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Lexikon

Das Moor - Fundgrube für seltene Arten


Das Glittenberger Moor in Norddeutschland. (Foto: cc-by-sa Elke Freese@wikipedia.de)
Wollgras und Moos im Moor.

Schaurig schön ist es im Moor - der Boden quatscht und wabert bei jedem Schritt, oft liegt Nebel über der Landschaft und es riecht irgendwie faulig. Aber andererseits ist das Moor auch faszinierend, denn es ist eine Fundgrube für seltene Tiere und Pflanzen. Wer im Moor lebt, muss erfinderisch sein. Warum das so ist und mit welch merkwürdigen Erfindungen die Moorbewohner ihr Überleben sichern, erfährst du hier.

Was ist überhaupt ein Moor?

Dieses kleine Moor in Norddeutschland hört auf den Namen "Bullenkuhle". (Foto: cc-by-sa-Christian Fischer@wikipedia.de)
Ein Niedermoor im Herbst zwischen Nadelbäumen.
Das Pietzmoor in der Lüneburger Heide. (Foto: Löwenzahn / pixelio)
Niedermoor im Frühjahr zwischen Birken.

Ein Moor ist eine Landschaft, deren Boden ständig nass ist - zum Beispiel weil unter dem Moor eine Bodenschicht ist, die kein Regenwasser versickern lässt. Der Boden eines Moores besteht nicht aus Erde, sondern aus abgestorbenen und zusammengepressten Pflanzenteilen. Darunter ist Schlamm. Deshalb wabert auch der Boden so, wenn man drauftritt. Weil es im Boden zu viel Wasser und zu wenig Sauerstoff gibt, können die toten Pflanzen nicht zu Erde zersetzt werden. So wird ihre Schicht mit der Zeit immer dicker. Man nennt diese Schicht "Torf".

Es gibt verschiedene Arten von Mooren: Ein Niedermoor liegt oft in Kuhlen oder Senken. Es wird von Quellwasser oder Grundwasser gespeist und bekommt dadurch mehr Nährstoffe als ein Hochmoor, in dem nur Regenwasser gestaut ist. 

Hochmoore heißen so, weil ihre Torfschicht besonders dick ist. Manche wölben sich richtig nach oben - wie ein voll gesogener Schwamm. Sie werden nur von Regenwasser gespeist und enthalten fast gar keine Nährstoffe. Und trotzdem gibt es Pflanzen, die hier leben können. Aber die sind echt erfinderisch. 

Erfinderische Pflanzen im Moor: Der Sonnentau

Sonnentau im Moor. (Foto: Uwe Kunze / pixelio)
Sonnentau im Wasser.
Diese Fliege ist in die Falle getappt. (Foto: Bernhard Flack / pixelio)
Fliege auf einem Sonnentau.

Im Moor gibt es kaum Nährstoffe. Das heißt aber nicht, dass die Pflanzen hier verhungern müssten. Sie sind einfach auf andere Ideen gekommen, was die Nahrungsaufnahme angeht. Wie zum Beispiel der Sonnentau. Die Pflanze mit dem schönen Namen frisst Fleisch. Ja, du hast richtig gelesen: Der Sonnentau ernährt sich von Tieren! Wie er das macht? Mit schönem Schein und viel Klebstoff.

Der Sonnentau sondert eine klebrige Flüssigkeit ab, die auf seinen Blättern sitzt. Die Tropfen des Klebers schimmern so schön in der Sonne, dass Insekten davon magisch angezogen werden. Doch sobald sich eine Fliege auf der Pflanze niederlässt, hat sie ihr Schicksal besiegelt: Der klebrige Schleim auf den Blättern hält sie fest und erstickt sie. Dann löst sie sich langsam auf und der Sonnentau saugt einfach alle Nährstoffe aus dem toten Tier. Lecker!

Mehr über Tiere im Moor  kannst du hier lesen.

Warum es bei uns nur noch wenige Moore gibt und warum man sie schützen muss,  erfährst du hier.

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2. Februar: Welttag der Feuchtgebiete

Der 2. Februar wurde zum 

"Welttag der Feuchtgebiete" 

erklärt. An diesem Tag soll besonders daran erinnert werden, wie wichtig diese Landschaften für unseren Planeten sind und dass wir sie schützen müssen. Dazu gibt es sogar eine Vereinbarung zwischen vielen Staaten der Erde. Sie heißt "Ramsar-Konvention" und verpflichtet die Länder, ihre Feuchtgebiete zu erhalten. Schau dir hier den

Film über Feuchtgebiete

in Deutschland und der Welt an.

Logo des 40-jährigen Jubiläums der Ramsar-Konvention