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Lexikon

Warum man Moore schützen muss

Moore schützen das Klima und sind Heimat für seltene Arten

Das Pietzmoor in der Lüneburger Heide. (Foto: Löwenzahn / pixelio)
Moor mit viel Grün im Sonnenlicht.
Das Venner Moor bei Münster. (Foto: gemeinfrei)
Moor mit offener Wasserfläche und herbstlichen Pflanzen.

Der Boden wabert wie eine Luftmatratze im Schwimmbad - und er ist trügerisch. Zwischen den Pflanzen lauern immer wieder dunkle Schlammlöcher mit eiskaltem schwarzem Wasser. Kein Wunder, dass viele Gruselgeschichten und schaurige Filme im Moor spielen. Besonders nachts ist das Moor ein unheimlicher Ort.

Doch das Moor kann viel mehr - und es ist vom Aussterben bedroht. Überall sind Moore entwässert und zu Ackerflächen gemacht worden, auch hier bei uns in Deutschland. Moore verschwinden, weil in großen Mengen Torf abgebaut wird. Weltweit werden Moor-Regenwälder abgeholzt und entwässert, um Plantagen für Palmöl Platz zu machen. Aus Palmöl wird Biokraftstoff gewonnen - ein lukratives Geschäft. Doch all das zerstört einen einzigartigen Lebensraum und es beschleunigt den Klimawandel.

Warum ist das Moor ein einzigartiger Lebensraum?

(Foto: Sixta Görtz)
Minifrosch in Kinderhand.
Großer Moorbläuling (Foto: W. Willner)
Großer Moorbläuling.

Eigentlich sind die Lebensbedingungen im Moor alles andere als angenehm, denn ein Moor enthält kaum Nährstoffe. Die Pflanzen wachsen nicht auf nährstoffreicher Erde, sondern auf abgestorbenen Pflanzenteilen. Diese werden nicht zersetzt, weil im Boden zu viel Wasser, aber zu wenig Sauerstoff ist. So wird die Schicht aus toten Pflanzen immer dicker. Man nennt sie "Torf". 

Das viele Wasser im Moor ist ebenfalls arm an Nährstoffen, denn häufig ist es Regenwasser, das sich über undurchlässigen Bodenschichten staut. Hier gibt`s für die Pflanzen also auch nichts zu holen. Also mussten sie sich etwas anderes einfallen lassen, um im Moor zu überleben. So sind im Moor Lebesformen entstanden, die es nirgendwo anders gibt.

Lerne hier eine fleischfressende Pflanze kennen.

Auf diese besonderen Lebens- und Nahrungsbedingungen haben sich auch bestimmte Tiere eingestellt. Manche sind so spezialisiert auf das Moor, dass sie mit der Vernichtung der Moore einfach aussterben. Wie zum Beispiel der Schmetterling "Großer Moorbläuling", der seine Eier ausschließlich in den Knospen des "Großen Wiesenknopfes" ablegt. Diese Blume wächst nur auf Feuchtwiesen und im Moor - schlechte Karten für den Falter.

Hier erfährst du Interessantes über verschiedene Moorbewohner.

Was können Moore für den Klimaschutz tun?

Durch solche Gräben wird ein Moor entwässert. (Foto: Hajotthu cc-by-sa3.0 @wikipedia.de)
Wasserführender Graben zwischen Gräsern und Birken.

Im Moor werden abgestorbene Pflanzen nicht zersetzt. Deshalb entsteht dort auch kein Kohlendioxid. Wenn man jedoch ein Moor entwässert, dann kommt dadurch auch der Zersetzungsprozess in Gang - große Mengen Kohlendioxid werden frei. Zu viel Kohlendioxid in der Atmosphäre der Erde ist aber die Hauptursache für den Klimawandel.

Wenn man ehemalige Moore wieder bewässert, kann man diesen Prozess stoppen. Die undurchlässige Bodenschicht lässt das Wasser nicht durch und aus einem ehemaligen Acker wird wieder Moor. Das dauert zwar etliche Jahre, aber ein Anfang ist gemacht. 

Das Bundesamt für Naturschutz unterstützt mehrere Großprojekte in Deutschland, bei denen ehemalige Moore wieder vernässt werden sollen. So nennt man es, wenn man den Landschaften wieder Wasser zuführt und die Gräben und alle künstlichen Ablaufstellen verschließt. Im Laufe vieler Jahre entwickeln sich dort wieder die für ein Moor typischen Pflanzen und auch die Tiere, die auf sie spezialisiert sind, stellen sich wieder ein. So kann man mit der Wiedervernässung von Mooren zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Seltenen Arten einen Lebensraum zurück geben und das Klima schützen.

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2. Februar: Welttag der Feuchtgebiete

Der 2. Februar wurde zum 

"Welttag der Feuchtgebiete" 

erklärt. An diesem Tag soll besonders daran erinnert werden, wie wichtig diese Landschaften für unseren Planeten sind und dass wir sie schützen müssen. Dazu gibt es sogar eine Vereinbarung zwischen vielen Staaten der Erde. Sie heißt "Ramsar-Konvention" und verpflichtet die Länder, ihre Feuchtgebiete zu erhalten. Schau dir hier den

Film über Feuchtgebiete

in Deutschland und der Welt an.

Logo des 40-jährigen Jubiläums der Ramsar-Konvention

Kann man im Moor versinken?

(Foto: Christian Fischer cc-by-sa @wikipedia.de)

Früher glaubten die Menschen, dass es unheimliche Wesen gibt, die den Wanderer tief in das wabernde Moor locken, wo er versinken muss. Doch kann man im Moor wirklich versinken?

Ungefährlich ist das Moor jedenfalls nicht, denn der Boden ist nicht fest. Eigentlich ist das Moor eine zugewachsene Wasserfläche. Unter dem Geflecht von Wurzeln und abgestorbenen Pflanzen ist dünnflüssiger Schlamm. Und der ist eiskalt, denn unter den Pflanzen kann sich das Wasser nicht erwärmen. Wenn man also wirklich einsinkt, dann ist die Gefahr nicht, dass man im tiefen Schlamm ertrinkt, denn meistens sind die Schlammlöcher nicht allzu tief. Vielmehr ist es die Kälte, die dem Körper zusetzt. Wenn dann rund um die Einbruchstelle das wabernde Pflanzwerk keinen Halt gibt und man sich aus der kalten Masse nicht befreien kann, kann es tatsächlich gefährlich werden.

In den wenigen Mooren, die es bei uns noch gibt, besteht aber in der Regel keine Gefahr, denn die Wanderwege laufen am Rande des Moores entlang und nicht mitten durch. Die solltest du nicht verlassen - zu deinem eigenen Schutz, aber auch zum Schutz dieses empfindlichen und seltenen Lebensraumes.