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Lexikon

Vom Uhu und seinen Verwandten

Woher hat der Uhu eigentlich seinen Namen?

Die größte Eulenart: Der Uhu. Foto: Klaus Tamm.
Uhu sitzt auf Felsblock im Regen.

"Uhoo, Uhoo" schallt es am frühen Abend durch den Steinbruch. Der da mit dunkler Stimme ruft, ist ein Uhu, unsere größte heimische Eule. Im Lateinischen heißt der Vogel "Bubo bubo" - ganz klar, warum, oder?

Wenn ein Uhu-Weibchen sich in die Lüfte erhebt, dann breitet sie ihre Flügel fast 1,80 Meter weit aus. Das ist so weit wie ein erwachsener Mann groß ist. Im Amerikanischen heißt der Uhu wegen seiner großen Spannweite auch "Eagle-Owl" - Adler-Eule. Größer als das Uhu-Weibchen wird keine Eule weltweit.

Hier kannst du einen Uhu rufen hören.

Uhus sind bei uns heute wieder recht häufig. Das war aber nicht immer so: Noch vor 40 Jahren galt der Uhu in Deutschland als nahezu ausgerottet. In den 70er Jahren jedoch begannen Vogelschützer wieder Uhus aus Zoos und Wildparks auszuwildern und setzten sich für den Schutz der Tiere ein. Inzwischen ist der Uhu bei uns nicht mehr bedroht.

Wie und wo leben die Uhus?

Uhus sind schwer zu beobachten, denn sie halten sich tagsüber versteckt. Außerdem sind sie so gut getarnt, dass sie kaum zu entdecken sind, wenn man nicht ganz genau weiß, wo man suchen muss. 

Uhus leben vor allem dort, wo sie genügend Platz zur Jagd, einen sicheren Ansitz und gute Aussicht haben - also an Felswänden in offenen Landschaften. Ideal sind für Uhus zum Beispiel verlassene Steinbrüche. Aber sogar in Steinbrüchen, die noch in Betrieb sind, siedeln Uhus.

Ein Jung-Uhu übt das Fliegen. Foto: Klaus Tamm.
Junger Uhu breitet seine Flügel aus.
Verlassene Steinbrüche sind ideale Lebensräume für Uhus. Foto: Matthias Olschowy.
Steinbruch im Herbst von oben.

Uhus sind geschickte Jäger

Stachelige Mahlzeit: Hier hat ein Uhu einen Igel geschlagen. Foto: Georg Görtz
Igelstacheln am Beuteplatz eines Uhus.

Erst, wenn die Sonne untergeht, gehen Uhus auf die Jagd. Mit ihren großen orangefarbenen Augen können sie auch in der Dämmerung noch gut sehen. Uhus jagen kleine Säugetiere wie Igel, Mäuse und Kaninchen, aber auch Vögel. Sogar andere Greifvögel sind vor ihnen nicht sicher: An Uhu-Beuteplätzen wurden schon Federn von Bussarden entdeckt - und die sind selbst nicht gerade klein.

Wenn der Uhu auf die Jagd geht, dann geschieht das völlig lautlos. Dazu kann der Uhu - wie alle anderen Eulen auch - seinen Kopf extrem weit herum drehen. So hat er jederzeit alles im Blick, selbst wenn etwas hinter seinem Rücken geschieht.

Nachwuchs bei Familie Uhu

Zwei wollige junge Uhus am Brutplatz. Foto: Michael Gerritzen.
Zwei kleine flaumige Uhus vor Felswand.

Im Frühjahr legt das Uhu-Weibchen zwei bis vier Eier. Uhus bauen keine Nester, sondern suchen sich geschützte Felsvorsprünge oder kleine Höhlen als Brutplätze aus. Einige Wochen lang bleiben die kleinen Mini-Uhus an diesem Platz, doch dann gehen sie auf Wanderschaft. Immer weiter bewegen sie sich hüpfend vom Nest fort und werden dabei von ihren Eltern weiterhin versorgt - bis sie schließlich selbst fliegen und jagen können.

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Wie werden Uhus geschützt?

Kleiner Uhu auf Abwegen. Foto: Georg Görtz
Nahaufnahme junger Uhu mit Flaum.

In Deutschland gibt es zur Zeit knapp 900 Uhu-Brutpaare. Damit sind die Vögel zwar nicht mehr vom Aussterben bedroht, stehen aber weiterhin unter Schutz. Viele Naturschützer setzen sich dafür ein, dass der Uhu hier in Deutschland gute Lebensbedingungen vorfindet.

Wenn ein Uhupaar brütet und seine Jungen versorgt, dann sollte es möglichst ungestört bleiben können. Deshalb werden zum Beispiel von  Vogelschützern und Kletterern oder Wanderern gemeinsam bestimmte Schutzzeiten festgelegt, an denen die Felsen in der Nähe eines Uhu-Brutplatzes nicht betreten werden dürfen.

Bei den Besitzern von Steinbrüchen setzen sich die Vogelschützer dafür ein, dass die Brüche nach dem Abbau nicht gefüllt werden, sondern für die Vögel weiterhin zugänglich bleiben.

Mit Strom-Unternehmen haben Naturschützer ausgehandelt, dass Strommasten und Leitungen gesichert werden müssen, damit sich die Uhus nicht an ihnen verletzen können.

Viele Menschen mit unterschiedlichen Interessen müssen also zusammenarbeiten, damit es der größten Eule der Welt auf Dauer hier bei uns gut geht.