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Lexikon

Tiere auf Wanderschaft


Jedes Jahr machen sich viele Tiere auf den Weg, um lange Wanderungen zurückzulegen. Manche ziehen in wärmere Gegenden im Süden, weil sie im Winter nicht mehr genug Nahrung finden. Andere legen Tausende Kilometer zurück, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Hier lernt ihr einige Tiere kennen, die echte Wandervögel sind:

Monarchfalter: Der Glücksbringer

Monarchfalter. (Foto: gemeinfrei)

In Mexiko - das liegt in Amerika - passiert jedes Jahr ein kleines Wunder. Über einem kleinen Nadelwald tauchen Millionen von Schmetterlingen auf und lassen sich an den Stämmen, Ästen und Zweigen der Bäume nieder. Eng zusammengekuschelt bleiben sie hier hängen und warten, bis der Winter vorüber ist. Doch woher sind sie gekommen?

Ihre Reise startet 4000 Kilometer weiter im Norden - in Kanada. Jedes Jahr im Herbst fliegen die Schmetterlinge die lange Strecke, um dem kalten Winter in Kanada zu entkommen. Im Frühling geht es dann wieder zurück. Die Mexikaner verehren die Schmetterlinge als Glücksbringer und warten jedes Jahr ungeduldig auf ihre Rückkehr.

Der weite Weg des Aals

(Foto: Wolfgang Hauer)

Der Aal sieht ein bisschen aus wie eine Schlange: Er hat einen schlanken, langen Körper und einen spitz zulaufenden Kopf. Und er ist ein ganz erstaunlicher Wanderer. Nur einmal in ihrem Leben bringen Aale Nachwuchs zur Welt. Aber nicht hier bei uns in den Flüssen und Seen, in denen sie leben, sondern am anderen Ende der Welt - in der Saragossa-See, mitten im Atlantik. Von uns aus muss der Aal dafür viele Tausend Kilometer weit schwimmen. Während dieser Zeit frisst er nichts mehr. Wenn er sein Ziel erreicht hat, legt er seine Eier ab und stirbt. Die kleinen Aale, die aus den Eiern schlüpfen, machen sich dann auf den Rückweg. Drei Jahre lang dauert es, bis sie wieder in dem Fluss oder See angekommen sind, aus dem ihre Eltern stammten. Wahrscheinlich folgen sie dabei winzigen Duftspuren, die sie über die ganze lange Strecke bis in ihre Heimat führen.

Küstenseeschwalbe: Die Überfliegerin

Küstenseeschwalbe. (Foto: Hans-Peter Dehn / pixelio.de)

Küstenseeschwalben sind die Rekordhalter unter den Zugvögeln: Jedes Jahr fliegen sie über den halben Erdball, vom Nordmeer bis in die Antarktis. Kein anderes Tier legt eine so weite Strecke zurück. Sie tun das, weil das Nordmeer im Sommer voller kleiner Lebewesen ist - winzige Krebse und kleine Fischchen. Die fressen die Küstenseeschwalben für ihr Leben gern. Aber wenn es am Nordmeer Winter wird, dann wird es ihnen dort zu kalt und sie folgen dem Sommer bis in den äußersten Süden der Erdkugel. Dort finden sie dann einen ebenso reich gedeckten Tisch - eine Reise von einem Schlaraffenland ins andere!

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Auch diese Tiere wandern:

Eine Grauwal-Mutter mit Kalb. Grauwale wandern bis zu 10.000 Kilometer weit durch die Weltmeere. (Foto: cc-by-sa2.0/de Mario Müller @ wikipedia.de)
springender Grauwal

Immer auf der Suche nach frischem Grün legen auch afrikanische Elefanten lange Wanderungen zurück. (Foto: cc-by-sa nickandmel2006@wikipedia.de)
Auf der Flucht vor dem harten skandinavischen Winter wandern Rentiere jedes Jahr viele Kilometer. (Foto: cc-by-sa Alexandre Buisse@wikipedia.de)

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Die Bonner Konvention: Schutz für Wandervögel

Das Logo der "Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten", auf englisch "CMS".

Wandernde Tierarten halten sich nicht an Ländergrenzen. Sie ziehen manchmal durch viele verschiedene Staaten und brauchen dort freien Durchgangsraum und geeignete Rastplätze. Um wandernde Tiere an ihrem Start- und Zielpunkt, aber auch unterwegs zu schützen, müssen viele Länder zusammenarbeiten. Deshalb gibt es schon seit fast 30 Jahren die "Bonner Konvention zum Schutz wildlebender wandernder Tierarten", die inzwischen 109 Staaten unterschrieben haben. In der Konvention sind Maßnahmen festgeschrieben, die die Staaten zum Schutz der Tiere ergreifen sollen. So sollen sie zum Beispiel Wilderer bekämpfen oder den Abschuss von Zugvögeln in ihren Ländern verbieten.