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Lexikon

Libellen in Gefahr


Eine Libelle schlüpft aus ihrer Larvenhaut. (Foto: Ulrich Velten / pixelio)
Libelle bei der Schlupf.
Eine Vierfleck-Libelle. (Foto: Sixta Görtz)
Vierfleck-Libelle auf Grashalm, Nahaufnahme.

Libellen: Leben in zwei verschiedenen Welten

Eine blaugrüne Mosaikjungfer nach dem Schlüpfen. Man kann die Larvenhaut gut erkennen. (Foto: cc-by-sa Friedrich Böhringer@wikipedia.de)

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Libellen als Larve unter Wasser - bei manchen Arten dauert die Larvenzeit bis zu fünf Jahre. In dieser Zeit wachsen die Larven heran indem sie sich mehrfach häuten. Vor der letzten Häutung jedoch geschieht etwas Besonderes: Die Larve klettert an einer Wasserpflanze aufwärts bis über die Wasseroberfläche. Dort krallt sie sich fest. Nach einiger Zeit bricht der Larvenpanzer auf und heraus schlüpft eine fertige Libelle. Sobald sie ihre Flügel ausgebreitet hat, erhebt sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben in die Luft. Den Rest ihres Lebens - meistens nur ein paar Wochen - verbringt sie nun als schillernder Flugkünstler.

Gefährdung der Libellen

Weil das Wasser die Lebensgrundlage der meisten Libellenarten ist, hängt von seinem Zustand auch das Überleben der Arten ab. Doch viele Gewässer bei uns werden trockengelegt oder sind zu verschmutzt für die Libellenbrut. Das führt dazu, dass viele Libellen bedroht sind. Bei uns in Europa kommen rund 80 Libellenarten vor. Zwei Drittel von ihnen gelten als bedroht. Bei 20 Arten muss man sogar befürchten, dass sie aussterben könnten.

Wie kann man Libellen helfen?

Vor allem, indem man saubere Gewässer erhält. Aber du kannst auch selbst helfen: Wenn ihr Platz im Garten habt, dann kannst du einen Gartenteich anlegen. Allerdings dürfen dort keine Teichfische eingesetzt werden. Warte lieber, bis sich dein Teich von selbst mit heimischen Wasserbewohnern bevölkert. Mit ein bisschen Geduld wirst du nach einiger Zeit viele Tiere dort beobachten können - unter anderem auch die faszinierenden Libellen.

Mehr über Libellen in Gefahr.

Viele Tipps für die Anlage eines Gartenteiches bekommst du hier.

(Foto: Susanne Georgi)
Libelle

Bildergalerie

Mehr Bilder der schillernden Flugkünstler findest du hier.

Bist du auch mit der Kamera auf Libellenjagd? Dann schick uns deine Fotos an:

naturdetektive@bfn.de.

Die schönsten Bilder stellen wir in unserer Bildergalerie ein.

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Libellen-Deutsch

Libelle im Flug. (Foto: Heinrich Lange / pixelio)
Libelle im Flug.
Libellenlarve (Foto: cc-by-sa-André Karwath@wikipedia.de)

Die Entwicklung der Libellen von der im Wasser lebenden Larve zum schillernden Flugkünstler ist ziemlich erstaunlich. In der Fachsprache haben die Tiere in den verschiedenen Stadien dieser Entwicklung unterschiedliche Namen.

Larve

Viele Insekten verbringen ihre Kinderzeit als Larve. Diese Insektenkinder sehen ihren Eltern nicht ähnlich und führen ein vollkommen anderes Leben. Das ist zum Beispiel bei Schmetterlingen und Käfern so - und bei der Libelle.

Exuvie

Dieses Wort bezeichnet die leere Hülle, die zurückbleibt, wenn sich Insekten gehäutet haben. Bei Libellen findet man die leere Hülle an Wasserpflanzen, an denen die Larve vor ihrer letzten Häutung emporgeklettert ist. Aus ihr ist die fertige Libelle geschlüpft. Libellen-Experten können die Exuvien einsammeln und bestimmen. So stellen sie fest, welche Libellenarten an einem Gewässer vorkommen. Die Larven der verschiedenen Libellenarten unterscheiden sich nämlich deutlich von einander.

Imago

So nennt man ein erwachsenes Insekt. Die Libelle verbringt nur ein paar Wochen ihres Lebens als Imago. Wenn der Sommer zu Ende geht und sie sich gepaart und ihre Eier abgelegt hat, stirbt sie.