedenen Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee anschauen.

Meeresschutz für Schweinswale und Robben

Schweinswal. (Foto: avampiretear@wikipedia.de)
Schweinswal-Kopf lugt aus dem Wasser.
Ein Seehund. (Foto: Hans-Peter Dehn / pixelio)
Seehund, Nahaufnahme.

Meerssäugetiere wie Schweinswale und Robben sind im Meer die letzten Glieder einer langen Nahrungskette. Auch sie kommen wegen der vielen Leckerbissen zu den Sandbänken und Felsriffen im Meer. Deshalb haben Meeressäuger besonders viel davon, wenn solche Gebiete unter Schutz gestellt werden und dort zukünftig weniger gefischt wird.

Aber nicht nur die Nahrungskonkurrenz zu den Menschen macht den Walen und Robben zu schaffen, sondern auch die Art des Fischfangs. Immer wieder verheddern sich die Tiere in den Netzen der großen Fangschiffe und ersticken darin.

Dazu kommt der Lärm in den Meeren, der besonders den Walen das Leben schwer macht. Wale jagen ihre Beute durch Echoortung - also durch das Aussenden und Empfangen von Tönen. Wenn im Meer Lärm herrscht, dann kann der Wal die Töne nicht mehr richtig hören und verfehlt seine Beute. Je lauter es im Meer ist, desto schwerer fällt ihm die gezielte Jagd. Das kostet Kraft und kann sogar zum Tod führen.

Der Schutz der Meere - nicht nur direkt vor unserer Küste, sondern auch weiter draußen - ist also wichtig, um Walen und Robben zu helfen. Deshalb soll in diesen Gebieten weniger Fisch gefangen und weniger Lärm gemacht werden. Da die Schutzgebiete aber noch ziemlich neu sind, gibt es dort noch nicht viele Verbote. Damit sich das ändert, erforschen im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschtuz Meeresbiologen die Tiere in den Schutzgebieten. Sie sollen dann Empfehlungen geben, wie man die Tiere am besten schützen kann.


Ein Windrad vor Belgiens Küste. (Foto: cc by sa Hans Hillewart@wikipedia.de)
Windanlage im Meer.
Ganz schön was los auf dem Meer. (Foto: Magicpen / pixelio)
Kielwasser mit Möwen.

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Was bedeutet "Natura 2000"?

Mit "Natura 2000" hat die Europäische Union ein Schutzgebiets-Netzwerk ins Leben gerufen, das besonders bedeutsame Naturräume in Europa bewahren soll. Alle Länder der EU melden der Europäische Kommission Gebiete, die sie für besonders schützenswert erachten - zum Beispiel, weil sie besonders artenreich sind oder weil sie für unseren Kontinent so charakteristisch sind. Mit der Meldung des Gebietes ergeben sich für die Länder auch Pflichten: Sie müssen dafür sorgen, dass die Natur dort wirksam geschützt wird. Dafür haben sie zwar ein paar Jahre Zeit, werden aber nach Ablauf der Frist auch von der EU kontrolliert. Zu den Natura 2000-Gebieten gehören zum Beispiel in Deutschland die Nationalparks an Land und an der Küste, aber eben auch bestimmte Gebiete im Meer, die vorher noch nicht unter Schutz standen.

Was ist Echoortung?

Echoortung beim Wal. (Grafik: Gemeinfrei / wikipedia)

Echoortung dient Walen zur Orientierung und zum Beutefang. Das funktioniert so: Der Wal sendet in kurzen Abständen zahlreiche hohe Klick-Laute aus. Wenn die Laute auf ein Hindernis treffen, werden sie zurückgeworfen. Je nachdem wie sich der Ton verändert, kann der Wal die Richtung des Hindernisses, seine Geschwindigkeit und seine Beschaffenheit erkennen.  Handelt es sich um ein Beutetier, dann sendet er immer neue Töne in dessen Richtung - bis er es erreicht hat.