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Lexikon

Wildschweine


(Foto: Bernd Boscolo/pixelio)
Bache mit Frischlingen

Wildschweine gehören zu den ersten Säugetieren, die im Frühjahr Nachwuchs bekommen. Lies hier mehr über die geschäftige Rüsselbande!

Nachwuchs bei Familie Wildschwein

Manchmal liegt noch Schnee, wenn die kleinen Wildschweine geboren werden. Foto: gemeinfrei)
Bache mit Frischling im Schnee.
(Foto: Stefan Schulz/pixelio)
Frischling
(Foto: Jürgen Treiber/pixelio)
Frischling mit Rotte
(Foto: Jean-Pierre Seitz/pixelio)
Keiler

Der Winter ist fast zu Ende. Jetzt beginnt für Wildschweine die wuseligste Zeit im Jahr: Sie bekommen Nachwuchs. Die Babys der Wildschweine heißen „Frischlinge“ und haben ein hellbraun und dunkelbraun gestreiftes Fell. Damit können sie sich im winterlichen Wald gut tarnen.

Kinderzimmer im Wald

Wenn für die Sau die Zeit der Geburt gekommen ist, sucht sie sich einen ruhigen Platz tief im Wald. Dort gräbt sie mit ihrem Rüssel eine Kuhle in den Boden. Die Kuhle polstert sie mit Moos und Laub aus und baut ein Dach aus Zweigen darüber. Man nennt solche Kinderzimmer für Frischlinge „Wurfkessel“. Der Wurfkessel bietet sechs bis acht Frischlingen in den ersten Wochen ein warmes Plätzchen.

Babykost

Zwei Wochen lang bleiben die Kleinen in ihrer Babystube. Doch dann fangen sie an, den Wald zu erkunden. Obwohl sie in den ersten drei Monaten noch Muttermilch trinken, probieren sie auch schon mal Pilze oder Eicheln. Die buddeln sie mit ihren kleinen Rüsseln unter alten Blättern hervor.

Aus Spiel wird Ernst

Wenn die Frischlinge miteinander spielen, geht es wild zu. Sie schubsen und jagen sich gegenseitig und rangeln miteinander. Das machen sie aber nicht nur zum Spaß. Sie legen so schon jetzt fest, wer von ihnen später das Sagen hat. Denn in der Wildschwein-Familie hat jedes Tier seinen festen Platz. Das nennt man „Rangordnung“.

Auf den Spuren der Rüsselbande

(Foto: Patrick Döring/pixelio)
Frischling
So sieht ein Baum aus, an dem sich Wildschweine reiben. Man nennt solche Bäume "Malbäume". (Foto: Accipiter cc-by-sa 3.0)
Malbaum im Wald

Bei deinem nächsten Waldspaziergang kannst du nach Wildschwein-Spuren suchen. Achte auf aufgewühlte Stellen am Boden. Dort haben vielleicht ein paar Wildschweine nach Futter gesucht. Sie graben mit ihren Rüsseln den Waldboden um und finden so Pilze, Insekten, Würmer und Früchte.

Suhlen im Matsch

Manchmal kannst du auch größere matschige Kuhlen im Wald entdecken. Das sind die Badezimmer der Wildschweine. Sie wälzen sich nämlich im Matsch, um ihren Borstenpelz von lästigen Blutsaugern zu befreien. Das nennt man „suhlen“. Nach dem Suhlen reiben sich die Wildschweine an umstehenden Bäumen. Diese Bäume kannst du gut erkennen: Im unteren Bereich sind sie grau von getrocknetem Matsch und oft ist auch etwas Rinde abgeschabt.

Jägerlatein: Wildschweine in der Jägersprache

In der Jägersprache haben die Wildschweine ganz besondere Namen.

Die Wildschwein-Sau heißt „Bache“, eine Wildschwein-Familie nennt man „Rotte“. Zu einer Rotte gehören mehrere Bachen und Frischlinge.

Der Wildschwein-Mann wird „Keiler“ genannt. Er ist meistens als Einzelgänger unterwegs. Nur zur Paarungszeit hält er sich in der Nähe einer Rotte auf.

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Steckbrief Wildschwein

(Foto: gemeinfrei)
Wildschwein mit Frischlingen

Verbreitung:
Europa, Asien

Lebensraum:
Laub- und Mischwälder mit Bächen oder Tümpeln, aber auch Felder und große Parks

Größe:
Bis 1,8 Meter lang, bis 1 Meter hoch

Gewicht:
Bis 180 kg

Nahrung:
Eicheln, Bucheckern, Maronen, Pilze, Obst, Mais, Kartoffeln, aber auch Würmer, Schnecken, Insekten, Mäuse

Anzahl Junge:
2 bis 8 Frischlinge

Lebensdauer:
20 Jahre

Wissenschaftlicher Name:
Sus scrofa